Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 47 (21.11.1866)
- Date
- 1866-11-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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770 genießt, um zu leben. Sein Leben aber hat einen höheren Zweck: die Vervollkommnung des Geistes, die Kräftigung des Characters, die Veredlung des Gefühls, mit einem Worte: das Streben, den Geboten Gottes gemäß zu thun und zu lassen, zu sein und zu denken. Das macht ihn glücklich selbst in ärmlichen Verhältnissen, das eint ihn in Liebe mit Weib und Kindern, das läßt seine Kinder gerathen und macht sie zu Stützen seines Alters, das führt ihn über das Grab hinaus ins jenseitige Leben. Die aber abfallen von Gottes Gesetz '.m 'ii' 21'1'Z, erwerben sich eine doppelte Hölle — hier und dort. Wir alle, die wir Juden sind und unsere Kinder zu Juden zu erziehen streben, wir wollen mit besonderer Innigkeit tagtäglich sprechen: 1^ 151^1 2'Z/1511 12 1^'1211 11122^> D812W W1^8 1112 1211512 112b INS' 811, 1121512 P21 2bip "111 228 2112 2^ 22I2 lliz/'l 1121 511L^ 151811 1512.18 112^2 2L"1 11.12b ibl 8bl P'1^> pl'1 8^ 1>'2b. Gelobt sei unser Gott, der uns geschaffen zu Seiner Verherrlichung und uns gesondert von den Irrenden und uns gegeben hat eine Lehre der Wahrheit und ewiges Leben eingspflanzt hat in uns. - Er möge öffnen unser Herz Seiner Lehre und möge pflanzen in unser Herz die Liebe zu Ihm und die Ehrfurcht vor Ihm, daß wir vollziehen Seinen Willen und Ihm dienen mit ganzem Herzen, damit wir uns nicht mühen vergeblich und nicht geboren seien zu Nichtigem .Gesegnet sei der Mann, der Gott vertraut; seine Zuversicht wird sein der Ewige. Das Srmmar in Nheiiümid-Westphaleii. Vierter Artikel. (Fortsetzung.) Der Redacteur der „ Z. d. I." suchte sofort die Gründung eines neuen Seminars, als von einer Fraction ausgehend, in ihrer ganzen Gefährlichkeit darzustellen, er brach eine Lanze für den Segen der Harmonie und der Einheit in den beiden Provinzen, perhorrescirte den Riß und die Trennung, und fand in solcher Weise declamirend viele Assistenten. (Hätten wir das Wort ergreifen dürfen, wir hätten dem beliebten Volksredner ein argumentum aä bowiQsur vorgeführt. Als am Vormittage über die Fusion der verschiedenen Eingaben an das Haus der Abgeordneten und das Staats-Ministerium debattirt wurde, und der Vorstand von Cöln den von ihm verfaßten Adressen beizutreten empfahl, da erklärte Herr vr. Philippson, da schon so und so viel hundert (?) Gemeinden seinem Elaborate ihre Zustimmung ertheilt, so könne von keiner Fusion mehr die Rede sein. Mit welchem Rechte er nun, im Widerspruche mit sich selbst, gegen die „vollendeten Thatsachen", die der vor. Redner anführte, protestirte, das begreifen wir mit unserer Logik nicht. Sind diese doch ebensoviel werth, als das Lait Lveoiupli eines Fetzen beschriebenen Papiers; waren vielleicht das Resultat jahrelanger Bemühungen, und während er seine Adresse als eine unumstößliche That bezeichnet«, sollten die von den drei Rabbinen erstrebten Ziele zu Wasser werden.) Aber die eigentliche Frage wurde bald verlassen und der Gegenstand auf eine andere Bahn hinübergelenkt. Während man von Seiten der Gründer des neuen Seminars der Münster'schen Anstalt auch nicht im Entferntesten nahe trat, — fast scheint es uns ein Fehler gewesen zu sein und besser hätte man den Schleier gelüftet als mit der Wahrheit hinter den Bergen zu halten — suchte man vor den Anhängern des Haindorf'schen Instituts das neue Project als ein Verbrechen, als einen Verrath, als eine schnöde Undankbarkeit, als eine Pflichtvergessenheit sonder Gleichen zu stempeln. Drei aus dem Münster'schen Seminar hervorgegangene Lehrer, unter denen sich ein H. Wolfsdorf solche Impertinenzen und Jnvectiven erlaubte, daß ihm bei taktvollerer Führung des Präsidiums -ein Platz vor der Thüre hätte angewiesen werden müssen, thaten sich in solchen Expectorationen gütlich. Herr Rabbiner vr. Feilchenfeld aus Düsseldorf, welcher mit eminenter Beredsamkeit — im Laufe seiner Rede ist er jedoch zu sarkastisch geworben — die Einwände der Gegner aäabsuräum führte, wurde darin von den gediegenen Vorträgen der Herren Sonnen, ehemaligem Consistorialrathe, und Julius Mayer, Vorsteher in Crefeld, unterstützt, doch die Versammlung hatte in ihrer Majorität kein Verstündniß für ein ruhiges, vorurtheilloses Plaidoyer. Die zahlreich erschienenen Repräsentanten aus Westphalen, von welchen sich Herr Rechtsanwalt Metz durch witzige und geistreiche Pointen, Herr Ems aus Münster durch eine bescheidene und würdig gehaltene Schlußrede auszeichnete, konnten sich von vornherein für ein Seminar i n Rheinland — wenn auch nicht für Rheinland allein wenig begeistern und waren schließlich vollkommen damit zufrieden, als Herr Rittergutsbesitzer Löb, welcher der Versammlung beiwohnte, sich bereit erklärte, sein Statut abzuändern, und es vier rheinischen und westphälischen Vorstehern anheimstellte, mit ihm nächster Tage darüber zu unterhandeln. — Einen erhebenden Eindruck hat auf uns die Conferenz keineswegs gemacht. Wohl aber haben uns die tendenziösen Verdächtigungen der lautersten Intentionen, die künstlich mit Schlangenwindungen ausgeführtenManöver zur Unterstützung vonSondergelüsten rc. indignirt. Im Ganzen war die Conferenz auch resultatlos; sie hatte ursprünglich keinen ossiziellen Character, es ist ihr kein Wahlmodus zu Grunde gelegt