Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 43 (24.10.1866)
- Date
- 1866-10-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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713 Eholerakranke israelitischer Confesfion besondere Lokalitäten zu gewinnen, wodurch einem sehr dringende« Bedürfniß abgeholfen werden dürste. Gebe Gott, daß wir diese Zimmer nicht zu einem so traurigen Zwecke zu benutzen brauchen. Der Verein Bikkur-Cholim hat Herrn de Graaf für seine großen Verdienste, die er sich in dieser Zeit des Schreckens erworben, zum Rosch Haschanah einen kostbaren Fauteuil mit sinnreichen Inschriften zum Geschenke dargeboten. (Nieuw Israelisch Weekblad.) Frankreich. lü Part-. Von einem anerkannt tüchtigen Nationaläkonomm, Herrn Paul Boiteau, ist unlängst ein zweibändiges Werk über das staatliche Vermögen und die Finanzen Frankreichs erschienen, das auch auswärts bekannt zu werden verdient. Nach demselben erhalten die Ein Hundert und sechsundzwanzig Rabbiner und Prediger des israelititchen Kultus in Frankreich zusammen 146,700 Frs. jährlich Besoldung vom Staat. — England. /X London. Einer der schönsten Vereine unserer großen Gemeinde ist die nun nnIn. Dem Namen dieser Chebra entsprechend, strebt dieselbe dahin, die Kenntniß der Thora unter den erwachsenen Israeliten unser« Metropole zu vermehren. Zu diesem Zwecke hat der Verein mehrere Talmudgelehrte mgagirt, die allsabbatlich zu bestimmten Stunden abwechselnd religiöse Vorträge in nunn und anderen populären Zweigen der Gotteslehre halten. Äuf Vereinskosten werden dann auch von Zeit zu Zeit faßliche und für Jedermann verständliche Abhandlungen in englischer Sprache edirt und an die nach vielen Hunderten zählenden Mitgliedern vertheilt. Samstag den 13. Oktober eröffnete der verehrte Chief-Rabbi Herr vr. N. M. Adler die Wintervorträge in der neu errichteten Synagoge der OM2 rwm ivri vor einer Zuhörerschaft von 5—600 Personen. Der würdige Redner erfaßte die Gelegenheit des laufenden Wochenabschnitts, den Segen Noahs für die Nachkommen Scherns hervorhebend. Herr Ör. Adler wies darauf hin, wie es gerade uns Israeliten unter den Nachkommen Scherns zur Aufgabe geworden, so zu leben, daß „Gott wohne in den Zelten des Schern." Nur in der richtigen Pflichterfüllung in Bezug auf die Häuser des Gebets und des Thorastudiums könne die Aufgabe Israels, den Glauben an dm einzigm und einzig wahren Gott in der Welt zu verbreiten, erfüllt werden. Hoffen wir, daß diese Vorträge immer so zahlreich und mit so vielem Interesse besucht werden, wie es derjenige des Herrn Oberrabbiners war. Rußland und Polen. Von der polnische» Grärrre, 8 Oct. Die russische Regierung fängt an, ihren Mischen Unterthanm die sie bisher zu ihrem eigenen Nachtheil sehr stiefmütterlich behändeste, ein freundlicheres Gesicht zu zeigm und ihnen Concessionen zu machen, die bisher in Rußland unerhört waren. So hat sie neuerdings das Verbot, das dm Juden die Anstedlung in Groß- und Südrußland Untersagte, in so weit aufgehobm, daß sie dm jüdischen Kaufleutm der zweitm und dritte» Gilde gestattet hat, sich in Nikolajew und Sebastopol niederzulaffen, und dort nicht bloß Geschäfte zu treiben, sondern auch Grundeigmthum zu erwerben. Wie man hört, liegt es in Absicht der russischen Regierung, dm Juden auch das Recht der Erwerbung von Grundbesitz in Litthaum und Neusten zu ertheilm, und liegt der betreffende Gesetzentwurf bereits dem General-Go»? verneur der genannten beidm Provinzen zur Begutachtung vor. Ferner hat die russiche Regierung dm in der Bücherei und in anderen Ländern Cmtral-AfimS lebenden Juden angeboren, sich unter ihrm Schutz zu stellen oder russische Unterthanen zu werden. Dieses Anerbieten ist um so bereitwilliger angenommen wordm, als die Juden von dm moslemitischm Regierungen und Bevölkerungen jener Länder schwer bedrückt werden. (Ostsee-Zeitung.) Palästina. Jaffa. Dem „Libanon," der gewöhnlich über Palästina sehr gut unterrichtet ist, wird von hier geschrieben : Herr Robert Plattner wurde von der königl. dänischen Regierung zum Consul für Syrien ernannt. Ob diese Nachricht jener dem „ Hamagid" entlehnten, welche die Ernennung des Herrn Plattner zum Consul der marokamschm Regierung meldete, als Ergänzung dimt oder im Widerspruche mit derselben steht, das müssen wir vorerst abwartm. Der Correspondent des „Libanon" fügt hinzu, daß sich Herr Pl. nach Jerusalem begab, um dem Pascha die vorgeschriebme Meldung von dieser Ernennung zu machen. Der Pascha empfing ihn mit allen Ehrm und gab chm noch eine Militairbegleitung bis nach Jaffa mit. Dem Gouverneur von Jaffa schickte er dm Befehl, Hem Plattner mit derselben Ehrerbietung zu begegnen, wie es der Pascha selbst gethan. Der Gouverneur gehorchte dem Befehl und ließ Herrn Pl. durch 20 ChialeS empfangen. Mit klingendem Spiele zog derselbe durch die Straßen der Stadt. Bei seinem Einzüge durch das Thor traten die Wache» unter das Gewehr und salutirten wie vor dem höchsten Würdenträger.