Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1866)
- Date
- 1866-11-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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766 das bestehende Seminar?" tzuoä nov. — In Wahrheit hat das Seminar in Münster niemals den Kitt gebildet, der die zwei Provinzen zusammenhielt und es ist heute gerade das erste Mal seit seiner 40jährigen Existenz, daß die Herren aus Rheinland und Westphalen sich seinetwegen begrüßen — unser ideales Band, unsere gemeinschaftliche geistige Aufgabe: für Freiheit und Wahrheit, für die heiligsten Güter unseres Glaubens zu kämpfen und zu wirken, bleibt uns unverletzt; und was den zweiten Punkt betrifft, so können unsere lieben Brüder in Westphalen im schlimmsten Falle noch ein Fünftel der jährlichen Bedürfnisse für die Vereinsschule — soviel und nicht mehr hat Rheinland dazu beigesteuert — ohne große Anstrengung dazu legen. Daß wir die Frage, ob die Marks- Haindorf'sche Stiftung nicht lieber den alleinigen Zweck, Künste und Handwerker unter den Juden fördern solle? zu beantworten wissen, und daß wir unter allen Fällen mit Jubel Ihnen, meine Herren Vorsteher aus Westphalen und Ihren Gemeinden, zur Betheiligung an der Gründung unseres Seminars die Arme öffnen, damit wir's mit Ihnen errichten und mit Ihnen vollenden können — das werden Sie natürlich finden. Doch das möge sich entscheiden wie ihm wolle, daran lassen Sie uns glauben und halten: daß wenn bei der Errichtung der Stiftshütte die friedestörenden Elemente und Dämone ihre Gewalt verloren und die bösen Genien bei'm Salomonischen Tempelbau selber Mitarbeiten mußten; daß wir zum Gelingen unseres heiligen Werkes, das höher steht als Altar und Gotteshaus, aus die Entfernung aller Mißverständnisse und Hindernisse, auf den glorreichen und feierlichen Sieg des Guten, Wahren und Gemeinnützigen, ja auf die fühlbare Hilfe des Allgütigen hoffen dürfen. ^1 NP1L" NX 12L'NN. Zeitungsnachrichten und Correspon denzeu. Deutschland. WM" Darmftadt, den 7. November. Heute Vormittag wurde daS Urtheil in der Proceßiache des Rabbiner Dr. Julius Landsberg publicirt. Herr Lazarus Löb wurde vom Großh. Hofgericht als der Verleumdung gegen den erwähnten Rabbiner nichtschuldig, freigesprochen. Frankfurt a. Dt. p'2 xnV2V. (Hat sich ein Fehler eingeschlichen, so bleibt er auch.) In der Geschichte der Juden zu Mainz im Mittelalter (deren Fortsetzung nächstens erscheinen wird), bemerkte ich bei Erwähnung N. Jedidia'S aus Nürnberg, eines Mainzer Rabbinen, der dort «m'S Jahr » 1305 gestorben ist, daß er nicht in unseren Tosafot citirt wird und daß R. Jechiel Heilprün ihn irrtümlich den Tosafisten zuzählt, wie sich jeder davon überzeugen kann. Herr Rabbiner Deutsch jedoch ist nicht dieser Meinung, er glaubt, die Angabe R. Jechiels beziehe sich nicht auf unsere Tosafot, wo wirklich keine Spur von R. Jedidia aus Nürnberg zu finden ist, sondern auf die alten Tosafot, wo dieser ehrwürdige Rabbi vorkömmt. Ich suche aber vergebens in den ^2V N'SOIN, die mit v'^.1 N12D in Berlin S496 in Folio erschienen find, nach dem R. Jedidia aus Nürnberg, weder im Tractat Grübln noch im Tractat Ketubot finde ich diesen Namen. Er konnte sich aber auch gar nicht in diesen alten Tosafot, die aus dem 12. und Anfangs des 13. Jahrhunderts datiren, befinden, da er noch im 14. Jahrhundert lebte. Am Ende überlas ich noch einmal R. Jechiel Heilprüi?s Worte, sie lauten nicht ganz, wie sie Herr Rabbiner Deutsch anführt, sondern: ,pi2^iOO.i'i'i' i".i l"l?2 '-1M '"N2 .^2 x"v P211'P .?"O N121N2 ^1N ^>"r7iNO ,N'1'1'. Der Name Salomon Laurier, den R. Jechiel als Quelle angibt, überzeugt mich, daß hier weder von unseren Tosafot, noch von den alten Tosafot die Rede sei, sondern von den v"w2 nixvia 'Di^n, die R. Jechiel Heilprün im Artikel: pnL' ^12 O"N i"n pi2)iip als Quelle angibt, das sind die Notizen des R. Arje Löb, Herausgeber des Talmuds Edit. Amsterdam und Frankfurt a. M., von Heilprün, O'Vin genannt. Dieser R. Arje Löb hat in seine 'Diln O'WIDON NIXOI), Randglossen, die er in einem No. der alten Tosafot zu einigen Traktaten fand, ausgenommen und sie irrlhümlich mit dem Titel „Alte Tosafot" decorirt. Dieser Jrrthum leitete Heilprün irre, leitete Herrn Deutsch irre, denn hat sich ein Fehler eingeschlichen, so bleibt er auch! Schließlich bemerke ich, daß der zweite R. Jedidia, dm R. Arje Löb im Namen Salomon Laurier's erwähnt, nicht R. Jedidia aus Nürnberg ist, wie der Verfasser des Seker Ha-Dorot glaubt, sondern R. Jedidia aus Melun, welcher am Ende des ^.Jahrhunderts in Frankreich lebte. Vergl. iDO ,nvs ni25n ^'WO.I Z. 35 : PXvOO b"l N'1'1' ,-> 2171 'DO 'N^>2P 12, der in der That ein Tosafist war und in nisoin und noch anderwärts vorkommt, wie ich bereits in einem Briefe an Herrn Dr. Buchholz, Rabbiner in Märkisch Friedland, welcher sich mit einer Geschichte der Charatteristik der Tosafot beschäftigt, bemerkt habe. Da ich einmal von bv ^>pi p'2 xnw2w spreche, kann ich nicht umhin, ans einen Fehler aufmerksam zu machen, der mir ebenfalls zur Last gelegt wird. Dr. B. H. Auerbach schreibt in seiner Geschichte der israel. Gemeinde Halberstadt, Seite 87: „Daß der berühmte frühere Londoner Rabbiner Hirschel Lewin wirklich die hiesige Rabbinerstelle mehrere Jahre bekleidete, wird von Carmoly und A. bestritten. »2