Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1866)
- Date
- 1866-12-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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850 chem Lsidenven unter unseren Brüdern Trost und Hilfe zu bringen, nach ihren Bedürfnissen zu fragen und ihre Wünsche bekannt zu machen. Möge es uns noch in unserem Leben hienieden vergönnt sein, die Zeit zu erleben, da Glück und Friede in Jerusalem wohnen werden und der Segen Gottes auf ihr ruhen wird. Ich würde ein Unrecht gegen meine Gefühle begehen, wenn ich mcht noch vor Schluß dieses Berichtes den freundlichen und sehr geschätzten Beistand meiner gütigen freunde, der Herren vr. Loews und Sebag, anerkennen würde; ebensowenig kann ich umhin, meiner liebenswürdigen Nichte, Madame Sebag, für ihre sorgfältige Bewachung meiner Gesundheit, während meiner ermüdenden Reise auszusprechen. Ich habe die Ehre zu verbleiben, mein theurer Herr, Ihr ergebener Diener Moses Montefiore. Literarische Anzeige, und Vom Rabbinats - Candidaten 8sl«nron Lnmderxer in Sulzburg. Unter den zahllosen, geistbildeuden und herzveredelnden Werken der Vorzeit, an deren ewigverjüngenden Geistesquellen auch wir unseren Geist laben, deren ungetrübtes Licht unser Auge erleuchtet, nimmt unstreitig das talmudische Lexikon. verfaßt von einem der hervorragendsten Talmudiften seines Jahrhunderts, — eine bevorzugte Stelle ein. Abgesehen von vielen anderen Motiven, die zu erörtern der Raum dieser geschätzten Zeitschrift nicht gestattet, ragt dieses geistige Denkmal der Vorzeit schon deßhalb so mächtig aus vielen andern hervor, weil es uns gleichsam als Leuchthurm dient, dessen Lichtwellen hinüber dringen in den uferlosen Oeean des Talmuds, um dort manches dunkle Gebiet zu erhellen, und uns dem richtigen und wahren Ziele entgegen zu führen; das erwähnte Werk ist jedem Forscher auf diesem unermeßlichen Gefilde ein treuer Führer zu dessen reichen Fundgruben des Wissens , und hat durch die Zugaben der verschiedenen späteren Mitarbeiter, wie die des gelehrten Spaniers Benjamin Mufsaphia, M. Landau rc. rc. manche Erweiterungen erhalten. Allein dieses Werk, welches einen so großen Schatz des Wissens enthalt, wurde, wie erwähnt, nur dann zur Hand genommen, wenn man auf unbekannte Gegenden des talmudischen Gebietes sich begeben, auf torra ineoAnita des Wortes und Ausdrucks sich stellen mußte; befand man sich aber im bekannten Garttnlaicke dieses unermeßlichen Gebietes, war man in dessen angebauten Ebenen, wo es leicht möglich ist, ohne diesen Wegweiser sich zurecht zu finden, da suchte man nicht nach diesem Führer und gelangte auch nicht zum Genüsse der süßen mnd reichen Früchte, welche durch ihn so reichlich dargeboten werden. Im Ganzen genommen bedeckt ßkefes große, klassische Werk ein tiefes Dunkel, denn die von uns erkannten schimmernden Punkte dieses Riesenwerks, die wir nothgedrungen aussuchen, können uns kin richtiges Bild desselben gewähren, diese Kennzeichen sind nicht genügend, seinen Reichthum anzudeuten, seine Tiefen aufzudecken, sein reiches inneres Gewebe in seinem Zusammenhänge erscheinen und erkennen zu lassen. Diese große Aufgabe zu lösen, hat sich der noch jugendliche, aber sehr gelehrte, scharfsinnige, mit immensem Wissen ausgerüstete Verfasser, Herr Rabbinats-Candidat Salomon Bamberger, Sohn des mit Recht so hochgefeierten und berühmten Herrn Oberrabbiners S. B. Bamberger zu Würzburg, unternommen, und wir müssen es gestehen, derselbe hat diese große Aufgabe — soweit es den einen Traktat betrifft — herrlich und vollständig gelöst. Der sehr gelehrte und höchst bescheidene Herr Verfasser war so freundlich, uns einen Theil des bearbeiteten Werkes, den für nun nunv, der den Namen -pupn ->iO^ trägt, zur Einsicht vorzulegen. Welch staunenswerthe Geistesschärfe, welch eine Fülle von Geistesreichthum, wrlch ein Schatz unerschöpflichen Wissens in allen Zweigen unserer rabbinischen Literatur tritt uns hier entgegen! Der geniale Verfasser führt uns erst wahrhaft ein in die ehrwürdigen Hallen dieses großartigen Werkes; sein Geist ist cs, der uns die verschiedenen Worterklärungen, die wie Gliedmaßen ohne Leben erschienen, in ihrer höheren und wichtigen Bedeutung erkennen und dieselben gleichsam Leben annehmen läßt; er zeigt uns die Kette der daraus in Nu>.-i und vos resultirenden Consequenzen und gewährt uns dadurch eine höchst mannigfaltige und anziehende Belehrung. Sein ftaunenswerther Scharfsinn, sowie seine große Gelehrsamkeit befruchten die Vergleichung der verschiedenen Erklärungen, die in diesem Werke sich neben einander befinden, indem sic mit den Erkärungen, die sich in anderen Q'nuso darüber ergeben, zusammengestellt werden. Gewiß wird jeder, selbst der hochgelehrte Leser, vieles Nützliche in Auffassung, Beurtheilen, Vergleichen, Jdeenoerblndung und Jdeensonderung aus diesem geschätzten Werke lernen. Möge diese vortreffliche Bearbeitung die verdiente Anerkennung finden! S. F.