Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1866)
- Date
- 1866-12-12
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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837 plündert wurde. Er verlor bei der Plünderung seine Bücher, sein Silber, Gold, uns sein ganzes Vermögen. Während der Belagerung wurde er durch eine Bombe, die auf sein Hau-5 fiel, seiner Frau und seines Kindes beraubt, und er selbst entkam nur durch ein Wunder dieser Katastrophe. Er flüchtete sich sogleich nach Bosnien und wurde Rabbiner in Bosnei-Seraj. Sein Aufenthalt jedoch in dieser Stadt war äußerst unglücklich. Ohne Frau und Kind, die gestorben, ohne seine Eltern und Verwandte, die in Gefangenschaft gerathen waren, lebte er traurig, bis er endlich 1689 erfuhr, daß seine Eltern in Prag seien. Er erhielt diese gute Nachricht durch Jacob Reicher, der ihm in diesem Jahre eine kasuistische Anfrage mittheilte (kblä. Nr. 17). Unser Zebi verließ darauf Bosnei-Ieray, und degab sich nach Prag über Venedig, wo er mit Samuel Abaab, und über Fürth, wo er mit Bärmaun und Wolf Betschitscher gelehrte Unterredungen hatte (Ibiä. Nr. u. 111). Don Prag begab er sich nach Berlin, und ließ sich endlich 1690 in Altona nieder. Seine Eltern, die ihm gefolgt waren, reisten später über Polen nach Jerusalem. Doch ehe sie ihren Sohn verließen, saben sie noch dessen Ehre. Er heirathete nämlich 1690 in Altona die Tochter des dortigen Rabbiners Meschullam Salman Neumark, von der berühmten Wiener Familie Mirles, durch dessen Veranlassung eine Lehranstalt, genannt Klaus, errichtet und an deren Spitze unser Zebi gestellt wurde. Zwanzig Jahre lang lehrte er mit Beifall in dieser Schule, bis er 1710 nach Amsterdam als Qberrabbiner der deutschen Gemeinde berufen wurde. Dort! gab er im Jahre 1712 sein Werk: Rechtsgut ach- > ten des Chacham (Doctor) Zebi heraus. Sein Streit mit Nehemiah Hajun im Jahre 1713 zog ihm von Seiten der Portugiesischen Gemeinde in Amsterdam die größte Verfolgung zu. Er mußte diese Stadt verlassen, und mit Lebensgefahr flüchtete er nach London. Hier wurde er als ein Märtyrer der Wahrheit empfangen, man ließ zu seiner Ehre eine Medaille prägen, auf welcher sein Bild, nach der Aussage seines Sohnes Jacob Jabez, sehr gut getroffen ist. Doch verweilte er nicht lange in England; er kam nach Deutschland und hielt stch in Halberstadt, Berlin und Breslau auf. Endlich begab er sich nach Galizien und wurde in Lemberg als Oberrabbiner angestellt. Er starb in dieser Stadt, Montag Nacht den 1. Jjar 478, d. i. den 2. Mai 1718, im Alter von 58 Jahren. Sein Sohn, der bekannte Jacob Jabez setzte! ihm ein schönes Monument in seinen Schriften, namentlich in seiner Selbstbiographie, von der ein Theil 1810 gedruckt wurde, und in dem Tractätlein Jazib Pitgam, das er in Altona 1740 in Quart herausgab. Aus diesen Schriften haben wir obige Details geschöpft. (Forts, folgt.) Wach Amerika. Ein Rabbiner, der streng - konservativen Richtung angehörend, — Familienvater und 38 Jahre alt — in einer der bedeutendsten Gemeinden Deutschlands seit einem Dezennium und noch zur Zeit amtirend, sucht in einer der Hauptstäote Nordamerikas, womöglich in New-Z)ork, eine seinen Qualitäten entsprechende definitive Stellung. Referenzen von Europäischen Capacitäten stehen ihm zur Seite. Er autorisirt den Herrn Redacteur dieser Zeitung den Vertretern von Congregationen seinen Namen zu nennen. /lnnOncs Die vacante, mit 400 Thlr. jährlich dotirte, erste Lehrerstelle in unserer Religions- und Elementarschule soll baldmöglichst wieder besetzt werden. Hieraus reflectirende Schulmänner, die ihre Zöglinge für das Gymnasium vorzubereiten, auch in den jüdischen Relij gionsgegenftänden, in hebräischer Sprache, gründlichen i Unterricht zu erlheilen im Stande sind, wollen ihre glaubhaften Zeugnisse hierüber, sowie über ihren religiösen und moralischen Lebenswandel an uns frei emsenden, eventuell dieselben auf eigene Kosten persönlich überbringen. Gr. Strehlitz, den 25. November 1866. Der Synagoge»-Gemeinde-Borstand. W. Herzfeld. Js. Steinitz. H. Schäfer. ^sooeiations -Qssuesi. Ein junger Kaufmann, mit nöthigem Kapital, wünscht sich entweder an einem schon bestehenden Geschäft zu betheiligen oder mit einem religiösen dazu gut qualificirten jungen Manne zu associren. Gefall. Offerten befördert die Exped. d. Bl. unter 8.1^.. Nr. 733. in Privatlehrer, der zugleich als Chasan fungiren kann, sucht Stelle in einer kleinen, religiösen Gemeinde. Ansprüche bescheiden. Franco - Offerten »uk Nr. 791 nimmt die Expedition d. Bl. entgegen.