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Der Israelit · 1866-12-12 · Heft 50 (12.12.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 50 (12.12.1866)
Date
1866-12-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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833 aber ich hoffe und glaube, daß die Juden im Allgemeinen ihre Aufmerksamkeit auf diefen Punkt wenden, Vereine ins Leben rufen und überhaupt die nöthigen Arrangements treffen werden. Mögen in der Thal alle diejenigen, deren Herzen mit Liebe für bas heilige Land erfüllt find, fich vereinigen, für diese Zwecke gemeinsam ans Werk zu gehen. Mögen fie d,n 60 Familien zu Eafed Land ver'ckeffln. wie dies auch der österreichische Conful wünscht. Möge man fie mit Äckergeräthe, Saatfrucht und Vieh versehen und ihnen Häuser, die fie zum Schutze gegen Regen und Hitze bedürfen, errichten. Wenn solche Schritte gethan werden, alsdann wird die Armnth bald aus dem heiligen Lande, in großem Maßstaab verschwunden sein. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspon derrzen. Deutschland. Würzdnrg. Ende November. Zum ersten Male seit Seinem Regierungsantritt besuchte Seine Majestät, unser allverehrter König Ludwig II., dieser Tage die hiesige Stadt. Bei dieser Gelegenheit hatte auch Herr Distrikts-Rabbiner Bamberg er dahier die hohe Ehre, Seiner Majestät in feierlicher Audienz — gleich den andern städtischen und staatlichen Deputationen — als Vertreter des israelitischen Cultus vorgestellt, und vonHöchstdemselbcn All er huldvoll st empfangen und ongtsprochkn zu werden. Dieses bisher in Würzburg roch rrü stattgehabte Ereigniß verfehlte nicht, in allen jüdischen Kreisen höchst angenehm zu berühren, und ist dasselbe in der Thal um so erfreulicher, als cs den Beweis liefert, daß man höchsten Ortes ker Gleichstellung des israelitischen Cultus mit denen der übrigen Confessionen nur geneigt ist. Möchte mit göttlicher Hilfe unter dem glorreichen Scepter dieses jungen, hoffnungsvollen Monarchen die Stellung der Israeliten Bayerns eine ganz und gar würdige und glückliche werden. Fürth, in Bayern, im November. Heute habe ich über einen Geoeridstarid zu berichten, der den deutlichen Beweis Liefert, wie vereinte Kroftc.rstrer.gung, verkünden mit redlichem Willen und rastlosem Eifer, das Ziel erreicht, sei dieses auch ein noch so schweres, ja scheinbar fast unmöglich zu erreichendes. Dieser Tage fand hier nämlich die Wahl der für die aus dem Collegium der israel. Gemeinde ausscheidenden fünf Mitglieder und deren Ersatzmänner zu ernennenden neuen statt. In der Regel schieden sich die orthodoxe und neologe Partei bei den Wahlen in zwei Lager behufs Vermeidung von Stimmenzersplittcrung innerhalb ihrer Parteien. Die orthodoxe Partei stand diesmal, durch die aus der ror 6 und 3 Jahren stattgefundenen Wahl geschöpfte Erfahrung, von der Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen im Voraus überzeugt, von der Ausstellung ihrer Canditaten ab, und stellte nur an die Gegenpartei das Ersuchen, die drei austretenden orthodoxen Mitglieder wiederzuwäblen, womit fie fich beruhigen zu wollen erklärten. Es erfolgte hierauf eine verneinende Antwort, mit dem Bemerken, daß die neologe Partei ihre Männer schon ausersehen hätte, und man daher „bedaure," die orthodoxe Partei nicht wieder vertreten zu sehen. Da hielten es diese nun für ihre heilige Pflicht, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, um Männer ihrer Gesinnung aus der Wahlurne hervorgehen zn sehen. So stand's Sonntag t8. ds; am Dienstag 20. ds. hatte die Wahl zu beginnen; gewiß eine sehr kurze Zeit für ein intensiv und extensiv so bedeutendes Vorhaben wir diese Agitation. Doch die Kürze der Zeit schreckte sie nicht zurück, die wackern Vorkämpfer für die Sache des wahren Judenthums. Montag Abends hielten sie eine Besprechung, noch in später Stunde wurden die Wahlcandidaten aufgestellt, deren Namen mittels des Druckes veröffentlicht; unter diesen fanden sich auch Männer der mittleren Richtung, da man, was das Programm besagte, die Erhaltung des Friedens in der Gemeinde dabei im Auge hatte. Es kostete natürlich alle erdenkliche Mühe, um Stimmen in genüg, r der Anzahl für die orthodoxe Partei zu sammeln, jedoch löste diese ihre schwierige und mühevolle Aufgabe mit einer nicht genug zu rühmenden Energie und Selbstaufopferung, die auch durch das Resultat herrlich belohnt wurde, indem dies einen überraschenden, glänzenden Sieg der orthodoxen Partei zeigte, und diese unter zu ernennenden 34 Wahlmännern 25 gegen d der Gegner durchdachte, welche dann gemeinschaftlich die Herren S. M. Berolzheimer, Seligmann Dinkelsbühler, Hirsch Hechinger, Joel Krackauer und Menki Zimmer in das Collegium und die Herren Wolf Fels, Abraham Felsein, I. D. Heumann, Simon Ichenheim und Abraham Kohn als Ersatzmänner wählten. Alle Anstrengungen und Gegenarbeiten der Ideologen Partei waren erfolglos, indem auch nicht ein einziger der Ihrigen gewählt wurde, und will ich nur, unter andern, ern Beüpiel von den angewendeten Mitteln derselben folgen lassen. Ein wegen seiner Intelligenz sehr geachtetes, bei einem öfsintlichen Amte in der Gemeinde mitwirkendes Mitglied der neologen Partei drohte während der Vollziehung der Wahl einem Wahlmarne mit der Entziehung der ihm seitens der Gemeinde übertragenen Arbeit, wofern derselbe nicht zu Gunsten der „neuen" Wahlliste wähle. Diese Drohung verfehlte jedoch gänzlich ihren Zweck, indem der zwar gering Bemittelte seine Gesinnungen nicht verläugnete und im orthodoxen Hinne wählte. So hat denn diese Wahl überhaupt gezeigt, daß

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