Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 49 (5.12.1866)
- Date
- 1866-12-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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812 beschuldigt erscheint, macht durch seine schielenden Augen, den stoppelartigen Bart und die schmutzig zerlumpten Kleider einen widerlichen Eindruck. Er ist 45 Jahre alt und bereits mehrmals abgestraft worden. Präs.: Man beschuldigt Sie, den Herrn Dechant mit dem Fuße eines Stuhles geschlagen zu haben. — Angekl.: (mit heiserer Stimme und frommer Miene): Wie man verleumdet wird! Ich drängte mich an Seine Hochwürden heran, um ihm die Hand zu küssen, dabei warnte ich ihn auch, damit er sich vor einem andern Handkuß hüte, weil nämlich das gottlose Volk um mich her ihn bedrohte. Präs.: Eben Sie hat man auch rufen hören: Schlagt ihn todt, er hält's mit den Juden. — Angekl.: Ich bin zu religiös, um dergleichen zu rufen. Präs.: Sie wirrten mit Effekten betroffen, die aus dem Raube bei Fürth stammen. — Angekl.: Ich bin zu moralisch, um einen Raub zu begehen. Man muß nicht gleich rauben, man kann auch finden. Auch ich habe gefunden. Hiermit war das Verhör beendigt, und die Sitzung in später Stunde geschloffen. (Forts, f.) Australien. Hokitika. Die Israeliten unserer Stadt, die ungefähr 125—150 Familien zählen, haben auf dem Subscriptionswege die Mittel zur Errichtung einer Synagoge aufgebracht. Der Bau ist bereits begonnen und wird gegen Ende des nächsten Jahres fertig sein. Feuilleton. Freie Aeberfttzung -es '»iiFlL" 112 WO, von lloi'tlL k'ulil, Oberlehrer. O, Schutz der Welten, ew'ge Macht, Dir sei der Rettung Dank gebracht. Laß neu erblüh'n dein Heiligthum, Daß jedem Mund entström' dein Ruhm. Wenn dann dein göttlich i) Strafgericht Dem Frevelmuth sein Urtheil spricht, Vollende ich den Hochgesang Bei neuer Weih' mit Iubelklang. Als einst im Schmerz die Freud' ertrank. Durch Leiden Meng' die Kraft versank; Von seiner eitlen Macht bethört, Egyptens Fürst die Qualen mehrt?). 1) Nach 7>"^1 l"v fv'v UI'PL" beziehen sich die Worte dieser Strophe auf N2V1 .H222 .1"^ NM »2 N'WV.1 .0118 s>182 L) Nach N 12 fv'O N'vl' wird Mizraim ri'LNS' .ibäp genannt, worauf?"l^ erklärt: N'M Mlb V'ILV NO'1 Da war eS deine mächt'ge Hand, Sie führt uns hin ins heil'ge Land; Und Pharo's stolzer Heeresbund Versank, gleich Stein, im Meeresgrund. Doch kurz war meiner Tage Heil In seines Tempels heil'gem Theil. Es kam der Feind, vertrieb mich weit, Weil Fremden ich den Dienst geweiht; Am Götzenkelch' ich taumelnd saß, Die Wunder meines Herrn vergaß; Doch Babels Sturz führt mich hinan, Serubabel zur heil'gen Bahn. War auch der Jahre siebzig viel, Sie waren meiner Knechtschaft Ziel. Ein neuer Feind, Hamdaffa's Sohn, Erhebt sich hoch an Persiens Thron. Vernichten will er Juda's Gut, Des hohen*) Mordchai edles Blut; Schon ragt in hoher Luft empor Das Werk, das seine Rach' erkor. Vereitelt ward des Frevlers Tück', Ins eigene Netz fällt er zurück, Des Feindes Kinder schwinden hin, Und Mordchai's Haus mutz hoch erblüh'n. Und wieder trübt sich Juda's Blick, ES trifft es noch ein herb' Geschick: Der Griechen Schaar, gar wild und groß, Rückt zornentsiammt auf Juda los. Die Mauer stürzt, es fällt der Thurm, DaS Gotteshaus durchwühlt der Sturm. Der Feind, in seinem Siegesschritt Jed' Heiligthum zu Boden tritt. Doch oben in des Himmels Höh'n Erblickt ein Aug' der Unschuld Fleh'n, Erweckt der Hasmonäer Haus, Und schwache Kraft führt Rettung aus. Und Juda's Volk mit frommem Sinn Eilt dankerfüllt zum Tempel hin; Zerstört ward jede Götzenfpur, Daß rein erschien des Hauses Flur. Des Krügleins kleiner Ueberrest Erleuchtet wunderbar das Fest, Und Dank und Lvb acht Tage lang Verkündigt Ihres Herzens Drang. 3) Nach ' k)-i nd'2O DO wird Mordehrai dieMohe Tanne genannt. '211V .17 Ndp' jiüzv.i NNN.