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Der Israelit · 1866-12-19 · Heft 51 (19.12.1866) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 51 (19.12.1866)
Date
1866-12-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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VN. Jahrgang. Beilage za Rr. 51 des Israelit. Leitende Artikel. Der Bericht Sir Moses Montrfiore's Lber sriae Reise in das heilige Land. (Schluß.) Vergessen wir jedoch nicht, daß glücklicherweise gerade jetzt die Verhältnisse und die Regierung des Landes dazu angethan sind, das für einen solchen Zweck verwendete Kapital besser als je zu verwerthen. Während meines Aufenthalts zu Jerusalem erhielt ich von dem ausgezeichneten Gouverneur, Jzzet Pascha, die unzweideutigsten Beweise seiner Willfährigkeit zur Ausführung meiner Plane. Es ist mir nicht möglich, den Eifer, die unermüdliche Energie und die große administrative Gewandtheit dieses Beamten zu schildern. Unter seiner gerechten Verwaltung leben alle Klaffen der Bevölkerung Jerusalems in Freundschaft und Sicherheit. In Bezug auf Jerusalem selbst, bemerkte ich zu meiner Befriedigung, die bessere Pflege des Straßenpflasters, die Reinlichkeit der Stadt und überhaupt ein besseres Aussehen im Allgemeinen. In einem andern Theile dieses Berichtes habe ich bereits erwähnt, daß ich von dem Kapital des Relief Foun eine Summe als Beitrag zur Vollendung der Wasserleitung von den Teichen Salomos nach Jerusalem verwendet. Noch während meines Aufenthalts in der heiligen Stadt hatte ich die Genugthuung, zu sehen, wie dieselbe vollendet wurde. Sie führt durch den alten Aquaduct, der schon seit vielen Jahren in Verfall gerathen war, eine beträchtliche Menge guten Wassers nach Jerusalem. Dieses höchst nützliche Werk verdankt seine Ausführung hauptsächlich dem jetzigen Gouverneur. Der Segen, der durch dieses große Werk entstehen wird, so large dieser Aquaduct in gutem Zustande bleibt, kann nicht geschätzt werden. Dem russischen Hospital in der Nähe der heiligen Stadt muß ich in jeder Beziehung die vollste Anerkennung zollen. Dasselbe leistet sowohl in Bewirthung fremder Pilger, die die heilige Stadt so zahlreich besuchen, als auch durch die Aufnahme vieler Kranken in seinen geräumigen Localen, Großes. Allgemeine Dankbarkeit erwirbt es sich dadurch, daß es schon oft in Zeiten der Dürre den Armen Jerusalems seinen Wofstrschatz auf die uneigennützigste Weise zukommen ließ. Als Beweis der verbesserten socialen Lage Jerusalems will ich hier noch anführen, daß obgleich in früheren Jahren die Feier des Osterfestes oft Anlaß zu Unruhen und Zwistigkeiten gab, dieses Jahr alles in der besten Ordnung und selbst ohne den geringsten Anschein von Religionsstreitigkeiten vorüberging. Neben diesen Berichten über die verbesserte Lage der heiligen Stadt, hatte ich nicht nur die Gelegenheit wahrzunehmen, wie in ihrer unmittelbaren Umgebung eine glücklichere Aera zu beginnen verspricht, sondern es war mir auch vergönnt auf meiner Reise von Jaffa nach Jerusalem zu sehen, wie die Cuttur des Bodens immer mehr Fortschritte macht, wie der Straßenbau sich gehoben hat. Kurz vor meiner Abreise noch wurde mir die Nachricht, daß von der kaiserlichen Regierung ein Firman gekommen sei, der den vollständigen Ausbau dieser Straße befehle. Herr Consul Moore war während meines Aufenthalts zu Jerusalem sehr aufmerksam und stets bereit, mir seinen freundlichen und richtigen Rath angedeihen zu lassen, und ich fühle mich verpflichtet, hier auszusprechen, daß er durch seine Fähigkeiten, seine Höflichkeit und Liebenswürdigkeit sich nicht allein die Achtung und des Wohlwollen aller Einwohner der heiligen Stadt, sondern auch des gesammten diplomatischen Corps erworben hat. Obgleich ich es nicht unterlassen Hube über das, was im heiligen Lande eine bessere Gestaltung genommen hat, zu berichten, so möge es doch Niemandem dadurch in dm Sinn kommen, daß für die Folge die Armen unserer Gemeinden in den heiligen Orten nicht mehr der Unterstützung ihrer bemittelten Glaubensgenossen anderer Länder bedürfen. Im Gegentheil, ohne solche Hilfe, die pünktlich, reichlich und ununterbrochen fortgesetzt wird, würde ihre Lage eine sehr gefährliche werden, und ich fühle mich glücklich, daß es so weit gekommen ist, daß Maßregeln ergriffen werden können, die dem Elende nur zu steuern vermögen, wenn es dadurch auch noch nicht ganz beseitigt werden kann. So lang dieser Bericht auch ist und obgleich er aus Ursachen, mit denen ich Sie schon bemüht habe, viele Tötails enthält, die nicht nothwendig zur Sache gehören, so wage ich dennoch zu hoffen, daß er von Ihrem ehrenwerthen Board gütig ausgenommen wird, und daß das Board denselben möglichst durch die Presse verbreiten läßt, damit diejenigm unserer Religionsgenossen Alle, deren Herz für die Liebe für Zion schlägt, die Nachrichten empsangm, die ich ihnen über die jetzige Lage der jüdischen Armen im heiligen Lande, ihre Bedürfnisse, und Mittel zur Hilfe bringen kann. Der Güte des Allmächtigen schulde ich vielen Dank, daß sie mir wieder gestattet, das Land unserer Vorfahrm noch einmal zu sehen, und daß eS mir vergönnt war das bescheidene Werkzeug zu sein, um man-

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