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Der Israelit · 1866-12-05 · Heft 49 (5.12.1866) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 49 (5.12.1866)
Date
1866-12-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
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813 «i« « « NüdSchwalbaeh, 24. November. Ueberrascht und schmerzlich berührt hat uns die Trauerkunde von dem Ableben des nun in Gott ruhenden Herrn Simon May in Hamburg — Auch hier in Bad-Schwalbach hat sich der werthe Verblichene ein bleibendes Andenken geschaffen. Voriges Jahr im Sommer zum Besuche seines älteren Bruders, Herrn H. May, hier weilend, mußte er schon leider verflossenen Sommer für seine eigene, stark angegriffene Gesundheit unser Heilbad in Anspruch nehmen. Sein Gottvertrauen, sein echter Humor ließen Ihn unter der liebevollen, unvergleichlichen Pflege seiner beiden Töchter auf Zeiten seinen Schmerz vergessen. Wie hat er in den Wirren des Krieges, in dessen schwerster Zeit er hierherkam, wenn er und so Viele, die um ihn waren, in langer Zeit keine Nachricht von ihren Lieben erhielten, wie hat er da, vielleicht selbst mit bangem Herzen, getröstet, wie nur ein echt jüdisches Herz es vermag, mit den Worten: Er wird es wohlweislich fügen! — Dem Jahrgedächtniß um seinen seligen Vater, das er hier Morgens in der Synagoge, unter namhaften Spenden an hiesige Arme, denen er unvergeßlich bleiben wird, abhielt, setzte er beim Minchagebet, das er schon wieder wegen Unwohlsein in meinem Saale verrichten mußte, die Krone auf, indem er durch eine namhafte Unterstützung einen in der Nähe wohnenden Israeliten vor gänzlichem Verarmen rettete. Im Vereine mit Herrn Blumenthal aus Paris, mit dem er. sich hier eifrigst über Jerusalem und dessen Zustände unterhielt, bewerkstelligte er für die dortigen Armen eine Collekte, die ein Namhaftes eintrug. — Wer konnte auch diesem beredten Fürsprecher der Armen mit Nein entgegentreten? — Er war der Glanz- und Mittelpunkt der Tisch- und anderen Gesellschaft; wer hätte nicht dem von ihm so schön vorgetragenen jüdischen Tischgebet die nöthige Achtung gezollt? Wer mochte nicht bei gesellschaftlichen Ausflügen und in engerem Kreise seinen belehrenden Worten mit Begierde lauschen? — Das Herz bebt, die Feder zittert, da wir ihn nicht mehr unter denen wissen, denen er Stütze war, da er dem Wirkungskreise entrissen worden, für den sein Herz so eifrig strebte! — Doch selig nach dem Tode, ein solches Andenken zu hinterlassen, dreimal selig so gelebt zu haben! — W. Gnndersheim. ie traurigen Zustände der Juden in Palästina haben seit einer Reihe von Jahren die Aufmerksamkeit und die Theilnahme wohlwollender Glaubensbrüder erweckt. Nach den eingehendsten Untersuchungen und an Ort und Stelle gemachten Erfahrungen ist als das geeignetste Mittel, den oft besprochenen UebelstLnden abzuhefen, die Ueberführung der palästinensischen Juden zum Landbau, überhaupt die Colonisation Palästinas durch Juden, erkannt worden. Bei diesem Gedanken hat der gelehrte Talmudist H. Kalischer in Thorn durch mehrere kleine Schriften zu wirken gesucht und Herr Natonek, Bezirks-Rabbiner in Stuhlweißenburg, hat sich ihm angeschlossen und es unternommen, eine allgemeine Verbindung der europäischen Juden zu gedachtem Zwecke herzustellen. Durchdrungen von der großen Bedeutung eines solchen Unternehmens und überzeugt von dem redlichen uneigennützigen Streben des Herrn Kalischer und Herrn Natonek erklären die Unterzeichneten sich gern bereit, wenn andere große Gemeinden für die Sache gewonnen sind, auch ihrerseits in hiesiger Gemeinde zu wirken und dem heiligen Werke materielle wie geistige Kräfte zur Verfügung zu stellen. Berlin, im Oktober 1866. Johann Hoff. A. H. Heymann. vr. D. Cassel, vr. Apolant. L. Libermann. ie israelitische Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. beabsichtigt zur Beaufsichtigung des Koscherfleischverkaufs zum Porschen eventuell;ur Vertretung des Schächters einen jungen Mann onzustellen. Erfordernisse sind echte Religiosität, genügende Kenntniß des Porschen und des Schlichtens. Schriftliche Anmeldungen für diese Stelle nimmt Herr Theodor Howburger entgegen Frankfurt a. M., 14. November 1866._ -Vnnones. Die vacante, mit 400 Thlr. jährlich dotirte, erste Lehrerstelle in unserer Religions- und Elementarschule soll baldmöglichst wieder besetzt werden. Hierauf refleetirende Schulmänner, die ihre Zöglinge für das Gymnasium vorzubereiten, auch in den jüdischen Neligionsgegenständen, in hebräischer Sprache, gründlichen Unterricht zu ertheilen im Stande find, wollen ihre glaubhaften Zeugnisse hierüber, sowie über ihren religiösen und moralischen Lebenswandel an uns frei einsenden, eventuell dieselben auf eigene Kosten persönlich Überbringern Gr. Strehlitz, den 25 November 1866. Der Synagogen-Gemeinde-Vorstand. W. Herzfeld. Js. Steinitz. H. Schäfer.

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