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Der Israelit · 1866-12-19 · Heft 51 (19.12.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 51 (19.12.1866)
Date
1866-12-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ieitu«gSnach»ri«Hten und Corresponde»zeu. D e u t s ch l a n d. HKürz-nr^, Chanuka. (An den „aus Unterfranken" schreibenden Correspondenten der „Zeitung des Judenthums.") Sie haben, sehr verehrter Herr, in der Z. d. I. wieder einmal einen Artikel geliefert. Daß ein solches Ereigniß nicht ohne Ausfälle auf die israelitische Lehrerbildungsanstalt ablaufcn dürfe, das scheint sich bei Ihnen von selbst zu verstehen, so daß die meisten Leser des von Ihnen bedienten Blattes das periodisch wiederkehrende „aus Unterfanken" ungelesen lasten, weil sie seit zwei Jahren im Voraus wissen, was unter dieser Devise ihnen geboten wird. Eine Erwiderung auf Ihre vermeintlichen Angriffe erscheint fast als Thorheit; denn Ihre unparteiische Gönnerin nimmt bekanntlich keine Entgegnung auf, und andere Blätter immer mit solchen zu behelligen, ist nicht billig. Zudem meinen viele Leute, die nicht eben übelwollend find, Ihre Artikel würden Ihnen von Ihrem Haste gegen den ehrwürdigen Herrn Distr.-Rabbiner Barnberger diktirt, oder vom Eigennutze, oder Sie wären von der Tendenz Ihrer Patronin, Alles, was nicht von ihr ausgeht, in den Staub zu ziehen, angestrüt. Was soll unter solchen Umständen eine Erwiderung! Allein ich mag dem nicht beistimmen, wie sehr Ihre verschiedenen Artikel diese Annahme zu rechtfertigen scheinen. Als Jsraelite hatte ich mich verpflichtet, die redliche Absicht eines ehrlichen Zeitungscorrespondenten bei Ihnen voraus msetzen; freilich müssen Sie eS Sich dann auch gefallen lasten, wenn ich mich ebenso verpflichtet erachte, nnir» nm.-i rnsv bei Ihnen auszuüben und Ihnen die Unwahrheiten, Welche Sie zweifelsohne. in redlichster Absicht verbreiten, vorzvhalten, Sie müssen fich'L gefallen lasten, wenn ich Ihnen bewerfe, daß Pie eine gute Sache bekämpfen, ohne daß Sie bisher im Stande waren, auch nur den Reinsten Makel an derselben nochzuweisen. Ueber die wegwerfende Art, mit welcher Sie über den ehrwürdigen Herrn Distrikts-Rabbiner Bamherger spreche«, Will üh kein ÜrtheH Men; Viele meinen aber, ha derselbe unbestritten ein p und ein ehrlicher, -as Gute mit allen Kräften erstrebender Mann ist , sp sei diese Pehanbsungsffeise, selbst bei abweichender religiöser Anschauung, Frivolität Ausdruck gemeiner Gesinnung, die — wenn Sie den Ausdrück wollyl — an dem Gegner die nicht 'abznleugmnden BvrKge nicht zu schätzen weiß. — - Der Ton» die ganze Haltung Ihrer Artikel, zeigt unverblümt von eistem verbissenen Ingrimm, man möchte fast' BdSheil sagen, hinter «Scher es schwer wird, eine redliche Absicht zu finden; -ie Worte ander .-irwm, welche Sie citiren, legen die Vermuthung nahe, es schweben Ihnen Flüche gegen unsere Anstalt aus der Zunge; Ihr Streben, die Jugend von dem Besuche derselben abzumahue», erinnert unwillkürlich an Bileam, der zur Verführung griff, sein irrp'tt -)b ausrief, als das Verfluchen chm versagt war; redlich erscheinen Sie mit Ihrem ziemlich herbsigeholten Citate (König!. 22, 11.) in nickt sehr wahrhaftliebender Gesellschaft, was wohl die Ursache sein mag, daß. Ihnen mehrere Unwahrheiten aus der Feder geflossen. So sagen Sie mit lächerlichem Bombast, der. wahrscheinlich die Unwahrheit weniger durchscheinen lasten soll, es sei unsrer Seit« gehofft worden, unsre Anstalt werde in der neuen Schulordnung officiell für die fränkischen Kreise als Lehrerbildungsanstalt vorgeschrieben werden. Das ist eine Lüge, für welche Sie verantwortlich bleiben, bis Sie durch Worte oder Handlungen von unsrer Seite die Wstevz di ser Hoffnung constatirt haben. Eher möchte ich glauben, daß eine solche Eventualität Ihnen erwünscht gewesen wäre, damit diese. Anstalt für Sie leichter Gegenstand der Denunciation bei den hohen Behörden und der Einmischung Ihres Bannerchefs, (wie beim rheinländischen Seminar) geworden wäre. Erscheint Ihnen unbequem, daß unsere Anstalt so ganz außer dem Bereiche Ihrer Angriffe steht. Wir wissen aber zu gut, waS unserer Sache frommt, als daß wir uns solchen Hoffnungen HLiegeben sollten, es ist uns zu sehr um die Sache zu thun, als daß wir nach. Schein Haschen sollten. Auch das ist unwahr, daß die Anstatt in der nxpen Verordnung ganz unberücksichtigt geblieben, weßhalb Ihr Triumph darüber ganz unberechtigt ist. Da Z 47 eovt. Z 3 sagt, die Israeliten dürfen ihre Seminarbildung in eigenen Anstalten sich verschaffen, so hat unsere Anstatt hiedurch eine gesetzliche Basis erlangt, während sie bisher nur auf specieller Genehmigung beruhete. Ferner wollen Sie constatireu, daß, wie Sie erzählen hörten, einige der aufgenommenen Zöglinge »eine njcht geringe Zahlung pränumerando nach preußischem Cpntribütions-Muster leisten mußten". NW, es mag damit constatirt sein, daß Sie das erzählt Haben, ich aber kann nicht umhin, zu constatiren, daß Sie damit eine Unwahrheit verbreitet haben. Wenn es übrigens auch wahr märe, so bliebe Ihr Vergleich mit „Kontributionen" immerhin eben so abgeschmackt als malittös; denn es ist schwer einzusehen, warum unsere Anstalt, wenn sie überhaupt in der Lage wäre, Zahlungen zu verlangen, diese nicht ebensogut als andere Anstalten pränumerando verlangen dürfe; aber Ihre so geistreich auf Md gegründete^ Hoffnung, die Zahl der in unsrer Anstalt Aufnahmesschenden werde sich stets vermindern, wird sich eben

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