Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1867)
- Date
- 1867-01-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 sität so schon verbindet, erzielt werden konnten. Seinen Bemühungen ist es hauptsächlich zuzuschreiben, daß die israelitische Gemeinde und auch die Stadtgemeinde von einer Contribution verschont geblieben. Freitag den 20. d. l^gte Herr Bürgermeister Blau in einer Audienz, die ihm und dem Bürgermeister der christlichen Gemeinde, Herrn Lahner, gewährt wurde, dem preußischen Monarchen, die Bitten der Stadt und Judengemeinde vor, sie mit einer Contribution zu verschonen, woraus König Wilhelm die lakonische Antwort gab: „Da Oesterreich am Kriege schuld ist, so muß es auch meine Armeen verpflegen; Contribution verlange ich keine. Adieux." Die Herren Bürgermeister waren entlasten. Die zahlreichen Gerüchte über die ungeheure Contribution, die der Judengemeinde erst auferlegt und dann erlasten wurden, sind also sämmtlich erlogen. Ebenso unwahr ist auch das nicht übel ersonnene Histörchen, das ein jüdisches Blatt auftischte, von der Audienz des Rabbiners und der Gemeinderäthe, sowie von der Beschenkung der Armen und derlei Münchhausiaden mehr. Der Erfindungsreichthum mancher Journale bewährte sich hier auf das schönste. Unter all' den zahlreichen Episoden, die die Zeitschriften vor und nach der Occupation mittheilten, ist kaum eine, die genau betrachtet, den Stempel der Wahrheit an sich trägt. Folgende Facta, die Referent selbst gesehen, mögen zur Charakteristik der Zeit einen kleinen Beitrag liefern. G. KarpeleS. (Fortsetzung folgt.) Arad. Nahe bei unserer Stadt wurden unlängst unter einem Steinhaufen die Leichen fünf ermordeter Glaubensgenosten gefunden. Zweien waren die Köpfe abgeschnitten und die anderen hatten Knebel im Munde und waren ihnen Hände und Füße abgeschnitten. Die Leichen waren ihrer sämmtlichen Kleider beraubt. Wer diesen schrecklichen Mord begangen, ist noch nicht bekannt. (Jbri Anochi.) Frankreich. Paris, 20. Dec. Noch ist nicht aller Eifer für die heiligsten Interessen unseres Volkes erkaltet, noch gibt es Männer unter uns, die einen Opfermuth und eine hingebende Liebe für dieselben hegen, welche allen Hindernissen Trotz bieten, und die merkwürdigerweise durch ihr edles Beispiel selbst diejenigen für ihre echt jüdischen Bestrebungen zu gewinnen wissen, die man gewöhnlich zu den Indifferenten, Kleingläubigen oder gar zu den Ungläubigen zu zählen pflegt. Hiervon lieferte neulich einen glänzenden Beweis der Herr Rabbiner Natonek aus Stuhlweißenburg, der trotz seiner schwachen Gesundheit mitten im Winter seine Familie und seine Gemeinde verließ, und Alles aufls Spiel setzte, um eine große Reise im Interesse der Zukunft unseres Volkes, unserer Religion und des heiligen Landes unserer Väter zu unternehmen. Nachdem ervorher mit Herrn Rabbiner Kalischer aus Thorn, diesem bekannten Vertheidiger der großen Idee, jenes Land wieder urbar und bewohnbar zu machen für alle diejenigen unserer Glaubensbrüder, deren frommer Blick sich stets nach dem Ursitze unserer Religion richtet, so wie mit andern bewährten Männern Israels über seinen Reiseplan sich verständigt hatte, kam er hierher um die Alliance israelite universelle für diese große Idee zu gewinnen, dti n^sn 'm, und der Allwissende, der Nieren und Herzen prüft, ebnete seine Wege; seine mit großer Beredtsamkeit ausgedrückten Gedanken und Gefühle fanden überall Sympathien; das Centralcomitv der „Alliance" wurde mehre Mal speciell zu dem Zwecke zusammenberufen, seinen Vorschlag entgegen zu nehmen und die Mittel und Wege zu prüfen, welche am geeignetsten wären, den Colonisationsplan auszuführen. Es wurde beschlossen, daß der Präsident der „Alliance," Herr Adolph Cremieux, sich mit den höchsten türkischen Behörden in Verbindung setzen soll, um die Bedingungen zu erzielen, unter welchen in Palästina Land angekauft und durch unsere Glaubensbrüder angebaut werden kann. Zu diesem Zwecke sollen, nach dem Vorschläge, den schon früher R. Kalischer machte, Ackerbauschulen im heiligen Lande gegründet werden. Herr Albert Cohn erklärte sich bereit, die Oberleitung der in Palästina zu gründenden Schulen zu übernehmen. Das Centralcomite wird bereitwillig die finanzielle Verwaltung der Fonds übernehmen, welche zum Zwecke der Colonisation und der Ackerbauschulen in Subcomite's gesammelt worden, die theils bestehen, theils auf Veranlassung des Centralcomite's, welches R. Natonek damit beauftragte, erst gebildet werden sollen. Ein sehr ausführliches Schreiben des Herrn Cremieux, als Präsidenten der „Alliance," an den Herrn R. Natonek, welches ich Ihnen in meinem nächsten Brief in deutscher Uebersetzung mittheilen werde, spricht sich über den Colonisationsplan eingehend aus. Besondere Empfehlungsschreiben erhielt außerdem Herr R. Joseph Natonek von Herrn Albert Cohn und dem Großrabbiner von Frankreich, dessen erster öffentlicher Schritt im Interesse des heiligen Landes zeigt, daß sein Herz warm für unsere Religion und unser Volk und dessen hohe Bestimmung schlägt. Folgendes mit seinem Amtsstegel versehenes Schreiben gab er dem Herrn R. Jos. Natonek auf die Reise mit: p’S i'a-tn roum ‘i nr üptsw *6 D»iwrv narn« *6. „Mit Freuden schließe ich mich der Alliance israelite und dem Herrn Cohn an, und sage ich die besten Wünsche für den glücklichen Erfolg des Unternehmens des Herrn R. Natonek und für die Verwirklichung seiner Hoffnungen, welche auch die unsrigen sind nsarn “irDttfi* dn, es ist eine unserer gebieterischsten Pflichten, an Jerusalem zu denken, nicht nur an seine Vergangenheit und Gegenwart,