Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1866)
- Date
- 1866-12-19
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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859 im Austrage Gottes unter seinem Volke oder unter einem andern, wie z. B. Jona, wirkte. Was man hingegen nur als Geschriebenes vorfand, was niemals gesprochen, sondern nur von den Propheten für sich niedergeschrieben worden war, das konnte nicht unter dem mächtig wirkenden Einfluß dennom rvi eingegeben sein, denn sonst hätte es müssen gesprochen werden, das mußte unter dem schwächer wirkenden Einfluß des w-ip.i nn geoffenbart sein — und so fand dies alles seine Stelle unter den den „Schriften". Halten wir also diesen einfachen Unterschied fest, daß die Reden nebst ihrem historischen Hintergunde die Ordnung der „Nebiim", das nur Niedergeschriebene die der Kethubim bilde, so erklärt es sich leicht, warum die Klagelieder, die Psalmen, die Sprüche Salom., das Hohelied, Koheleth, das B. Ruth den Kethubim eingereiht sind, wenn auch darunter Bücher von Jeremias und Samuel herrühren, und andere derselben älter als die Prophezeiungen des Jesaias u s. w. sind. Enthalten ja diese Bücher nicht Reden, sondern Lieder, Sentenzen und Betrachtungen. Ebenso aber erklärt sich auch die Stellung des Buches Daniel. Was Daniel geschaut, hat er niemals gesprochen, nur niedergeschrieben hat er die proph. Gesichte, die er gehabt, und konnte deshalb sein Buch nicht den Nebiim, sondern mußte es den Kethubim eingereiht werden. Wir sind jetzt an den Schluß unserer Abhandlung gelangt. Wir haben nicht allein nachgewiesen, daß die Stellung des Buches Daniel unter den Kethubim nicht allein die Authentie dieses Buches nicht erschüttert und dessen Alter in Frage stellt, sondern sogar erörtert, warum dem Buche gar keine andere Stelle angewiesen werden konnte. Mögen aber auch noch nicht alle Zweifel getilgt sein, die man gegen unser Buch gehäuft hat, aber sie werden schwinden. Es wird die Zeit kommen, da unser Buch, nicht mehr angezweifelt, vor allen Menschen in seiner göttlichen Schönheit und seiner alten Pracht wieder hellstrahlend dastehen wird, eine Erinnerung aus der Zeit gottbegeisterter Männer, ein Hoffnungsstern für eine schönere Zukunft! Erwiderungen von vr 4. kliläesüeimer. (Unlieb verspätet.) Der Güte eines meiner Freunde verdanke ich die Gelegenheit, eine Selbstrechtfertigung zu schreiben Ich erhielt nämlich heute von demselben Nr. 14 der „Neuzeit", in welcher sich Herr Fasse! das Vergnügen macht, sich mit mir zu beschäftigen, was selbstverständlich jedem unbenommen bleibt. Jndeß hat die Medaille auch eine Kehrseite. Das heißt rücksichtlich der Ausdrucksweise gedenken wir hier nicht zu rechten; diese lassen wir dem F. und Consorten herzlich gern. Sich darüber zu echauffiren, wäre wirklich zu viel Ehre; wissen wir doch schon längst, daß eben wenig Wolle nur durch viel Geschrei an den Mann gebracht werden kann. Jndeß wollen wir den Leser ein wenig an dem ergötzlichen Spsctacel theilnehmen lassen, und die edlen Ausdrücke des Herrn O. R. exzerpiren. „Aber zu sagen, wie der Herr Or. (soll heißen, aber „wie der Herr vr. zu sägen) . . . das kann nur Unwissenheit oder Heuchelei sein." „Ich will nicht geltend machen, da fast . . . so hört es auf . . (aber bitte, Herr O. R.> doch wenigstens ein wenig deutsch zu schreiben. So ist doch jedem Schüler der II. Normalklasse die syntaktische Satzfolge bekannt, wonach es heißen muß, „„daß, da fast . . . es aufhört . . oder soll ich hier auch sagen, das könne man von einem F. nicht verlangen?) Nun kommen zwei selbstständige Sätze, nach denselben ein Semikolon, und jetzt der Nachsatz des allerersten Satzes (schönes Geschreidä das!), denn um solches zu erfassen, muß man combiniren, das kann ich von Herrn vr. nicht verlangen" (was übrigens demselben sehr gleichgiltig). „Ich will . . ., denn eine Rabenu Jona-Stelle zu wissen, kann ich ebenfalls von Or. H. nicht verlangen . . . (Natürlich!) Ich frage nun, wie ist ein Rabbiner zu nennen, den solche klare Sch. Az. unbekannt find. Oder, wie ist er zu nennen, wenn er sie kennt, aber in rlei Aloriain desaguirt." Entkleiden wir nun diese Großsprechereien ihrer Verbrämung, die zum Handwerk gehören; so rückt Herr F. gegen uns, die wir das Besuchen von Synagogen ohne Frauengallerien wegen riwro für verpönt erklärten, und worüber leider Herr F. (trotzdem derselbe, wie er ausdrücklich bemerkt, der Sache selbst zugestimmt habe, wofür ihm die Sch. N. eine Dankadresse zusenden sollte) „mehr als indignirt wurde" (was uns herzlich leid thut) mit folgenden nvw.i heraus: 1) Da heutige Frauen ihre Haare nicht mehr verhüllen, so höre dies (nach O. CH. 75 2 Anm.) auf, Tvip zu sein. 2) Nach R. Jona ist nur das anhaltende Hinstarren, nicht das bloße Hinsehen verboten. 3) Wenn man die Augen höchstens gar abwendet, so falle das Verbot weg. (Or. CH. ibid. 6 Tur. hasa. u. Mag. Ab.) 4) Selbst bei Schmutz (1x12), wo doch Wegwenden nichts nützt, ist das Beten, wenn ersteres 10 O'kisv, unbedenklich. Ich habe hierauf folgendes zu sagend) aä 1. ») Ber. 24 a. wird nisv und piw namhaft gemacht, 12 "xi (bei i"2 und nbL zur Stelle moniren, daß die Specificirung von überflüssig sei, welche 1) Die folgmdeAuseinandersetzung ist nur für Sachverständige genügend, da ich bei der Beschränktheit des mir zu Gebote stehenden Raumes die Hoffnung ausgeben muffle, diese meine Combinationen auch Andern zugänglich zu machen. Ich ersuche nun meine College» und sonstige Talmudbefiiffenen, alle hier nur kürzestens angegebenen Stellen nachzuschlagen; und gebe ich mich der Hoffnung hin, daff.-ihnen di^e-Mühe nicht ganz unbetohnt bleiben wird.