Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1866)
- Date
- 1866-12-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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836 Macht werden, die sich siegreich dem Ausbrriten der Jrreligiösttat entgegensteüen kann. Unterstützen, helfen, die jungenLeute, welche dem Glauben unserer Väter treu bleiben wollen, zu beschäftigen, dieses ist der Zweck der Gründung dieses Vereins, und wir zweifeln nicht, daß alle wahrhaften Israeliten uns ihre Mitwirkung zur Ballführung dieses Unternehmens widmen werden, daß wir die schon so verbreitete unglückliche Idee, daß man nicht Jehudi bleiben könne, wenn man in Paris in ein Geschäft gehen wolle, zu Schande machen." Wir wünschen, fügt der ehremverlhs Nedacteur des „U. I.", Herr Bloch, hinzu, diesem frommen Unternehmen den besten Erfolg, welches seinen Urhebern die größte Ehre machen, für die Gemeinde zu Paris ein Segen sein und durch den Schutz des Allerhöchsten erblühen wird. Grenoble. Herr Erneft Valabr6gue aus Pont- Sanct-Esprit ist am hiesigen Tribunal zum Richter ernannt worden. Bayouue. Herr Marx, §ranä rsdlüv des israelitischen Consistoriums zu Bayonne, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. (Univers Jsraelite.) Spanien. Madrid. Dem „Univers Jsraelite" wird berichtet: Wir vernehmen, daß bereits Schritte geschehen sind, um von der spanischen Regierung die Erlaubniß zur Anlage eines jüdischen Friedhofs zu Madrid zu erlangen. Die Veranlassung dazu gab der Tod eines jungen jüdischen Mädchens, einer Fräulein Weißweiller, deren sterbliche Neste von Madrid nach Paris gebracht wurden. Eng land. Lorrdorr. Ein englisches Journal gibt folgende sehr interessante Mittheilung: Die ältesten Ueberreste hervorragender Menschheit find das Gerippe eines der Pharaonen (in seine ursprünglichen Todtengewänder eingehüllt und in Berücksichtigung seines überaus hohen Alters wunderbar und gut erhalten), welches vor ungefähr 18 oder 20 Monaten in dem britischen Museum niedergelegt wurde uud mit Recht als der werthvollste von all dessen archäologischen Schätzen angesehen wird. Auf dem Deckel des Sarges, welcher die königliche Mumie enthielt, war der Name seines Inhabers Pharao Mykeriuus eingeschrieben, welcher dem Erben des Erbauers der großen Pyramide, ungefähr zweiundzwanzig Jahrhunderte vor der gewöhnlichen Zeitrechnung nachfolgte. Zu welchen merkwürdigen Gedanken gibt dieß aber Veranlassung! Der Monarch, dessen zerbröckelte Gebeine und lederartige Haut nun die Neugierde und Bewuuderung der schauenden Mensche mnaffe Londons erregen, regierte in Aegypten, ehe Abraham geboren war, und nur ungefähr zrmi Jahrhunderte, nachdem Mizraim, der Enkel des alten Vater Noah, und der erste der Pharaonen, zu seine« Vätern versammelt worden war. Ja, die Zeichen der Wafserhöhe der Sündfluth konnten kaum verwischt, die Krummhölzer der Arche auf dem Berge Ararat kaum verfault sein, als dieser Mann der frühere«' Wett lebte, sich bewegte und sich seines Daseins freute. Sein Fleisch und Blut waren Zeitgenossen der Voreltern des großen Patriarchen, seine Gebeine und seine zusammengeichrumpste Haut sind Zeitgenossen der Gegenwart. Als er in der Blüthe seines Lebens stand, hatte die Zeit des fernen Atterthums eben erst begonnen. Feuilleton. Gallerte -er Rabbiner. Erste Centn: ie. 1. Ich eröffne die Reibe dieser Gallerie mit einem Rabbiner, dessen Namen in ganz Europa, sowohl bei den aschkenasiscken als bei den sesardischen Gemeinden, aeseiert wird. R. Zebi Hirsch Aschkenasi, vulxo CHacham Zebi, „Doctor Zebi," geboren zu Meseritz in Mähren 1660, war der Sohn des Jakob ben Benjamin Aschkenasi und der Nechama Cohen, Tochter des R. Ephraim Cohen. Er kam in seinem sechsten Jahre mit seinen Eltern nach Ofen in Ungarn, wo sein Großvater Oberrabbiner war. Zebi erhielt von seinem Vater Jakob und von seinem Großvater Ephraim den ersten Unterricht, widmete sich darauf in Salonik den allgemeinen Studien, und erlangte im 18. Jahre den Titel eines Gesetzlehrers. Man zählte damals 1678; er besuchte Adrianopel und verhandelte dort mit dem Rabbiner Jakob Strimer über eine Kriegsakfangtnc, die einen Cohen heirathen wollte und über kasuistische Dinge (Ik. O. Nr. 7 u. 141). Das folgende Jahr 1679 kehrte er über Belgrad nach Ofen zurück; sein Ruf war so groß, daß der Rabbiner von Belgrad, der gelehrte Joseph Almosnino, ihm eine Scheidungssache verlegte, die er gegen dessen ausgesprochene Ansicht entschied (Urrck. Nr. 41). Er war ein schöner Jüngling, 19 Jahre alt; ein reicher Kaufmann von Ofen gab ihm seine Tochter zur Frau mit einer sehr bedeutenden Mitgift. Zebi lebte glücklich in Ofen als Privat- Rabbiner sieben Jahre lang, bis 1686 diese Stabt von den Oesterreichern belagert, eingenommen und ge-