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Der Israelit · 1866-11-07 · Heft 45 (7.11.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 45 (7.11.1866)
Date
1866-11-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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744 nunmehr zum sechsten Male zu besuchen; alsdann, nachdem von allen Seiten Gebete verrichtet waren, begaben wir uns unter dem Jubel der Bevölkerung Ln dm Landsitz „Kerem Mosche We Jehudith," welcher auf dem Hügel von Gichon liegt. Ich hatte früher schon bekannt machen lasten, daß es mein Wunsch sei, von jedem Juden Mittheilungen zu empfangen, sei es in feinem eigenen Jnterreste oder in demjenigen der ganzen Gemeinde. Auch hatte ich Stunden festgesetzt, wo ich Jeden, der mich nur sprechen wollte, empfangen könnte und benutzte jeden freim Augenblick, von allen Seiten Erkundigungen entgegen zu nehmen. Eine Ehrenwache seitens des Gouverneur sowohl, als auch die Kawaste des englischen Consuls und des Chacham Baschi lagen Tag und Nacht um unsere Wohnung. Den ersten Tag benutzte ich dazu, die Geschenke, die mir viele Freunde Jerusalems für die Armen mitgegeben hatten, zu vertheilm. Ebmso sandte ich Briefe und Boten an Personen, die im Stande sein konnten, mir nützliche Mittheilungm zu machen; — dann beschlossen wir in der Anwesenheit vieler Besucher mit dem Maaribgebete die Thätrgkeit des ersten Tages meines diesmaligen Aufenthalts zu Jerusalem. Donnerstag, den 28. März, begab ich mich, Vormittags zehn Uhr, in den Palast des Gouverneurs, begleitet von dem Consul Moore, Herrn Or. Löwe und Herrn Sebag und wurde von Sr. Excellenz mit der größten Freundlichkeit und dem größten Nespect empfangen. In dem Laufe der Unterhaltung mit dem Gouverneur, berührten wir besonders den Wassermangel der Stadt, und Seine Excellenz beschrieb mir die Werke, die er zu diesem Zwecke so edelmüthig unternommen hat, damit sie die Stadt mit dem unentbehrlichen Elemente versehen sollen. Dieser wichtige Punkt wird an einer anderen Stelle dieses Berichtes ausführlich besprochen werden, da er für das Wohlergehen der heiligen Stadt von großer Wichtigkeit ist, und daher ihren vielen Freunden von Interests sein muß. Ich will hier nur anführen, daß der Plan, den der Gouverneur entworfen und bereits in Angriff genommen hatte, der ist, die drei Wasserreservoirs, allgemein bekannt unter dem Namen die Teiche SalomonS, in zwei Reservoirs leiten zu lasten, um dadurch den Fall des Masters zu verstärken und die Master von Urtas bei Etham diesem Teiche zuzuführen, wodurch in sehr kurzer Zeit der Wasserbedarf der Stadt gedeckt werden dürste. Da jedoch der Gouverneur die Schwierigkeiten, die durch den Mangel der gehörigen Geldmittel entstehen, zu unterschätzen schien, und ich die Vortheile, die durch diesen Aquaduct sowohl in sanitätlicher als auch in anderen Beziehungen hervortreten, genau kenne, so glaube ich im Sinne des „Unterstützungsfonds für das heilige Land" und im Sinne des Board gehandelt zu haben, wenn ich dem Gouverneur zu diesem Zwecke 200 L. von der Bereinskaffe übergab, wozu ich noch 100 L. als meinen persönlichen Beitrag hinzufügte. Der Gouverneur stellte mir ebenfalls vor, wie wünschenSwerth es sei, wenn man außerhalb der Stadt einen Aufenthaltsort für Aussätzige errichte, welches aber ein Capital von 1,500 L. erfordere. Da ich mich nicht für competent hielt, von den Bereinsgeldern für diesen Zweck etwas zu verausgaben, obschon ich von der Nützlichkeit einer solchen Einrichtung überzeugt bin, so begnügte ich mich, aus meiner Privatkaste 400 L dafür zu geben, welche als Stock zur weiteren Subscription dienen könnten. Während der Unterhaltung mit Sr. Excellenz, dem Gouverneur, hatte ich das Vergnügen zu vernehmen, mit welchen freundlichen Gesinnungen er von unserem englischen Consul zu Jerusalem sprach. „Nicht allein", sagte er, „habe ich die größte Achtung vor Herrn Moore wegen seiner Befähigung als Repräsentanten der englischen Regierung, sondern ich betrachte ihn als einen sehr geschätzten Freund, als einen einsichtsvollen Staatsmann und einen vollendeten Gelehrten, der in jeder Beziehung die Achtung imd Liebe aller derjenigen verdient, die die Ehre haben, ihn zu kennen. Nachdem ich meinen Besuch bei dem Gouverneur beendigt hatte, begab ich nach dem Hause des Chacham Baschi, der bei meiner Ankunft in „Mischkenet Schaananim" wohnte; als ich jedoch in die Nähe dieser Wohnungen kam, erfuhr ich, daß er sich nach seiner Wohnung in der Stadt begeben habe. Donnerstag, den 29. März, nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, daß es den Armen an Mitteln zur Feier des Pesachfestes fehle, übergab ich dem Chacham Baschi 100 L. zur Vertheilung an die unbemittelten Sephardim und dieselbe Summe den Repräsentanten der Aschkeunasim zu demselben Zwecke. Während der zwei ersten Tage des Pesachfestes besuchte ich die Touro-Armenhäuser, die von dem Fond gebaut wurden, der mir von dem sehr betrauerten Judah Touro zu New-Orleans übergeben worden war, um ihn auf die bestmöglichste Weise zum Wohle seiner ReligiouSgenoffen im heiligen Lande zu verwenden. Ich überzeugte mich zu meiner größten Befriedigung, daß die Insassen die Borthelle, die fie genießen, im vollste» Maaße verdimen. Diese Wohnungen sind in einet» der gesündesten Theile der Vorstädte Jerusalems belegen; die gewissenhafteste Aufmerksamkeit wird der Aufrechthaltung von Ordnung nnd Reinlichkeit gewidmet, und die Bewohner derselben sind glücklich und zufrieden, indem sie einen Thell ihrer Zeit dm religiösen Studim und Observanzen widmen, aber nichtsdestoweniger ihre industrielle Beschäftigung nicht vernachlässigen. Ich unterhielt mich mit den «eiste» dm

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