Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-01-02 · Heft 1 (2.1.1867) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 1 (2.1.1867)
Date
1867-01-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447293--04790-2460263
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

13 6. rw”D"m \d 3py’ 'i Einer handschriftlichen biographischen Skizzirung der Rabbiner aus Worms entnehme ich folgende Beschreibung eines hochgestellten Gesetzlehrers im 16. Jahrhundert. R. Jakob von Worms, berühmt als großer Gelehrter in allen Zweigen der jüdischen Wissenschaft, war der Sohn des bekannten Wormser Geschäftsmannes CHajim vom Hause Juda. Dieser wohlhabende Mann hatte noch zwei andere Söhne, ebenfalls gelehrte Rabbiner, deren Namen Bezalel und Heil mann waren. Beide jedoch werden mehr wegen ihrer Kinder als ihrer eignen Gelehrsamkeit gefeiert. Der Eine war Vater der vier berühmten Brüder: Chajim, Löwe, Simson, und Sinai; der Andere von dem gelehrten Samuel der Deutsche. Jakob von Worms, um's Jahr 1500 geboren, war lange einer der vorzüglichsten Gottesgelchrten in Deutschland, als ihn der Kaiser Ferdinand I. zum Oberhaupt und Oberrabbiner aller deutschen Gemeinden ernannte: :jdvx huidn yjb i"2-rr bwi, wie David Gans sich im in noy ausgedrückt. Da diese Ernennung vom Kaiser allein ausging, so nannte man ihn: 21 Di:"p, Kaiserlicher Rabbiner. Er starb 1563 kinderlos, hatte aber den Trost, daß sein Name durch seine gelehrten Neffen fortgepflanzt wurde. 7. VlIPQ 'l nJDDD pnSP 12 DJIJD 'l Menachem den Jsaac, vulgo R. Mendel, ein polnischer Rabbiner aus dem XVI. Jahrhundert. Er war ein gelehrter Gesetzlehrer und bekleidete mehrere der größeren Rabbinate in Polen, unter anderen zu Lodomir und zu Krakau, wo er im Jahre 1599 das Zeitliche segnete. In Krakau sammelten sich um ihn viele ausgezeichnete Schüler namentlich aus Deutschland, als Elias Louans, wie dieser in der Vorrede zu seinem handschriftlichen Commentar zum Sohar bezeugt. Louans nennt ihn dort: „R Menachem Mendel R. Abigdors" er selbst zeichnet sich, in einer Approbation zum Matnat Kehuna vom Jahre 1587, und in einer Andern zum Luach Ha-Dikduk vom Jahre 1569: „Menachem ben Jsaac genannt R. Mendel R. Abigdors." Erst während der schweren Krankheit an der er starb, erhielt er nach den Namen „ Jsaias " und so wurde er auch in seinen Commentarien zum Pentateuch 'n 1122 onifia, die nach seinem Tode gedruckt wurden, genannt. Falk Cohen, in seinem Dnoiip, Seite 7 §. 9. erwähnt ihn unter dem allgemeinen Namen „R. Mendel" und in den Rga. R. Joel Sirks Nr. 76, wird er „R. Mendel N. Abigdors" bezeichnet. Diese verschiedenen Benennungen haben viele Jrrthümer erzeugt, die zu berichtigen sind. Die ,,'n 1122 omaa" wurden in Krakau 1614, bei Jsaac ben Aron aus Proßitz, in 4°, 84 Doppeltseiten stark, gedruckt. In demselben Druck erschien von unserem Verfasser nnov ppn, wie Falk Cohen in obengenanntem DiDiip bezeugt 8. iniyo'i nnann poa pn«' 12 nn:o 'i Wird man mir verzeihen, wenn ich hier, einige Worte über einen Zeitgenossen und Namensverwandten des Menachem ben Jsaac, vulgo R. Mendel sage? Menachem ben Jsaac Bacharach, vulgo R. Mendel, war einer der vorzüglichsten Rabbiner von Frankfurt am Main, College und Freund des R. Alexander ben Jsaac Cohen. Beide waren im Jahre 1574 die Repräsentanten der Gemeinde von Frankfurt (Gemeinde-Buch de Anno 5334) und bewahrten die Rechte der jüdischen Bürger der Stadt. R. Mendel Bacharach genoß die Achtung und das Zutrauen der ganzen israelitischen Bevölkerung Frankfurt's. Er war in den theologischen und weltlichen Wissenschaften wohl unterrichtet und leistete seinen Religionsgenossen wesentliche Dienste. Als ein Nachkomme, wie es scheint, von R. Menachem Bacharach aus Worms, von dem die R. g. a. Scherith Joseph, Nr. 36 einen Rechtsbescheid enthalten, wurde er in jener Stadt begraben. (Forts, f.) •rs oy p? fop niy) (Nach Inhalt, Reim und Rhythmus.) Von Abraham Tendlan. Freiheit hat Jeglichem heut' Er gewährt, Wird Euch beschützen, wie Auge so werth, Hold sei Eu'r Namen und nimmer zerstört, Bleibt denn am Sabbat am häuslichen Heerd. — Tempel und Hall' freu' wieder sich Dein! — Daß doch ein Zeichen des Heils mir erschein'! — Pflanz in den Weinberg die Rebe mir ein! — Laß mein Flehen vergeblich nicht sein! — Hemmtest Bozra's blutige Bahn,2) — Babel's auch, das mächtig gethan, — O zerstöre der Feinde Plan! Höre mein Flehen, ich rufe Dich an! — Laß auf den öden Bergeshöh'n Ceder und Myrthe wieder ersteh'n!3 Meister und Jünger mögen sie seh'n, Deinen Frieden in Wogen geh'n!*) — 1) Die hebr. Dichtung ist nach einem sich wiederholenden Akrostichon von Dunasch. 2) Vergl. Jes. 63. 1. 3) Vergl. Jes. 41, 19. 4) Jes. 49, 18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.