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Der Israelit · 1866-12-19 · Heft 51 (19.12.1866) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 51 (19.12.1866)
Date
1866-12-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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847 glocke ab und waren der Erste unter den Eindringlingen; gegen eine Person, die Sie aus dem Hause zurückorängen wollte, haben Sie sich mit Stock und Hausten gewehrt. — Angekl.: Ich bin wohl unschuldig, denn ich weiß mich wahrhaftig an nichts zu erinnern. Betrunken mochte ich auch gewesen sein. Der taube Polizeileiter von Schüttenhofen wird in Betreff des Angeklagten einvsrnommen. Der Gerichtsdiener schreit ihm die Fragen des Präsidenten in s Ohr. Der Polizist glaubt aber noch immer, es sei im Ganzen nichts von Bedeutung vorgefallen, und in Ansehung des Angeklagten könne er blos angeben, daß derselbe in der Judengaffe „mit den Händen herumgefuchtelt habe." Pr sek, 26. Oktober. Vinzenz Mourecek, ein berüchtigter Vagabund, soll sich wegen seines excessiven Benehmerrs rechtfertigen, auch fällt demselben zur Last, gegen die Amtspersonen, die ihn vom Platze schafften, sich trotzig und beleidigend benommen zu haben. Vom Präsidenten über sein Vorleben befragt, erwidert er, nur wegen Trunkenheit einmal gestraft worden zu sein. Präs.: Die Strafe war also eine ganz geringe? — Angekl.: Ganz gering. Nur vierzehnmonatlicher Kerker. Der Präsident läßt seine rltrafliste vorlesen, die ziemlich lang ausiällt. — Angekl.: Lauter Aburtheilungen wegen grundloser Anklagen. Gerade wie die heutige. Präs.: Die Gendarmen werden Sie doch nicht völlig grundlos beschuldigen? — Angekl.: Allerdings thun sie das. Sie haben mir mitten im Tumult mein Arbeitsbuch aus der Tasche gezogen und daraus meinen Namen erfahren. Präs: Sie waren also doch unter den Tumultanten, sonst hätte Ihnen das Arbeitsbuch nicht aus der Tasche gezogen werden können. — Angekl.: Wie die Gensdarmen es erwischt haben, ist mir unbekannt, aber dort war ich nicht. Präs.: Sie sind doch von Zeugen dort gesehen worden. — Angekl.: Vielleicht bin ich unter oer Menge gewesen, aber gewiß in der Reihe der Gutgesinnten. Der letzte der heute vorgeführten Angeklagten ist Andreas Waldmann, ein junges, hübsch gekleidetes Bürschchen. Präs.: Sind Sie noch wohlverhalten? — Angekl.: Bis auf eine Katze. Präs.: Wie meinen Sie das? — Angekl.: Ich bin wegen einer Katze in Arrest gekommen. Der Schriftführer liest: „Wegen böswilliger Tödtung einer Katze zu zweittägigem Arrest verurtheilt." (Große Heiterkeit.) Präs.: Wie verhält sich die Sache? — Angekl.. Ich habe in Wien bei einem Tischler gearbeitet. Die Katze des Nachbars kam immer in die Werkstatt, ich fing sie, schlachtete sie ab und verzehrte sie als Braten mit d-m andern Gesellen. Dafür mußte ich in Schüttenhofen in Arrest. Präs.: Man beschuldigt Sie-, während im Hause des Heinrich Fürth geplündert wurde, auch einige Gegenstände mitgenommen zu haben. — Angekl.: Nur einige Holzleisten nahm ich, sonst nicht das Geringste. Das Dienstmädchen Marie Hahn wird als Zeugin einvernommen. Das Mädchen gibt an, der Angeklagte sei unter denen gewesen, die im Zimmer des Fürth die Hinterwand e:nes versperrten Kastens durchbrochen, und alle darin befindliche Wäsche sich angeeignet hatten. Angekl.: Ich sah nur zu, wie es die Andern machten. — Zeugin: Dabei stand er so gebückt wie die Andern. Präs.: Daraus schließen Sie also, daß er auch den Kasten mit erbrechen hals. — Zeugin: Ja wohl er half auch die Wäsche aus d m Kasten ziehen. — Angekl.: Das Dienstmädchen hat mir sie aber stets entrissen. — Vertheidiger: Ihnen selbst aber ist keine Wäsche geblieben? — Angekl.: Ich habe mir ein Hemd und eine Hose behalten. (Heiterkeit.) — Der Vertherdiger beißt sich in die Lippen. Präs.: Erst wollten Sie nur eine Leiste genommen haben und jetzt gestehen Sie auch ihre Betbeiligung am Wäschediebstahl ein. — Angekl. : Ich hatte früher daran vergessen. (Schluß folgt.) England. London. Der Premierminister des britischen Reiches, Lord Derby, richtete folgendes Schreiben an unseren Glaubensgenossen, den Alderman Phillips. Lt.-llanres's-synare, den 29. November 1866. Mein theurer Herr! Ich bin so glücklich, Ihnen mittheilen zu können, daß die Königin auf meine Vorstellung hin geruht hat, Sie m den Ritterstand zu versetzen. Ich kann Ihnen die Versicherung hinzufügen, daß Sie diese Ehre weniger dem Zufall, daß Sie den König der Belgier in dem Mansion-House zu bewirthen Gelegenheit hatten, zu verdanken haben, -sondernder, bewuuderrmgswürdigen Weise, in welcher Sie die Pfüchten Ihres hohen Amtes, versahen, besonders aber Ihren werth-

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