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Der Israelit · 1866-12-12 · Heft 50 (12.12.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 50 (12.12.1866)
Date
1866-12-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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332 und aus Kummer über das Hiwcheiden meines gelieb-! ten Freundes vr. Hodgkin, und mußte mich darauf beschränken, an diese Herren Briese zu richten, denen ich die verschiedenen Summen beischloß; ich war so glücklich, 42 solcher Briefe abschicken zu können. Noch am späten Nachmittag war ich stark in Anspruch genommen, bis daß ich mich endlich entschloß, meine Vorbereitungen für den Sabbat zu treffen und meine diesmalige Mission in Jerusalem zu beschließen. Samstag, den 14. April, besuchte ich nach dem Morgengebetc den Garten meines Hauses und freute mich sehr über die Verschönerung der Umgezenc» seit meinem vorigen Besuche in Jerusalem. Ich bedaure lebhaft . daß ich dieses nicht auch von dem Lande, das ich in der Nahe Jaffa's besitze, behaupten kann. Dasselbe wurde unglücklicherweise solchen Leuten überlassen, die den damaligen Angriffen der benachbarten Araber nicht gewachsen waren, und deßhrlb den Platz bald verließen. Die Folge davon ist, daß die Hauser gänzlich demolirt und die Bäume verkommen sind. Ich siehe jedoch in dieser Sache gegenwärtig mit dem ersten Chacham der marockanischen Gemeinde in Verbindung. Wenn die nöthigen Mittel vorhanden sein werden, werden sich wohl schon vier oder fünf Familien finden, die diesen sehr fruchtbaren Boden, der vorher erst nochmals abgesteckt werden muß, bebauen werden. — Sobald die Abendgebete verrichtet waren, gab ich die Befehle zur Abreise. Die ganze Nacht verbrachte ich mit einer Anzahl Personen, die mir Briefe mitgaben, oder manche mündliche Mittheilung besorgt haben wollten. Als jedoch der Morgen anbrach, nahm ich meinen Weg zu der Jaffaer Straße, und nahm Abschied von der heiligen Stadt, deren heilige Reminiscenzen und deren erhabene Schönheit einen Liefern Emdruck als je auf mich gemacht hatten. Inniger denn je verrichtete ich Gebete für ihre künftige Wohlfahrt: „Wie ein Diadem trage ich dich auf meinem Herzen, wie ein Diadem trage ich dich auf meinem Arme, wenn ich je dein, o Jerusalem, vergesse, dann möge meine rechte Hand vergessen." Nach einem ziemlich langen Marsche kamen wir nach Jaffa, wo wir wiederum in dem russischen Hospiz Obdach fanden. Den ganzen Weg von Jerusalem bis Jaffa folgten uns die Ackerbauer aus Bekoa, die bedacht darauf waren, mir ihre Sache vorzubringen, damit ich auch ihnen einmal helfe. Ich konnte jedoch nicht mehr thun, als sie versichern, daß Alles aufgeboten werden solle, um ihre Situation bekannt zu machen und die Sympathie für sie zu erregen. Des anderen Tags, am Montag, verließen wir gegen Abend Ramleh, um nach Jaffa zu reisen und als wir an die Vorwerke des Thores kamen, erwartete uns wieder der Gouverneur, die Richter, der Platzkommandant uud seine Suite. Ich wollte jedoch nicht eher in Jaffa einziehen, bis ich den Platz besucht hatte, der die sterblichen Ueberreste meines theuren Freundes, Or. Hodgkin, bedeckt. Jener Fleck ist vor der Hand nur stark umfriedigt, wird jedoch bald mit einer Marmorsäule geziert, deren Anfertigung ich als Zeichen meiner Hochachtung und meines Respects, sofort nach meiner Rückkunft in England übernehme. Wir gingen noch desselben Tags an Bord der „Rosetta" und kamen Dienstag, den 18. April, in Alexandrien an. In derselben Nacht setzten wir auf der „Tanjore" unsere Weiterreise fort. Durch den Segen des Himmels kamen wir nach einer recht angenehmen Fahrt, Dienstag den 25. April, in Marseille an. Ich habe Ihnen jetzt, mein theurer Herr, eine getreue Erzählung von meiner Reise nach und meinem Aufenthalte im heiligen Lande gegeben. Ich weiß recht wohl, daß dieser Bericht durch Details in die Länge gezogen wurde; ich glaubte und hoffte jedoch, daß eine ausführliche Erzählung von dem, was ich gesehen und gehört habe, die vielen Glaubensgenossen, die für die Wohlfahrt unserer Brüder im heiligen Lande bedacht sind, nur interessiren könne; dadurch, daß ich ihnen Manches über das Land und seine Bewohner berichtet habe, werde ich im Stande sein, auch noch Andere veranlassen zu können, daß sie ebenfalls beitragen zur Verminderung der Armuth und Leiden, die unter unseren Religionsgenossen in dem heiligsten und interessantesten Lande noch vorherrschen. Es erübrigt mir also nur noch von dem Ergebnis meiner Untersuchungen, wie diesem Uebelstande abzuhelfen sei. zu sprechen. Bor allen Dingen muß ich Ihnen die Bemerkung machen, daß die edelsten und größten Philanthropen Englands, jene herrlichen Charactere, deren ganzes Streben nur dahin zielt, dem Bedrängten die hilfreiche Hand zu bieten, es für den ersten und unumgänglichsten Schritt ihrer menschenfreundlichen Thätigkeit erachten, für die gesunde und geräumige Wohnung der Armen Sorge za tragen. Meine vielfachen Untersuchungen und sorgfältigen Erkundigungen haben nun ergeben, daß ein Vorgehen in dieser Richtung gerade im heiligen Lande noch viel dringender und zweckentsprechender ist. Ich bin daher der Meinung, daß die Bilanz des „Relief Found" von der ich, wie bereits erwähnt 200 L. verausgabt habe, nicht bester verwendet werden kann, als zu der Errichtung von Wohnungen und zwar auf dem Platze, den ich schon dazu bestimmt habe, und der in Bezug auf seine gesunde Lage und dgl. nichts zu wünschen übrig läßt. Ich werde also den Vorschlag machen, daß man eine allgemeine College veranstalte, um einen Fond zur Aufmunterung zum Ackerbau als auch zum Bau der Armenwohnungen vor den Thoren der heiligen Stadt zu erhalten. Ich weiß wohl, daß sich Ihr Board mcht einem so schweren und verantwortlichen Unternehmen allein unterziehen kann,

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