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Der Israelit · 1867-01-09 · Heft 2 (9.1.1867) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 2 (9.1.1867)
Date
1867-01-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 und Werth dieser Werke in ausführliche Erörterungen treten zu wollen (hierauf gedenken wir bei einer anderen Gelegenheit zurückzukommen), wollen wir vorläufig nur heroorheben, daß dieselben, mit Ausnahme des Fürstlichen Handbuches, theils in einer nicht allgemein zugänglichen Sprache versaßt, und theils sich nur bis auf einen gewissen Zeitpunkt erstrecken, und außerdem wegen ihrer geringen Auflage gänzlich vergriffen oder wegen ihres hohm Preises dem allgemeinen Gebrauche entzogen sind. Unter diesen macht, wie gesagt, das Fürstliche Werk in mehrfacher Beziehung eine günstige Ausnahme. Es ist in einer Weltsprache geschrieben, umfaßt das ganze jüo.-literari'che Gebiet, und eignet sich außerdem wegen der breiteren Grundlage, auf welcher es anglegt ist, zum allgemeinen Handbuche. Räumen wir nun demselben einerseits auch seine vielen und großen Vorzüge gern ein, so müssen wir anderseits unser Bedauern darüber aussprechen, daß sich in dasselbe viele Fehler hinsichtlich der Jnhaltsbeschreibung der Bücher sowohl, als auch der Angaben in Betreff der Druckorte, Jahreszahlen, Verfasser- und Druckernamen, Format, Ausgaben rc , eingeschlichen haben, sodaß es keineswegs als zuverlässige Hilfsquelle betrachtet werden kann. Wir haben daher in der Anfertigung eines Catalogs von der gedachten Sammlung eine günstige Gelegenheit gesehen, den bisher gemachten, aber unbefriedigt gebliebenen bibliographischen Ansprüchen, sofern dies in diesem Falle möglich ist, entgegen zu kommen. Dieser Catalog beabsichtigt also zugleich einen Beitrag zu einer vollständigen Libliotde-os Judaica zu liefern. Es versteht sich, daß derselbe dadurch seinen Hauptzweck nicht aus dem Auge verlieren darf. Er wird sich daher auf eine, obschon genaue, doch kurzgefaßte Beschreibung beschränken." Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., den 1. Januar. Erlauben Sie mir hinsichtlich der Colonisation in Palästina einige Bemerkungen. Bekanntlich sind die religiösen Vorschriften beim Ackerbau im heiligen Lande sehr complizirter Natur und unseren jetzigen Glaubensgenossen fast nur noch als Mythe bekannt, so daß deren Ausführungen kaum zu erwarten steht, und dennoch ist das Reich wegen Nichtbefolgung der heiligen religiösen Bestimmungen zu Grunde gegangen. Mein Vorschlag geht nun dahin: anstatt den Ackerbau zu cultiviren, die Anlage von Wiesen, verbunden mit Gartenbau und Viehzucht, zu fördern, zu welchem Palästina, als ein Gebirgsland vorzüglich sich eignen dürfte. Abgesehen, daß letztere weit rentabler und leichter zu lernen sind, so ist die Arbe't viel leichter und nicht so anstrengend, als die beim Ackerbau und dadurch, daß fast gar keine Geräthe gebraucht werden billiger und daher leichter ausführbar, wie auch sie gegen Entwendungen der nomadistrcnden Beduinen besseren Schutz gewähren, als ein Getreidefeld. Ich verweise auf den Canton Thurgau (Schweiz), der jährlich fstr 2 Mill. Francs Obst und Vieh ausführt und sich lieber sein Getreide aus Bayern holt, wofür er jährlich kaum die Hälfte der obigen Summe zurückzahlt. — Die häufigen elementaren Calamitäten (Heuschrecken, Trockenheit, Ueb< rschwemmungen) im heiligen Lande, würden beim Wiesenbau rc. nicht so verderblich sein, wie beim Ackerbau, wenigstens der Verlust deö Saatkorns w'e der der Arbeitskraft fielen weg. — Ja durch zahlreiche Anpflanzung von kräftigen, nicht zu sehr zarten Obstbäumen, welche der rasch wechselnd n Temperatur eher widerstehen, werden sogar die Elemente (Feuchtigkeit und Trockenheit) in Etwas geregelt, d. h. mehr >n Ucbereinstimmung gebracht; denn angepflanzte Hügel oder Anhöhen ziehen die Wasserwolken weit eher an sich und bewirken eher R:ederschlag, a's kahle. — Ebenso geben die Wurzeln der Bäume von der in der nassen Jahreszeit zu viel aufgesaugten Feuchtigkeit während der Trockenheit den Ueberschuß zurück und reguliren zugleich den Wasserstand der Brunnen oder Cisternen. Eine künstliche Berieselung der Wiesen, die in einem Gebirgsland sehr leicht ausführbar ist, könnte für den späteren Ackerbau, wenn die Bevölkerung erst dichter geworden ist, von großem Vorlheil sein. — Für den Ueberschuß an auSgeführtem Vieh (resp. geräuchertem oder gesalzenem Fleisch) und (getrocknetem) Obst nach den Häfen des mittelländischen Meeres, könnte das fehlende Getreide in Egypten oder in andern getreidereichen Gegenden, angekauft werden, und dadurch zugleich unsere Kolonisten in steter Verbindung mit den Glaubensgenossen in der Levante bleiben. — Die Aufgabe wäre also vor allen Dingen: 1) Beschaffung von fertigen eisernen oder hölzernen Häusern, wie solche von England für Amerika angefertigt werden, und die in wenigen Stunden aufgebaut werden können. 2) Ankauf und Mitnabme von jungen Bäumen und Pflanzen aus europäischen, re p. deutschen Baumschulen, sowie sofortige Anlagen, letzterer auf unserem heiligen Boden in Palästina. 3) Beschaffung guter, praktisch zu gebrauchender Unterrichtsbücher, a) über Anlage und Bewirthschafsung von Wiesen, b) über die praktische Viehzucht und ä) über Anpflanzung von Obstbäumen und und deren

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