Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1866)
- Date
- 1866-11-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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792 bilden, der die Stellvertreter, deren er bedarf, in gemeinschaftlicher Rechnung Jund unter Hinzutritt der VereinSkaffe auf einer gewissen Höhe der Ausgabe trägt. Dre fortwährende Erhöhung des Preises für einen Stellvertreter wird indeß noch weitere Modistcationen nöthig machen. Die Verwaltung besteht aus sieben Direktoren und acht Deputaten. Verein Tiferet Bachurim (Jünglings-Schmuck), gestiftet 1633, ist eine Krankencasse, die Mitglieder von 13 bis 36 Jahren aufnimmt und auch während der Geschäftsstörung durch Trauerfällc seine Mitglieder unterstützt. Einkaussgeld mindestens 2 Mark. Beitrag 2 Schillinge wöchentlich, Krankengeld 4 bis 6 Mark wöchentlich. Trauergeld bis 11 Mark. Verwaltung: eine Directisn von drei und eine Commission von fünf Mitgliedern. Der Cigarrenmacher-Verein, nachmals Krankenverein von 1820 genannt, gestiftet 1820, ist ebenfalls eins Krankenkasse, deren Mitglieder ursprünglich nur Cigarrenmacher waren. Der Beitrag ist 2 bis 24 Schilling wöchentlich und das Krankengeld wöchentlich 3 bis 6 Mark außer Arzt, Wundarzt und Medikamenten. Die Verwaltung führen vier Direktoren und sechs Commissionsmitglieder. Der Verein Zoreche Kebura (für Beerdigungskosten), ist eine Todtenlade und zahlt seinen Mitgliedern bei Beerdigungen erwachsener Leichen 42 Mark und bei Kinderleichen 6 bis 27 Mark. Der Verein hat einiges Capital bei der Gemeinde belegt und wird von drei Direktoren nebst vier Deputaten verwaltet. Verein Nefuat ha näsesch, gestiftet 1851, vertheilt an jedem Sabbat nnd Festtag Rindfleisch und Mehl an bedürftige Familien aus der Gemeinde. Beitrag der Mitglieder 1 Schilling wöchentlich. Jsraeliti'cher Unterstützungs-Verein von 1862. Beitrag 24 Schillinge jährlich. Zweck: direkte Vertheilung von Geldunterstützungen. Verein zur Verkeilung von Kleidungsstücken unter arme hiesige Israeliten Gestiftet 1863. Beitrag 24 Schillinge jährlich: Tendenz: dem vorigen ganz gleich. Israelitischer Wohlthätigkeits-Verein von 1863. Beitrag 1 Schilling wöchentlich. Drei Viertel der Einnahme werden in Raten von 40 Mark an verschämte Arme durch die vom Loos bestimmten Mitglieder vertheilt, der Rest angesammelt. — Das Jahr 1848 brachte endlich die so heißersehnte Emanclpation; am 20. Jan. 1849 wurden in Hamburg die deutschen Grundrechte vom Senat promulgirt, und am 23. Februar desselben Jahres wurde ein Emancipationsgesetz erlassen; allein schon im Jahre 1851 wurde in Folge eines Beschlusses des nunmehr der Vergangenheit angehörenden Bundestages die deutschen Grundrechte wieder aufgehoben, und so blieb die vollständige Emanclpation der Israeliten eine offene Frage, die jedoch 1855 in völlig liberalem Sinne entschieden wurde. In kirchlicher Beziehung ist noch zu berichten, daß der Chacham Bernays am 1. Mai 1849 plötzlich gestorben ist. Es wurde vom Gemeindevorstand sofort eingesetzt: als Rabbinatsverweser Rabbi Isaak Metz, ehemaliger Lehrer des verstorbenen Bernays, welcher mit demselben hierher gekommen war, und als dessen Adjunct ein hiesiger junger Talmudist, Rabbi (nachmals Dajan) Gottlieb Moses. Diese standen den Rabbinatsgeschäften vor, und es blieb darin Alles ziemlich unverändert, mit der Ausnahme, daß die Predigt in den Synagogen nun ganz wegfiel. In der Talmud-Thora-Scyule, woselbst der Verstorbene nicht als Oberlehrer oder aktiver Schuldirektor, sondern als leitendes Verwaltungsmitglied mitgewirkt hatte, übernahmen die übrigen Direktoren, obwohl Geschäftsleute, neben allem Technischen und Finanziellen, die Oberaufsicht über Lehrer und Schüler in der Weise, daß täglich Einer von ihnen mehrere Stunden in der Schule anwesend war. Blos der höhere Talmud-Unterricht, welchen Bernays nur einigen wenigen Selektanern ertheilt hatte, mußte einstweilen durch subalterne Lehrer gegeben werden. Bernays wurde auf dem Grindel-Friedhof begraben, wo der ernannte Adjunct, Rabbi Gottlieb Moses eine Grabrede hielt. Die eigentliche Trauerrede wurde bald darauf in der Elbstraßen - Synagoge durch den hierzu eingeladenen Altonaischen Oberrabbiner Ettlinger gehalten und der Wittwe eine Pension auf gewisse Jahre bewilligt. (Fortsetzung folgt.) Der Bericht Sir Moses Montefiore's über seine Nrise in das heilige Land. (Fortsetzung.) Samstag, den 7. April, brachte man im Laufe des Tages einige Jünglinge, damit ich sie in den verschiedenen Gegenständen ihrer Studien prüfe. Als ihr Vater gefragt wurde, warum er diese Jünglinge nicht irgend ein nützliches Handwerk erlernen ließ, antwortete er: „Wir halten es für Pflicht, ehe wir unsere Kinder mit den Mitteln zu ihrem irdischen Wohls ausrüsten, für ihre geistige Wohlfahrt zu sorgen. Dieselben müssen vorerst das Wort Gottes lernen , damit ihnen die Kenntniß der Gotteslehre als Führer und Rettungsanker in den Kämpfen des Lebens diene.* Uebrigens brachte mir derselbe einige seiner