Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 47 (21.11.1866)
- Date
- 1866-11-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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mer, als jener JudaS, der Jskarioth, welcher den Messias der Christen verrieth." (S. 4.) Wir hoffen, daß hier gemeint sein soll. „Du wärest bei den Juden schlimmer angeschrieben, als Judas bei den Christen", so hoffen wir, daß eS gemeint sei, aber es hätte auch so stehen sollen. Eisig hat uns folgender Satz berührt: „S. war ein echter Sohn seines Volkes, klug, gewandt und zähe in der Verfolgung seines Vortheils". Sind die Juden wirklich solche Vortheilsmenschen? Diese wenigen Bemerkungen glaubten wir im Interesse des Blattes machen zu müssen; wir wollen hoffen, daß die Fragen und Antworten über Ritualien, wie z. B. über Schaatnes nicht nur Aushängeschild sind. Dieses Blatt könnte eine Zukunft haben, wenn es entschieden „jüdisch" sein wollte. Der Gericht Sir Moses Montefiore's über feine Reise in das heilige Gand. (Fortsetzung.) Ich brauche kaum zu sagen, daß das Zeugnis welches mir von dem österreichischen Consul zu Safed überreicht wurde, ein Gegenstand der höchsten Befriedigung für mich war, und ich bin überzeugt, es wird Ihnen und allen unseren Brüdern ebenso erfreulich sein, die von der Beschuldigung der Juden zu Safed durch den angeblichen österreichischen Consul gehört haben. Die Einwohner von Liberias und Bekoa *) richteten ebenfalls Gesuche an mich, in denen sie baten, ihnen: die Betreibung des Ackerbaus zu ermögliche»; die letzteren litten besonders sehr viel während des jüngsten Streites zwischen Joseph Kareenr und Daud Pascha; ihr Vieh, ihre Felderzeugnisse und all! ihr bewegliches Eigenthum und selbst ihre Frauen wurden ihnen mit Gewalt weggenammen. Ich unterstützte sie mit einem, klemm Betrage und versprachihre Sache bei meinen Freunden vorzubringen. Donnerstag, den 4. April, ließ ich diejenigen Armen, die mir von den Repräsentanten der Gemeinden bezeichnet wurden, daß man ihnen die Mittel, zur: Auswanderung von Jerusalem und feiner Nachbarschaft verschaffen solle, zu mir kommen. Ber dieser: Gelegenheit war ich Zeuge einer Seme, die ich der Wiedereyzahlung würdig halte. Eine junge Wittwv *) Es gehören diese Männer nach der Anaave des „Libanon? zu den Wenigen, deren Vorfahren den Boden des heiligen Laudos nie verlassen haben und die seit der Unterjochung Galli-, län's die Abhänge des Libanon im Schweiße. ihres Angesichtes bebauen, dabei aber wahre Muster der Frömmigkeit und Gelehrsamkeit fivd. (Anm. des Uebers.)' wurde zu einer bestimmte« Stunde bei mir eingeführt; dieselbe zählte höchstens zwanzig bis zwei und zwanzig Jahre. Ihr Mann war «ährend der jüngstenOhokera» epidemie gestorbe» und hinterließ die arme Frau mit drei Kindern, von denen das älteste 5—6 Jahre zählen mochte, während das jüngste erst einige Monate alt > war. Ihre Schichte ist einfach folgende. Sie selbst stand als unmündige Waise allein in der Wett, als sich ein Mann, der Vorleser einer kleinen Synagoge ist, ihrer erbarmte und sie als Adoptivtochter in sein HauS nahm. Zufälligerweise hatte der gute Mann noch einen Waisenknaben im Hause und als die beiden Waisenkinder das im Orient gewöhnliche Alter zum Heirathen erreicht hatten, vermählten sie sich im Hause ihres Erziehers. In ihrem ehelichen Leben erhielten sie sich ehrenvoll und lebten glücklich zusammen, bis der Mann nur zu früh der Geißel der schrecklichen Cholera erlag. Der Waisenoater verschaffte dann der verlassenen Wittwe und ihren Kindern eine Wohnung. Dieselbe bestand in einem kleinen Zimmer, das ich vorher besucht hatte, welches durch seine Reinlichkeit imponirte und wo mir das nette Aussehen der Kinder sehr gefiel. Da ich mit meinen Religionsgenossen von der Erleichterung gesprochen hatte, die durch die Auswanderung Einzelner der Gcsammtheit erstehen würde, so glaubte ich für diesen Fall der armen Fkäü die Mittel verschaffen zu müssen, nach Deutschland zu ihren wohlhabenden Freunden reisen zu können. Zu meistern größten Erstaunen erklärte sie jedoch in den dankbarsten Ausdrücken, auf meine Hilfe verzichten M müssein Um eine getreue Darstellung ihrer GMHle und derer so vieler Bewohner jenes heiligen Erdbodens' geben zu können, lasse ich hier ihre eigenen Worße mögkchst genau folgen. Sie sagte: „Gott hat mir die' große Gnade erwiesen, in der geheiligten Athmosphäre des Landes unserer Väter Abraham, Jsaac und Jakob athmen zu können. GeiM Güter und Gnade hat entschieden, daß ich als Kind' auf Liesest heiligen Erdboden gebracht wurde, wo Seine Mtlichö Majestät thront. Er hat mir erlaubt, die: heilige Erde zu betreten, auf der unsere Propheten und- Lehrer lebten, und lehrte mich die Worth der ewigen' Wahrheit. Sollte ich nun dieses Land verlassen UM meine Kinder von Zion entfernen, von dem wie täglich glauben und hoffen, daß „Wahrheit und Friede" wieder dort einkehren werden! Nein! ich wollte'lieber verschmachten- Mit meinen Kindern , während ich den Staub der heiligen Stadt Jerusalems küßte, als daß ich anderswo in Heberfluß leben möchte." Mehrere Gesuche wurden mir überreicht, deren Bittsteller mich ersuchten , sie ist den Stand zu setzen, die heilige Stadt verlassest zu können: da ich jedoch durch deren eigene Erklärung erfuhrt, daß sie Jerusalem nur momentan verlassest'wolltenum bsld rvjeder Miickzukehrerh so glaubte ichbesserM thurr, wenn