Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1866)
- Date
- 1866-12-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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873 scher Nationalitäten in Algerien hat die Veranlassung gegeben, der Differenz bezüglich der Lebensfähigkeit der verschiedenen Raffen und der verschiedenen Ursachen und Wirkungen neuerdings größere Sorgfalt zuzuwenden. So haben z. B. gegen alle Bermuthung die Südländer, besonders aber die Corsicaner, unter allen Nationalitäten der Continqente der großen Armee Napoleons die russische Campagne am Besten ertragen. Diese innewohnende Elasticität der Functionen bemerken wir gerade bei solchen Nationalitäten, deren Vaterland von einem Extreme der Temperatur in das andere fällt, wo strenge Kälte mit großer Hitze abwechselt! Palästina ist nun ein solches Land und die jüdische Rate hat gerade das Privilegium, sich in jeder Zone acclimatisiren zu können. In ganz Europa, (außer Spanien und Norwegen,*) wo kein Jude wohnen darf), in ganz Asien, lebt der Jude wie zu Hause. Selbst in Afrika verträgt er das Klima so gut wie die eingeborenen Stämme. Marocko zählt 340,000, Algier 80,000 Juden und eine große Anzahl jüdischer Abkömmlinge existirt in Abyssinien, in den Gebirgen deS Atlas und selbst im Süden bis nach Timbuktu. vr. Neufville aus Frankfurt constatirt, daß das durchschnittliche Lebensalter der Juden in jener Stadt 48 Jahre und 9 Monate beträgt, während dasjenige der übrigen Bevölkerung sich nur auf 36 Jahre und 11 Monate beläuft. Während der ersten fünf Lebensjahre beträgt die Zahl der Todesfälle unter jüdischen Kindern kaum die Hälfte als unter einer verhältnißmäßigen Anzahl christlicher Kinder. Ein Viertel der letzteren stirbt, ehe sie noch das siebente Lebensjahr erreicht haben, während unter den ersteren drei Viertel ein Alter von 28 Jahrm erreichen. Die Hälfte der Christen stirbt zu 36 Jahren, währenddem die Hälfte der Juden das 50. Lebensjahr erreicht. Ueber 59 Jahre und 10 Monate wird man nur ein Viertel der christlichen Bevölkerung am Leben finden, während ein Viertel der Juden 71 Jahre alt wird. vr. Glatter hat den Vergleich aufgestellt zwischen der Lebensdauer der jüdischen Race und der dreier anderer Nationalitäten des österreichischen Staates, wodurch er folgende Wahrnehmung gemacht hat: Von tausend gestorbenen Personen kommt die Anzahl derjenigen, die ein Alter zwischen 70 und Hundert Jahren erreicht haben — von Ungarn 54, 4; von Croaten 70, 6; von Deutschen 86, 7; und von Juden 120, 0. Die große Lebensfähigkeit der Juden wurde auch von Haller wahrgenommen und von demselben ihrer Mäßigkeit und ihrer sorgfältigen Diät zugeschrieben. Zweifelsohne muß Mäßigkeit zu den Ursachen der Lebensfähigkeit gezählt werden, vielleicht gar zu den *) In Christian» besteht bekanntlich seit neuester Zeit eine jüdische Gemeinte, ebenso wohnen in Spanien einzelne Juden, wie wir hierüber schon öfters Berichte brachten. Red. des Israelit. Hauptfactoren derselben; es scheint jedoch nicht unwahrscheinlich, daß dieselbe Kraft, die ihnen die Fähigkeit, Bürger eines jeden Klima's zu werden, auch mitwirkt, ihre Lebenszeit zu verlängern. (London Review.) W e st i n d i e n. L<r Havanna. Unser Glaubensgenosse, Herr Godvolle aus Metz, der sich unter den aus Mexico zurückkehrenden französischen Truppen befand, starb während des Aufenthalts seiner Brigade in dem hiesigen Hafen. Herr Godvolle war militärischer Sousintendant und gehörte dem mexicanischen Corps mehrere Jahre an. Derselbe war erst sieben und zwanzig Jahre alt und hatte bei seinem schon so frühem Avancement Aussicht, eine glänzende Carrwre zu machen. Feuilleton. 121. ri'2 Gallerte -er Rabbiner. Erste Centurie. (Fortsetzung.) Aus Jabez Selbstbiographie entnehmen wir folgendes Bild, das er von seinem Vater entwirft: Zebi Askenasi war von Natur sehr zart und schwach, aber dennoch schön von Gestalt und schön von Ansehen. Er verstand sechs Sprachen, Spanisch, Italienisch, Türkisch, Ungarisch, Deutsch und Hebräisch. Seine Diction in letzterer war eine reine und elegante, wie aus seinen Schriften zu ersehen ist. Seine Weltkenntnis war bekannt, sie verschaffte ihm Zutritt bei den Herrschaften, unter denen er lebte. Auch war er in vielen Wissenschaften bekannt, besonders in der jüdischen Wissenschaft, wo er ganz Meister war. Die heilige Schrift, die Mischna, der Talmud, die alte und neue Gesetzlehre waren geläufig in seinem Munde. Auch die kabbalistischen Schriften, der Sohar, die Tikunim und Jsaac Laurier waren offene Bücher für ihn: Sein Gedächtniß war groß, seine Lehrmethode ausgezeichnet. Seine Tugenden als Mensch und Rabbiner waren allgemein bekannt, er war mit Jedem freundlich im Umgänge, liebte die Einfachheit und haßte jeden Prunk. Daher war es ihm vergönnt bei Vermögensunglücke und kleinem Gehalt eine zahlreiche Familie aufzuziehen, ohne Jemandem zur Last zu fallen. Ueberhaupt war er ein Feind von jedem Geschenke und jede Begünstigung, außer seinem bestimmten Gehalte, wies er entschieden zurück. Außer den oben erwähnten: '22 22,-r