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Der Israelit · 1866-11-21 · Heft 47 (21.11.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 47 (21.11.1866)
Date
1866-11-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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777 ich ihnen einige Unterstützungen für ihr« dringendsten Bedürfnisse übergab. Donnerstag, den 5,Ajpril, Hatteich bestimmt, um an demselben die verschiedenen Dokumente über die zu erwerbenden Grundstücke in den Vorstädten Jerusalems zu prüfen. Ich ersuchte die Herren vr. Loews und Herrn Sebag, diese Territorien persönlich zu besichtigen und ihren Flächenraum, Werth und Kaufpreis zu notiren, welchem Wunsche sie gütigst nachkamen. Ebenso ließ ich Notizen über werthvolle Häuser, die mir im Innern der Stadt zum Kaufe angeboren wurden, auspehmen. Alle diese Notizen habe ich sorgfältig gesammelt, um sie in späterer Zeit benutzen zu können. Bald sollte ich jedoch eine höchst traurige Erfahrung machen. Seitdem ich Jaffa verlassen hatte, erhielt ich fortwährend Telegramme über das Befinden meines vr. Hodgkin; als man mir depeschirte, die Symptome seien beunruhigender, bat ich meinen Freund Henry Moore, in der Begleitung des vr. Chaplin, Physikus von Jerusalem, nach Jaffa zu reisen. Diese Herren entsprachen sofort meiner Bitte ^und blieben zu Jaffa bis zum Zeitpunkt seines Hinkcheidens. Die traurige Nachricht von dem Tode des geliebten Freundes empfing ich in der Nacht des 5. Ap il. Da ich von diesem traurigen Ereigniß bereits gesprochen habe, so will ich dasselbe hier übergehen, nur will ich hinzufügen, daß es mich mit einem Kummer und Gram erfüllte, den ich vergeblich zu verscheuchen suchte. Freitag, den 6. April, wohnte ich dem Abendgottesdienst in der sephardischen Synagoge, die zu den Tourohäusern gehört, bei, und unterhielt mich mit den Insassen, bei denen ich manche nützliche Erkundigung einzog. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Enrrespondenzen. Deutschland. Mainz, den l5. Rov. Durch die politischen Zeitungen gehen allerhand abenteuerliche Gerüchts von einem nach Paris während der großen Industrieausstellung zu berufende» Sanhedrin, das für die algerischen Juden die Polygamie abschaffen und für die europäischen Israeliten die Sperstgesetze reformiren soll. Wir erfahren ans authentischer Quelle, haß alle diese Nachrichten vollständig aus der Luft gegriffen sind. Daß Mttische Zeit«»- gen sich derlei Dinge weismachen laßen , ist leicht erklärlich, da den betreffenden Redactionen die jüdischen Verhältnisse Unbekannt sind; daß aber jüdische Zeitschriften solche Albernheiten rMod«cuen, ist mchr als lächerlich, Die Polygamie ist in Algier bereits abgeschafft, seitdem die dortigen Juden französische Staatsbürger geworden, und die Spcisegesetze zu reformiren vermag kein Sanhedrin, und sollte cs noch so zahlreich sich zusammenfinden. Wir ersuchen diejenigen Zeitungen, die jene irrtümliche Nachricht ausgenommen, auch unserer Berichtigung Raum zu geben. Berlichingen. Am xi'i 's feierte die hiesige israel. Gemeinde die Einweihung einer von der O1211 gespendeten und von il.i .lÖbl? ^i geschriebenen ,111O iDO in so erhebender und echt rÄigiöser Weise, daß der „Israelit" gerne gestatten Wird, eine kurze Mittheilung darüber in weitere Kreise zu tragen. Schon am vorangehenden Donnerstag begleitete ein festlicher Zug der .112,1.1 '12 die Thorarolle vom Hause des Schreibers zum 118, das mit herrlichen VIP.I 'b2i 'iL2, mit sinnreichen Transparenten «nd durch brillante Beleuchtung geschmückt war. Dieser Besuch w?r ein allgemeiner, als der festliche Freitagabendgottesdienst zu Ende war und ein Chorgesang die Sabbatbraut abermals durch das herrliche Oibw OvHp im Angesichte des höchsten Kleinods, das Israel besitzt, begrüßte. Nach beendigtem Sabbatmahl hielt der Veteran der württembergischen Orthodoxie, der ehrwürdige Rabbi Hirsch Berlinger ri"Oi 1122b, vor der wieder komplett versammelten ribrip eine tief ergreifende .1^11, die ein Erzeugniß gründlicher Gelehrsamkeit und jüdischen Geistes war. Bis in die späte Abendstunde blieb die fromme Versammlung bei religiösen Gesängen, Recitation von Psalmen und heiteren Gesprächen beisammen. Als am Sabbatrnorgen die Pentateuchrolle von dem zuständigen Bezirksrabbiner vr. Sänger von Mergentheim unter einem Baldachin in würdiger Procession zur Synagoge getragen wurde, wobei die Vorsteher, mit der alten .1111 iDO entgegenkommend, die neue Gesetzesrolle empfingen, entquollen manchem Auge Freudenthränen ob der Ehre, die damit dem Gesetzgeber — .Hin.-, — erwiesen werden sollte. Rühmend verdient hervorgehoben zu werden, daß die nichtkatholische Bevölkerung des Ortes lebendigen Antheil an dem Freudenfeste genommen und damit zu ihrer Ehre begriffen hat, daß unsere Thora ei» Geschenk für die ganze Menschheit geworden ist, O'Op 22N Mit dem Gesänge P12 'ipw 'b irir>D öffneten sich die Pforten des Gotteshauses, in welchem, nach dem üblichen riiDp.1, Herr Dr. Sänger über n"' 'bwO die allgemein befriedigende Festrede abhielt. Nach nmrv versammelten sich Männer und Frauen bei der rimpO N"O.1 1122b .imv, an der auch unsere ki"n unter fröhlichen Toasten und r>"i Theil nahmen, .ir O"pb 'n '^D,b irrw jnbw.i. HermstttiH, Mitte Rov. Ein schwerer Verlust hat unsere Gememde betroffen, ein Vertust, der sicher-

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