Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1866)
- Date
- 1866-11-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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7S5 Mutter der Baronin James. Schon am frühen Morgen hatte Baron Rothschild zehn arme Israeliten aus Paris kommen lassen. Sie wurden auf der Station von drei Wagen des Barons erwartet und nach dem Schlöffe geführt. Dort sagten sie, vereinigt mit der Familie des berühmten Banquiers, die bei solchem Anlaß üblichen Gebete her. Nachdem sie in dem Schlöffe gespeist hatten, empfingen sie jeder einen Louisdor und dieselben Wagen führten sie nach der Eisenbahn zurück. Pari-, 15. Nov. (Privatmittheilung.) Bei der heute staltgefundenen Wahl wurde Herr Isidor, bisher xrauä raddin von Paris, von der Majoriät zum Ober-Rabbinen des conoiotoire central gewählt. Parts. Herr Abraham Leon, Hauprmann der Artillerie, jetzt zu Mexico im Dienste, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. England. PortSmoulh. Der Alderwan, Herr Silberschmied Emanuel, dem mosaischen Glavbensbekenntniß angehörig, wurde einstimmig für den Bezirk von Portsmouth zum Lord-Mayor gewählt. Es ist dieses eine Ehre, die nie einem Angehörigen dieser Confession in jener Stadt zu Theil wurde. Herr Aldermann Ford, der die Erwählung des Herrn Emanuel befürwortete, sagte in seiner Rede, daß die Erwählung des Herrn Emanuel als Vorstand der Bürgerschaft der Welt zeigen wird, daß die Einwohner Portsmouths über religiöse Lorurtheile und kleinliches Ausnahmsverfahren erhaben seien. Die Erwählung des Herrn Emanuel hat in allen Klaffen der Gemeinde den größten Beifall hervorgerufen. .Morning Advertiser ) Herr Emanuel hat in seiner ersten amtlichen Rede hervorgehoben, daß er mehr im Interesse seiner Religionsgenoffen noch als seines eigenen willen, alles das aufbieten wird, was in seinen Kräften steht, um die Zufriedenheit seiner Wähler zu erwerben. I. CH. P a l ä st i n a. Jerusalem. Ueber die aus Amerika angekommenen Coloniften schreibt uns Herr Sachs aus Jerusalem, daß dieselben in Jaffa ein amerikanisches Kriegsschiff zur Verfügung hätten, und daß ihnen ebenfalls ein Dampfer zu Gebote stehe, der fortwährend die Verbindung mit Amerika unterhalte und noch einige Hunderte, auch christlicher Familien bringen wird. Wenn die Sache geordnet sein wird, werden sich auch unsere Glaubensgenossen in Jerusalem daran bstheiligen. Amerika. Richmond. Der dahier erscheinende „Whig" brachte am 28. Oktober einen Leitartikel mit der Überschrift: „Irland, die Juden und der Süden," in welchem er auf die Armuth Irlands, welche er an der geringen Anzahl Juden, die diese Insel bewohnen, erkennt, hinweist. Seine Schlußbemerkungen sind folgende: „Schrecklich muß in der That der industrielle Zustand Irlands sein, wenn die Israeliten dasselbe meiden. Weder Klima noch Entfernung, Gefahr oder irgend ein anderer Umstand verhindert sie daran, sich in einem Lande niederzulaffen, in welchem sie einen Pfennig zu verdienen wissen. Wo keine Juden sind, da ist auch kein Geschäft. Wir betrachten daher ihre große Anzahl in den Südstaaten als ein günstiges Zeichen. In unsrer Stadt sind viele Läden, fast ganze Straßen von ihnen monopolisirt, und eine mäßigere, solidere, fleißigere und loyalere Bevölkerung gibt es nicht. Sie haben mit Niemandem Streit, gehen ihren Geschäften nach, beobachten ihre religiösen Ceremonien und haben ihre eigenen Amüsements. Wir hoffen, daß sie uns nie verlassen mögen. Wenn ein neues Jerusalem entstehen soll, so wünschen wir, daß es Richmond sei." W e st i n d i e n. St- ThvmaS. Der König von Dänemark hat unfern Glaubensgenossen, Oberst-Lieutnant von Wolfs von hier, der sich im Alter von 78 Jahren von Amerika nach Copenhagen begeben hat, um dem Könige für seine vielen Auszeichnungen persönlich zu danken, sehr freundlich empfangen. In Hamburg sowohl als auch in allen jüdischen Gemeinden, durch die der greise jüdische Krieger mit seiner Gattin gekommen ist, wurde er mit der lebhaftesten Theilnahme empfangen. Feuilleton. s-UN NDN *) von VeirUIsrr Lebt' einmal ein frommer Mann Gar in großer Noth; Hatte Weib und Kindlein fünf, Doch für sie kein Brod. *) Diese Dichtung befindet sich bereits in unserem „Buche der Sagen und Legenden jüdischer Borzeit" Nr. 2; doch geschuht dort der Ausruf irrthümlich durch Eliah s. A. — Die Erzählung ist übrigens dm Baraithas entnommen. — Im Zusammenhänge damit steht wohl auch das volksthümliche Sprichwort: „Lliaku d»v»bi dasedulr!" Der Prophet Eliah — findet fick — auf der Straße. — Wer Hülfe, Glück, finden will, darf nicht, die Hände in dm Schooß legmd, zu Hause sitzen bleiben.