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Der Israelit · 1866-11-14 · Heft 46 (14.11.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 46 (14.11.1866)
Date
1866-11-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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755 zu unserem Bau benutzen; sind wir ihm doch nirgends zu nahe getreten, haben mit keinem Worte des Tadels seine Manen genannt. Als wir, meine geschätzten Herren College« und ich, den lang in unserer Brust gehegten Gedanken zur Ausführung bringen wollten, in Rheinland ein neues Seminar zu gründen, da hatte man noch keine Ahnung von den Wirren, welche nachher durch das Statut der Marks-Haindorf'schen Stiftung entstanden sind. Noch mehr, derselbe Plan, den wir jetzt in die Hand genommen, der wurde schon vor 25 Jahren von einem würdigen geistlichen Führer unserer Provinz in's Auge gefaßt, und wenn dessen Arbeit der unerbittliche Tod nicht zur Reife brachte, so hat sie sein Nachfolger im Amte übernommen und sich zum Träger derselben Idee gemacht. Sie kennen den verehrten Mann, den ich meine. Sein gediegenes Wort, erprobt durch langjährige Erfahrung, gehoben durch eminentes Wissen, es würde heute in dieser hochachtbaren Versammlung laut ertönen, würde gewiß Wiederhall finden in Ihren Herzen, wäre es ihm nur vergönnt gewesen, sich von seinem Krankenlager zu erheben und unter uns zu treten, Endlich liefere Ihnen die Thatsache, daß uns schon vor zwei Jahren ein munificenter Herr, der nicht in der Metropole unserer Provinz wohnt, zur Gründung eines Seminars in Rheinland bedeutende Hilfsmittel versprach, und diese seine Zusage, wodurch unsere Anstalt ein Geschenk von circa 10,000 Thlr. erhalten wird, noch vor einigen Tagen bekräftigte, den unumstößlichen Beweis, wie die Kenntnißnahme der neueren und neuesten Vorgänge in Münster uns keineswegs beeinflußte. Daß unser Unternehmen gerade in die Zeit siel, wo man allgemein die Befürchtung hegte, es drohe dem vorhandenen Seminar ein jäher Einsturz, wo man allgemein eine drastische Remedur für geboten hielt, war nicht unsere Schuld. Wir konnten vielmehr leicht denken, daß das famose Statut, sollte es nicht schließlich der Lächerlichkeit anheimfallen, eine radicale Abänderung erdulden würbe. Und doch ließen wir unS durch diesen Gedanken nicht beirren. Denn die Gründung eines Seminars in Rheinland ist zu einem unabweisbaren Postulat geworden. Es ist unerläßlich, um dem überall fühlbaren Mangel an tüchtigen Lehrern in unserer Provinz gründlich abzuhelfen, um nicht fürder ihres Amtes unfähige und abenteuerliche Personen in den kleineren Gemeinden placirt zu sehen, um die Lust zum Lehrfache selbst durch die naheliegende Möglichkeit, sich für diesen Beruf auszubilden, zu wecken und zu fördern, um uns Rabbinern die Gelegenheit zu verschaffen, da, wo es gilt, das heilige Erbe unserer Väter, das geoffenbarte Wort Gottes unverfälscht zu lehren, prüfend, rathend und helfend einzuwirken allezeit, anstatt erst eine Reise von einem Halbhundert Stunden und darüber unternehmen zu muffen, anstatt je in einer Jahrwoche zu einer Jnspection zugelaffen zu werden; mit einem Worte, um unsere künftigen Lehrer mit allen Qualitäten für ihr Amt auszustatten und ihnen die Anschauung eines ächten jüdischen Gemeindelebens zu verschaffen, was eben nur in Rheinland möglich ist, wo es die numerisch hervorragendsten und organifirtesten Gemeinden gibt. Nun, meine Herren, urtheilen Sie selbst, ob in diesem Streben ein Befürchten von hierarchischen Gelüsten, von schismatischen und ultramontanen Bestrebungen und der Himmel weiß, wie das ganze Heer dieser Schreckgestalten und Popanzen heißen mag, gegründet ist? Wir treten mit offenem Visir auf. Und gerade darum hat das Interesse an unserem Unternehmen, das Wohlwollen und die freigebige Unterstützung, die uns allwärts entgegenkamen, wohin wir uns kehrten, mit Gottes gnädigem Beistände unser Werk gefördert, und wenn auch noch nicht zur Vollendung, doch zum Aufrechtstehen gebracht. In unseren Händen befinden sich Zeichnungen und Zusagen für jährliche Beiträge bis zu einer Höhe von 2400, Capitalien von 13,600 Thlr., und es wäre ein unwürdiger Verdacht, befürchten zu müssen, daß auch nur Einer von den ehrenwerthen Mitgliedern unserer und auswärtiger Gemeinden sein gegebenes schriftliches oder mündliches Wort nicht einlösen möchte! Und die hohe Staatsregierung, ich darf es laut verkünden, sie freut sich mit unserem künftigen rheinischen Seminar, da mit ihm alle obgedachten Mißstände aufhören werden. Vollbrachte Thatsachen also bringen wir Ihnen entgegen, und gegenstandslos ist für uns heute jede Berathung, welche das neue Seminar in Rheinland noch in Frage stellt. Für uns gilt es heute nur, entweder um ein lange Zeit bestandenes Compagnie-Geschäft — wenn ich mich kaufmännisch ausdrücken darf — in collegialischem Einverständnisse beider Theile aufzulösen und unserem bisherigen Associö die Firma allein zu überlassen — denn die Familienmitglieder des Hauses sind auf beiden Seiten größer geworden, haben sich mehr als verdoppelt und es reicht das eine Geschäft schon lange nicht mehr aus, sie alle zu versorgen — oder das Geschäft mit verdoppelten Kräften fortzuführen, um zweifache Resultate zu erzielen, was aber nur dann ermöglicht werden kann, wenn sich das ältere dem neueren anschließt und nach einem größeren Orte verpflanzt wird. Im Hinblick auf diese Alternative rufe ich Ihnen, meine Herren, aus Westphalen zu: "ppi rw'iO rr'.in Hüten wir uns aber unter allen Umständen, durch Widerspruch und Drängen eine Fehde zu beginnen, die kein anderes Resultat erzielen kann und wird, als das unerquickliche häßliche Schauspiel: die Schattenseite und Achillesferse von Personen und Sachen unbarmherzig enthüllt zu sehen. „Also Ihr zerreißt unter gewissen Eventualitäten die Bande, die uns zusammeng eh alten, Ihr gefährdet durch Euren Austritt s

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