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Der Israelit · 1867-01-02 · Heft 1 (2.1.1867) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 1 (2.1.1867)
Date
1867-01-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 Auch da- Unternehmen -u Gunsten der Falascha'S in Hadessyvien hat durch die dvrtigen Unruhen und Kriege einen Aufschub erleiden müssen. Soüte» die Zustünde dort einen ruhigeren Characker annrhmen, so «erden «ir nicht verfehlen, das Project wieder aufzunehmen. In Tunis und Tripolis wohnen seit neuerer Zeit die Juden in Ruhe und Sicherheit; in Algier sind auch die eingeborenen Juden als Franzosen naturalifirt worden; in Marocko war die Verwendung unseres Montefiore von bleibendem, heilsamem Einflüsse. Selbst am Cap der guten Hoffnung und im Kasfernlande wchnen wohlhabende und einflußreiche Juden; ebenso in Australien; in Melbourne »nd Sidney existiren bedeutende, jüdische Gemeinden und auch in andern Städten des genannten Erdtheils werden von Jahr zu Jahr neue Synagogen dem Gotte Israels errichtet. Nirgendwo aber ist die Bedeutung und der Einfluß unserer Glaubensgenossen sogroßartig wie in den vereinigten Staaten von Nord-Amerika. Auch des orthodoxe Judenthum beginnt sich endlich dort zu ermannen, und so steht zu hoffen, daß die trüben jüdisch-religiösen Zustände in jenem großen, mächtigen und reichen Lande bald eine erfreulichere Gestalt annehmen werden. Sehr trüb sind diese Zustände in Südamerika; von Rio de Janeiro und Fernambucv brachten diese Blatter traurige Berichte; bcffer lauten sie vom Norden, von Quebeck, wo es noch gesinnungstüchtige Juden geben soll. Du bist uns, geehrter Leser, auf unserer Rundschau über den ganzen Erdboden gefolgt; kein noch so fernes uud entlegenes Land, wo die Nachkommen Jakobs sich nicht angefiedelt hätten! Die Zerstreuung der Lämmerheerde Israels über den ganzen Erdboden ist der göttlichen Verheißung gemäß zur Wahrheit geworden; mögen nunmehr auch die Verheißungen der vollkommenen Erlösung sich erfüllen! IeitrmgSirachrichten und Corresporrdenzerr. Deutschland. Wünzbnng. (An den aus „ Unlerfranken " schreibenden Correspondenten der „ Ztg. des Irrdenth." ©. Nr. 51 v. I.) Ost schon, verehrter Herr Correspondknt, habe ich mir die Frage vorgelegi, welche Beweggründe Sie wohl zu so beharrlich fortgesetzter Verfolgung unserer Anstalt antreiben. Sie haben bis jetzt noch keinen Vorwurf formulirt; halten Sie Sich versichert, daß von Seiten der Anstalt sich bessere Erkenntniß nicht verschließen wird, sagen Sie doch einmal „unverblümt," was Sie ausznsetzen haben. Glauben Sie denn durch Ihre unmotivirten Schmähungen etwas Heilsames zu stiften? Zwischen Ihren Zeilen glaube ich zu lesen. Sie seien der Meinung, es werde bei uns zu viel Gewicht auf die hebr. Fächer gelegt. Nun wohl, es mag das charakteristisch an unserer Anstalt sein. Aber ich möchte fragen, ob nicht sämmtliche Lehrer Bayerns Religionslehrer und ob nicht 90 Procent derselben nur Religonslehrer sind. Wenn dem aber so ist, warum soll denn nicht dem religiösen Elemente bei der Bildung der Lehrer auch besonders Rechnung getragen worden? Haben Sie denn noch nichts von den durch ganz Deutschland — Bayern nicht ansgurommen — gehenden Klagen der Gemeinden über mangelhafte religiöse Ausbildung der Lehrer vernommen? Und fassen wir die Sache (was wir sonst nicht thun) ganz geschäftsmännisch auf, sehen wir ab von dem "noWi ton min l’-.y ’Jtt, das wir sonst festhalten, so können wir die Erfahrung nicht abweisen, daß die meisten Lehrer ihre geistigere, pecuniäre und gesellschaftliche Stellung ausschließlich ihrer bessern religiösen Bildung verdanken, so daß sich nicht selten bei dem Lehrer die Sätze bewähren .nur miD;w *ncp mm dk Aber Sie glauben vielleicht, wir leisten in den deutschen Fächern nicht so viel als das königl. Seminar. Wir können uns hingegen aus die Thatsache berufen, daß unsere jüngst entlassener: ersten Zöglinge viel bessere Prüfungen machten, als seit lange die israel. Zöglinge des königl. Seminars, obschon erstere dort bei der Prüfung keinen besonders günstigen Standpunkt haben, insoferne die Examinatoren den Bildungsgang der Seminar-Zöglinge genau, den der nnserigen aber gar nicht kennen. Ich kann sogar Nachweisen, daß in manchen Fächern bei uns mehr geleistet worden, als im Normative, rvelches im königl. Seminar stricte maßgebend ist, vorgeschrieben wird. Die Möglichkeit, daß wir trotz des umfänglichen hebr. Unterrichts im Deutschen mit dem königl. Seminare concurriren können, erklärt sich aber sehr leicht. Abgesehen von dem sehr ausgedehnten musikalischen Unterrichte, der sehr viele Uebungszeit in Anspruch nimmt, ist dort die Aufgabe viel schwieriger zu lösen. Dort sind etwa 100 Zöglinge in zwei Klassen, wir haben den fünften Theil hievon in drei Klassen. Wir können jedem einzelner: Zögling und jeder einzelnen Arbeit unsere besondere Aufmerksamkeit zuwenden, was im königl. Seminare beim besten Willen nnthrmlich ist. So ist z. B. die genaue Correktur und Besprechrrng der schriftlichen Aufsätze durch den Lehrer, wenn auch wöchentlich nur ein Aufsatz geliefert wird, bei 50 Zöglingen eine unausführbare Sache; während cs bei uns, wenn auch mühsam, doch möglich ist, allwöchentlich einen größern und zwei kleinere schriftliche Aussätze genarr zu corrigiren und zu besprechen. Bei 50 Schülern in einer Klasse werden wohl Wochen vergehen, bis an einen Zögling

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