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Der Israelit · 1866-11-28 · Heft 48 (28.11.1866) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 48 (28.11.1866)
Date
1866-11-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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794 legungen gegen diese Angabe von den glaubwürdigsten Personen vernommen; ich wollte jedoch nicht eher ruhen, bis ich alle Details von den Vorstehern der Gemeinde selbst erfahren konnte, und sah daher ihrer Ankunft mit der größten Gespanntheit entgegen. (Fortsetzung folgt.) AeitungSnachrrchten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Was auf dem Gebiete des literarischen Piratenthums geleistet werden kann, wie verworrren in dieser Beziehung die Begriffe über Mein und Dein sind, das würden viele unserer Leser kaum glauben, wenn wir ihnen nicht einmal ein Beispiel dieses Unwesens vorsühren würden; wir wollen nicht zurück greifen und selbst die Acten der jüngsten Zeit nicht hervorholen, die so manches Gravirende enthalten würden, wie z. B. die Uebersetzung dreier Erzählungen aus dem Feuilleton des „Israelit," ins Spanische, die in Wien in Form einer Broschüre erschien, ohne daß darin die Quelle angegeben worden. Wir wollen hier nur von den amerikanischen Zeitschriften sprechen, die uns mit der jüngsten Post zugekommen sind. Den „Hebrew" haben wir schon früher wegen seines fortwährenden Nachdrückens ohne auch nur die Quelle anzugeben, zu Rede gestellt und dennoch glaubt derselbe sich für berechtigt in seiner jüngsten Nr. 43 eine Originalcorrespordenz aus Brückenau zu annectiren, ohne das geringste Bedenken dabei tragen zu müssen. — Größeres jedoch leistet in diesem Fache sein Landsmann, der „Hebrew Observer," dessen deutscher Theil in der Regel nichts als eine theilweise Copie des „Israelit" ist. In Nr. 12 war er unvorsichtig genug neben vier anderen Correspondenzen folgende Redactionsbemerkung des „Israelit" abzuschreiben: „Ein anderer von Salemfels, vielleicht ein Bruder des in Rede stehenden, der vor ungefähr zehn Jahren Hiev in Mainz in Garnison lag rc. rc." Dabei müssen wir bemerken, daß die betreffende Correspondenz nach dem Vorgänge des Originals im „Israelit" aus Prag, 6. August datirt ist. — Nr. 13 hingegen enthält in ihrem deutschen Theile neben unserer Erzählung „Kiddusch Hallebanah" nur Correspondenzen des „Israelit." Es ist dieses jedenfalls nur ehrenhaft für den „Israelit," wenn andere Zeitschriften ihn so nothwendig haben. Jedoch, wenn es einmal sein muß, daß derselbe den Stoff für andere Blätter liefern soll, warum sollte ihm nicht wenigstens dafür soviel werden, daß man ihn als Quelle erwähnt? Es diene diese jedenfalls nicht unbillige Aufforderung den vielen anderen Zeitschriften, die sich seither dieselben Caperbriefe ausstellten, zur Notiz und zur Erinnerung an die auch diesbezüglichen Verbote «v und 2'wri und an das -Qi und einer neuen deutschen Zeitschrift, die schon denselben Weg betreten hat, gleichzeitig an das Sprichwort: „Ehrlich währt am Längsten." Oesterreichis cher Kais erstaal. Wien Eine fürchterliche Aufregung mit Exzessen aller Art hat die letzten Tage in AolbuSzvwu (in Galizien) geherrscht mit Aussicht auf Wiederholung. Julian Bielicki, der 17jährige Sohn des hiesigen Gemeindevorstandes, hatte den Israeliten Feiwel Rosenfeld unter dem Vorwände, er möchte ihm Banknoten für Dukaten eintauschen, die Bielicki aus der Jnsurrectionkzeit außerhalb des Ortes vergraben habe, am 11. d. M. aus dem Hause gelockt und ihn mit Hilfe eines Knechtes auf dem Felde ermordet, der Banknoten beraubt und den Leichnam in ^n Fluß geworfen. Rosenfeld, einer der vermöo* und intelligenteren Israeliten, war verbe' hinterläßt vier Kinder; er erfreute r Achtung und sein Verschwinden " - sehen. Tags darauf wurde irw .- funden und in den Ort gebracht. . .elitengemeinde war auf den Beinen, u». der dritte Mord im Verlaufe eines Jahres .aeliten, so ist es eben verzeihlich, daß sie in einv .richterliche Wuth geriethen. In dieser Gemüthsstimmung haben sie aber Exceffe begangen, welche nicht zu entschuldigen sind. Das Haus des Gemeindevorstehers, der auch bei den Christen keine beliebte Persönlichkeit war, wurde nahezu demolirt, die Mutter deS Mörders gemißhandelt und mehrere Christen, welche den Exzessen Einhalt thun wollten, wurden von den Israeliten verwundet. Die Gensdarmerie, drei Mann im Ganzen, wurde ebenfalls angefallen und mußte von den Waffen Gebrauch machen. Schließlich mußte Militär aus Tarnow requirirt werden, um weiterem Unglücke vorzubeugen. (F.-B.) Donaufürstenthümer. Bukarest Der österreichische Genera^consul, Graf Eder, hat an die Regierung eine energische Note gerichtet, worin er dieselbe im Namen der Gerechtigkeit ersucht, die bei den letzten Excessen zerstörte Synagoge aus Staatsmitteln wieder erbauen zu lassen und die Excedenten exemplarisch zu bestrafen. Die Regierung wird dieser Aufforderung genügen. Frankreich. Pari-, 15. November. Am Montag, erzählt der „Figaro," war die Familie Rothschlid im Schlosse Ferneres versammelt. Es war der Sterbetag der

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