Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1866)
- Date
- 1866-11-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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746 gegeben. Wissen Sie denn nicht, daß daß Einmengen, in Amtshandlungen verboten ist? — Angekl.: Aufklärungen geben, ist nicht verboten. Hiermit war das Verhör mit dem Angeklagten geschloffen. Es wird nun der Zeuge Hofmann vorgerufen, der aussagt, Piskacek habe ihm eine Pfeife gegeben mit der Aufforderung, „stark zu pfeifen" und dem Beifügen, er habe schon 1öO solcher Pfeifen vertheilt, und es werde heute mit den Juden "Malheur" geben. Später habe Piskacek zu dem Zeugen geäußert: „Die Leute sind dumm, sie haben zu früh angefangen". Der Zeuge wird beeidet. Der nächste Zeuge ist der Gemeinderath Herr Notar Schebesta, der Piskacek einigemal aus der Volksmenge vortreten sah, sonst aber nichts zu sagen weiß. Staatsanw.: Sie sind bereits längere Jahre in Schüttenhofen und werden daher die Volksstimmung von früher kennen. Aus welchem Grund war man dasebst den Juden gehässig und wie kam es, daß diese Gehässigkeit gerade an jenem Tage explodirte? — Zeuge: In früheren Jahren hat sich nie ein Haß gegen die Juden geäußert, bis nach der Przibramer Geschichte, es wurde „Stribro" gerufen, man kaufte Pfeifen, und am Jahrmärkte ging's los auf die Juden, die in der sogenannten „deutschen Gaffe" wohnen. Man kam zu mir und forderte mich auf, als Gemeinderath meine Pflicht zu thun, ich ging also zweimal mit den Andern durch die Gaffen; dann aber wollte ich meine Ruhe haben. Nun erschien der Zeuge Karl Germann, Bezirksamtsaktuar in Schüttenhofe.n Derselbe erzählt ausführlich den in der Anklage entwickelten ganzen Sachverhalt; dann erwiedert er auf die Frage des Präsidenten, ob er Piskacek kenne: Ich habe das Vergnügen gehabt , mit ihm beim Pfarrer in Bergstadtl zu speisen; amt 2. März sah ich ihn in den Gaffen herumschlendern und Nachmittags, als Fürth's Haus geplündert werden sollte, trat er mir vor dem Hanse entgegen und forderte mich auf, gegen das Volk nicht nicht mit Waffen einzuschreiten; er sprach dabei von den Zeitungen und wies auf oie Fälle in Hostomitz und Horowitz hin, dabei bot er sich an, er werde selbst mit dem Volke reden, wandte sich nach demselben um und sprach einige wenige Worte, worauf ein großes Gelächter entstand. Ich befahl ihm hierauf, sich zu entfernen, er ging einige Schritte weiter und blieb wieder stehen. — Angekl.: Weil ich den Befehl, mich zu entfernen, nicht gehört habe. (Fortsetzung folgt.) « LL ^vis imxorlsnt. plaes äs ärrsstsur äs l'^eols isrsälits a Laxäaä est äsvenus vaoanls. IIn traitsvaent äs 3000 krarres «st assurä au äirsoteur. Oa eonnaissanes spprokonäis äa fravtzais ou äs l'avAiai's est inäispsnsaläs. Hs lstlrss äs oauäiäaturs avsv piess« ä, 1'appur äevrout strs aärsssäss äaus Is plus irrst ä6!ai au ssvrätariat äs 1'^IIiausv israslits uuivsrsslls a karis, rus ä^uAdieu 23. Stelle-Gesuch. Ein junger Mann, der das Gymnasium bis zu den höchsten Klaffen besucht, längere Zeit in einem bedeutenden Weißwaarengeschäfte als Commis servirte, sucht einen Reise- oder Maaaziniersposten am liebsten in einem ähnlichem Geschäfte. Auf großen Gehalt wird weniger gesehen, als auf ein echtteligiöses Haus. Die besten Referenzen stehen zur Seite. Offerte beliebe man zu richten an die Expedition des Israelit unter Chiffre L. L. 684. I « L ine junge Dame, welche ihre Ausbildung als Lehrerin vollendet, auch schon unterrichtet hat und befähigt ist, außer den Elementargegenständen, auch Unterricht im Französischen, Englischen, in den weiblichen Handarbeiten, sowie im Klavierspiel, zu ertheilen und ein Hauswesen zu leiten, wünscht, eine Stelle als Lehrerin in einem israel. Institute, oder als Erzieherin in einem achtbaren israel. Hause zu übernehmen. Nähreres bei Oberlehrer Fuld in Mainz. Offene MeHgerstelle. Die israel. Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. beabsichtigt einen zweiten Metzger anzustellen. Erfordernisse sind ächte Religiosität, Geschäftskenntniß, ein Betriebskapital von einigen Tausend Gulden. Schriftliche Anmeldungen für diese Stelle nimmt Herr Theodor Hom-orger dahier entgegen. Frankfurt a. M., den 24. Oktober 1866._ in junger Mann, der auf einer hies. Lehranstalt das Zeugniß der Reife zum einjährigen Militairdienst erhalten, wünscht in ein nobles Geschäft als Lehrling einzutreten, wo an Sabbat- und Festtagen geschloffen ist. Frank. Adr. nimmt entgegen Prediger Vo P. Meuptadt in Breslau, Revschestr. 36.