Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1866)
- Date
- 1866-10-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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KSL AeitrttrgSnachrichle« und Gorrefpo«» denzen. Deutschland. Ellwangeu, den 6. Okt. Heute starb hier der auch in weiteren Kreisen rühmlich bekannte Buchhändler Isaak Heß in seinem 77. Lebenjahre, nachdem er schwere körperliche Leiden viele Monate lang bis zu seinem letztem Lebenshauche mit starkem Geiste und stets sich seiner bewußt ertragen hatte. Er war öffentlicher Dolmetscher sür die neuhebräische Sprache im Königreiche Württemberg, früherer Vorsteher einer israel. Lehranstalt, seit dem Jahre 1821 durch Schriftstellerei und Agitation für die geistige Erhebung und politische und bürgerliche Emancipation seiner Glaubensgenossen thätig, Mitglied der zur Vorberalhung des Judengesetzes von 1828 einberufen gewesenen Notabeln-Versammlung. Auch der Plan und die Gründung des Vereins zur Errichtung der israel. Waisenanstalt war sein Werk. Seinem Sarge folgten 2 Töchter und 3 Söhne, wovon zwei ebenfalls Buchhändler hier und einer Oberjustiz - Procurator in Ulm ist. 70^2-! L. Effltuge«. Der Bericht über das israel. Waisenhaus Wilhelms pflege hier xr. 1. Juni 1865/66 gibt wieder Aufschluß über das Gedeihen und den segenschaffenden Fortgang dieses Friederrswerkes. Das Regentenhaus hat das Institut wieder mit ansehnlichen Gnadengeschenken bedacht und die freiwilligen Beiträge der Israeliten des Landes haben über sechs Tausend Gulden ertragen. Das Vermögen des Vereins hat hiedurch einen Zuwachs von fast fl. 5000 erfahren und kann der Zukunft mit froher Zuversicht entgegengehen. Die Zahl der jetzt von der W'lhelmspflege beherbergten Zöglinge beläuft sich auf 18. Das reine Vermögen der Anstalt beträgt jetzt fl. 63,670. 45Vz kr. — l Möge wie der materielle Wohlstand, so auch der religiöse Geist im Waisenhause immer mehr sich heben und echt jüdische Männer demselben entwachsen! A. Aus Württemberg. Bei den von dem Ministerium angeordneten Erhebungen über den Stand des Volksschulwesens unmittelbar vor dem Vollzug des Gesetzes von 1865 haben sich für die Israeliten nachstehende Resultate ergeben. — Von den 14 öffentlichen Volksschulen stand am 30. Mai 1865 die eine Hälfte unter der ev. und die andere Hälfte unter der kath. Oberschulbehörde, deren Zuständigkeit ja von dem Bekenntniß der Mehrzahl der Einwohner abhängig ist. Bon den 23 freiwilligen rsr. Konfesfionsschulen stehen 17 unter der ev. und 6 unter der kath. Oderschulbehörde. Diese Schulen wurden von 707 Knaben und 876 Mädchen, zusammen von 1,583 Schülern frequentirt. (Hiebei muß bemerkt werden, daß in den Städten die israel. Schuljugend fast durchaus die Real- und Gymnasialschulen besucht, die m obiger Statistik nicht inbegriffen find.) I. Me Berichtigung aus Laupheim Über die Art der goldenen Hochzeitsfeier kann dem Berichterstatter, dem eine sonst gute Quelle zu Gebote stand, selbst nur erwünscht sein, wenn damit der Wahrheit ihr Recht geworden ist. Auch der Angegriffene muß es der Presse Dank wissen, daß sie ihm durch die Veröffentlichung des Gerüchts Gelegenheit zur Verteidigung geboten hat, wenn etwa der Angriff aus unrichtigen Voraussetzungen sich gründen sollte, da ohne jene offene Rüge die Fama auf ihrem stets wachsenden Jrrthum beharren würde. rnitt Österreichischer Kaiserstaal. Wien, den 11. Oct. Dem Bericht hiesiger Zeitungen zufolge, hielt der Severinus-Verein am Abend des 8. d. M. im Saale des Conservatoriums eine Monatsversammlung ab; bei dieser Gelegenheit wurden Reden gehalten, die ein eigentümliches Licht auf hiesige Zustände werfen. Nur einen Passus will ich hervorheben; man will nämlich in Wien eine Handelsschule errichten, bei der auch nichtkatholische Lehrer angestellt werden sollen. ^Zn Bezug darauf sprach ein Redner: „Ja, man will schon unsere Schulen in Wien zu entchristlichen anfangen, man will hier ein neues Institut gründen, in welchem jeder lehren und bilden soll, ob er jetzt ein Katholik oder Protestant, ob er Jude oder Heide ist. In einer katholischen Stadt Deutschlands ist dieses Ansinnen gefährlich, das ist nicht Recht, „solche Aufklärung können wir nicht brauchen, die Jugend hat die Zukunft und wir müssen eine katholische Zukunft haben; Raub, Treubruch »nd Verführung ist bei nicht katholischer Erziehung die Intelligenz der Zukunft." — Dieser Redner erntete allgemeines „Bravo" und „Vergelts Gott" rc. — Wahrscheinlich applaudirte dieses Publikum diesem Redner, «eil es in solchen Behauptungen de» Borwand zu Excefsen findet, wie sie die jüngste Vergangenheit im Oesterr. Kaiserstaate leider nur zu oft gesehen hat; wenn solche Lehren ungestraft dem Volke eingeflößt werden dürfe», da kann ein so edler Erfolg, der sicherlich Oesterreich bei allen civi lisirten Nationen zum Ruhme gereicht, nicht ausbleibm. Verzeihen Sie, wenn ich bitter werbe; ich weiß recht gut, daß unser erhabener Kaiser und Seine erleuchtete» RÄhe Alles gethan haben und »och thun, um den erwähnten Exaffe» entgegenzutreten — allein dar Urbrl müßte an der Wurzel zerstört werden, n»d das würde nur daun geschehen, wenn jenen Verhetz«»