Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1866)
- Date
- 1866-12-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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828 men, was auch auf die zahlreiche Versammlung einen sehr erhebenden Eindruck machte. Hierauf wurde das Gebet für Seine Majestät den König und Sein Königliches Haus verrichtet, worauf Herr Nabbiner Fromm die Kanzel bestieg zur Abhaltung der Festrede. Dieselbe hatte den 17. Vers des 28. Kapitel I. Buch Moses, N'ü Ln '2 ril s'tt, zum Texte, und entwickelte der Redner in schwungvollen, begeisterten und begeisternden Worten, daß das isr. Gotteshaus geweihet sein müsse, ».) als eine Stätte der Gottesverehrung, d) als eine Stätte der Andacht, und c) als eine Stätte der Belehrung. Die höchst gelungene, geistvolle Ausführung dieses Lhema's, bildete den Inhalt der fast eine Stunde andauernden Festrede, welche mit herzergreifender Innigkeit vorgetragen, auch nicht verfehlte, einen mächtigen Eindruck auf die ganze zahlreiche Versammlung, welche aus der ganzen isr. Gemeinde und vielen Ehrengästen bestand, sowie hauptsächlich auf die höchsten und hohen Behörden und Celebritäten hiesiger Stadt auszuüben, und äußerten sich mehrere dieser hochgestellten Herren, niemals einer erhebenderen Feier angewohnt zu haben. Die Synagoge selbst, in orientalischem Style ausgeführt, erfreuet sich allgemeiner Bewunderung, und gereicht es der hiesigen Gemeinde zur Ehre, solche enorme Opfer gebracht zu haben. Namentlich verdient die Thätigkeit des Gemeindevorstandes sowie des Bau-Comite's besonders ehrende Anerkennung. Die zahlreichen isr. Kurgäste aus Nah und Fern, welche Homburg's Heilquellen aufsuchen, werden nun nicht mehr zu sagen haben mpvri ->L! L'iipv,-!. Die weiten Räume des neuen Gotteshauses bieten Platz für Hunderte. Herr Nabbiner Fromm, der ohnehin wegen seines liebevollen Charekters, seiner Uneigennützigkeit in hoher Achtung steht, erhielt allseits die größte Anerkennung für Leitung und Abhaltung dieser unvergeßlichen Feier, und wurde derselbe auch am 11. d. M. zur Tafel beim Königlichen Herrn Civil - Comnnssarius geladen, an welcher nur die höchsten Spitzen der Behörden Theil zu nehmen die Ehre hatten. Auch dort erfreute sich derselbe ehrenvoller Aufmerksamkeit, obschon Ihnen, geehrter Herr Redakteur, die Mühe eines Gutachtens über „genossene mit Gabel und Messer zerschnittene fleischartige Speisen," erspart werden dürfte!!! Möge das neu erbaute Gotteshaus uns dasjenige werden, als was es uns die Festrede bezeichnte, und so unsere Gemeinde mit göttlicher Hilfe immer mehr und mehr aufblühen. Wittels Hofe» (Bayern), den 29. Nov. Wenn Ehrenmänner, fromme, gesetzestreue Israeliten von dieser Welt scheiden, in welcher sie zum Heil und Segen der Mit- und Nachwelt zeitlebens gewirkt, so ist sicherlich der „Israelit" die würdigste Ruhmeshalle für das Andenken dieser Edlen, das zu ehren vielleicht auch für Manche aneifernd sein wird, denHeimgegangenen in ihrem frommen, edlen Wirken nachzuahmen. Wir erfüllen heute mit schmerzlichst bewegter Seele die traurige Pflicht, zuvörderst unserem Schmerz Ausdruck zu geben über den Hingang eines gar trefflichen Freundes und treuen College«, des allseits verehrten und geachteten Lehrers Moses Weißmann in dem nahen Wassertrüding. Eine lange Reihe von Jahren in seinem mitunter so dornenvollen Berufe thätig, entriß ihn der unerbittliche Tod, zum größten Leidwesen seiner zahlreichen Freunde, seinen Angehörigen, seiner an ihn mit aller Liebe und Verehrung geketteten Gemeinde, seinem segensreichen Wirkungskreise in Schule, Synagoge, Haus und Gemeinde. Während seines langen und schmerzhaften Krankenlagers zeigte sich so recht die große Anhänglichkeit und Liebe, die seine wackere Gemeinde gegen ihren berufstreuen Lehrer beseelte, auf die unzweideutigste Weise. Diese Beweise thätiger und aufopfernder Liebe, die ihm Seitens seiner braven Gemeinde unermüdlich und unverdrossen zu Theil geworden, machten wohl auf den Schwererkrankten den erhebendsten Eindruck und ließen ihn mitunter das Herbe und Bittere seines Leidens vergessen. — Eingangs des heiligen Sabbat riiois hauchte dieser edle, bescheidene Lehrer seine fromme Seele aus, zur ewigen Sabbatruhe eingehend, daselbst für sein mühevolles Tagwerk reichen Lohn empfangend, — "sl^ -c-il-nn — Ill'Q'.-i Ein nicht minder schmerzlicher Verlust traf gleichzeitig die israel. Gemeinde in Roth durch den rasch und plötzlich erfolgten Hingang ihres ehemaligen Vorstandes S. Oetting er—!''^ 'NipTL?—eines Ehrenmannes in des Mortes strengster Bedeutung, geliebt, geachtet, geehrt von Allen, die jemals Gelegenheit hatten, mit ihm näher zu verkehren. Stets zeigte er besonders einen regen Sinn für alles jüdische Interesse; für Förderung, Hebung und Verbreitung echt religiöser und gemeinnütziger Zwecke, wozu er weder Mühe noch Opstr scheute. Daher gewann er sich auch das unbedingteste Zutrauen und die allgemeine Anerkennung sowohl seiner jüdischen als auch seiner christlichen Mitbürger, die allesammt diesen großen Verlust aufrichtig betrauern. Möge der Edle in jenen höheren Sphären des Lichts, in den heiligen Gefilden der Ewigkeit, unseren frommen Ahnen beigesellt werden, die ihm stets im Leben leuchtendes Vorbild gewesen und von denen geschrieben steht: 'P'NLVI — .p'p-17! 1.-INV Wenden wir uns von diesen schmerzlichen Bildern und Scenen zu erfreulicheren Zuständen und Verhältnissen im Gebiete des israel. Lebens. Dieselben sind zumeist in unser em Kreise befriedigend und geordnet. Die in Ihrem jüngsten Leitartikel (Nr.47) ebenso schön als