Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1866)
- Date
- 1866-10-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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692 bleiben, sagt er, habe ihm die Gemeinde die Erfüllung ihrer Verpflichtung verweigert, so daß die Intervention des französischen ConsulS erforderlich war, um ihm nur eiue Vergütung zukommen zu lassen. Der Brief, in welchem ihn das Comitä ersucht, seine Funktionen fortzusetzen, und sich zugleich verpflichtet, die Gehaltsdiffereuzen auszugleichen, ist ihm erst in dem Augenblicke geworden, als schon über seine Reise entschieden war. Das Comit6 entscheidet, daß in der Folge sowohl die Direktoren der Schulen als auch die Gemeinden sich verpflichten müssen, ein gegenseitiges Engagement auf wenigstens 3 Jahre einzugehen. Herr Rabbiner Hirsch Kalischer aus Thorn, Präsident des Vereins für Colonisirung des heiligen Landes, macht den Vorschlag, den Verein, dem er vorsteht, mit der „Alliance" zu vereinigen und der „Alliance" ein Capital von 12,000 Frs. zu Gebote zu stellen, wenn sie sich verpflichtet, sein Programm zu realisiren. Das Comite nimmt diesen Vorschlag an unter der Bedingung, daß es das Capital erst dann verwenden werde, wenn dasselbe durch andere Summen verstärkt sei. In der Zwischenzeit will es die Zinsen dieses Capitals zur Ermuthigung Ackerbautreibender unter den Israeliten Palästinas, sei es zu Preisvertheilungen oder zu anderen Zwecken, verwenden. Herr Arbeit wünscht die Errichtung einer Schule in einer der Vorstädte von Paris. Dieses Gesuch wird dem Consistorium überwiesen. Sitzung vom 22. März. Präsident Herr Ad. Cremieux. Neu eintretende Mitglieder: 1 aus Algier, 2 aus Bona, 19 aus Chalcis, 3 aus Korfu, t aus Luneville, 8 aus Metz, 3 aus Mailand, 7 aus Paris, 41 aus Rochester und 5 aus Setif. Die Herren Strauß und Dr. Jacob aus Wien schreiben, daß das provisorische ComiL6, das sich zur Organisation der „Alliance" in Oesterreich gebildet hat, sich der „Alliance" unter gewissen Bedingungen unterordne, über welche discutirt wird und die theilweise angenommen werden. Das Comitä zu Bucharest zeigt an, daß die Israeliten von der Nationalgarde ausgeschlossen seien, obschon sie erst neuerdings ihre patriotischen Gefühle durch ihre zahlreiche Betheiliguug an dem jüngsten Natioualaulehen an den Tag gelegt haben. Da die Kammer gerade im Begriffe sei, an einer neuen Constitution zu elaborireu, so glaubt das ComitS, daß gerade jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, die vollständige Emanzipation der Juden zu reclamiren. — Man entscheidet, daß man an die französische Regierung und an die europäische Conferenz, die die rumänische Frage regeln soll, ein Memorandum einreiche, welches die so legitime Reklamation unserer Glaubensgenoffen anseinandkrsetzm soll. Herr Kehren ans Amsterdam überfchtckt einen Brief des Rabbinen zu Minsk, welcher die Verhaftung sieben angesehener Israeliten jener Stadt unter dem Vorwände, die zahlreichen Feuersbrünste, die das Land verheeren, verursacht zu haben, meldet. Einer derselben ist durch ein Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden. Der Herr Präsident verliest einen Brief, den er an den Kaiser richten will, in welchem er um die Revision dieses Proceffes nachsucht. Madame Leval, Directrics eines Mädchenpensionats zu Hagenau, constatirt die Notwendigkeit, eine Normalschule für israel. Mädchen zu errichten, deren Leitung sie alsdann übernehmen wolle. Es wird ihr erwidert, daß ein derartiges Vorgehen sich ausschließlich in der Competenz des Centralconsistoriums befinde und daß für den Fall, wenn diese Schule zu Stande käme, die „Alliance" sie für das erwähnte Amt befürworten wollte. Herr Nerson zeigt an, daß er seine Demission als Director der Schule zu Bagdad einreichen werde. Das Cornitä hält cs für wichtig, ihn zu veranlassen, seine Stelle zu behalten; es erhöht seinen Gehalt um 600 Frs. und stellt eine nochmalige Erhöhung in Aussicht, für den Fall, daß die Schule zunehme. Herr Gogman, Director der Schule zu Tetuan, schreibt, daß ungefähr 60 Kinder die Schule nicht besuchen können, weil ihre Ettern sie nicht anständig kleiden könnten und ersucht um die Hilfe der „Alliance". Das Somit« votirt eine Summe von 500 Frs. Herr Gogman verlangt abermals eine Subvention für die Mädchenschule. Da die „Alliance" schon 600 Frs. bewilligt hat, wünscht er, daß man Mme. von Rothschild ersuche, die Unterstützung, die sie der Schule in den zwei ersten Jahren ihrer Existenz verwilligt, fortzusetzen. Endlich constatirt Herr Gogman einen neuen Act der Brutalität, der durch den spanischen Vicecousul an einem Israeliten verübt worden. Er glaubt, daß er unter dem Titel eines unbesoldeten Consulatsagenten für unsere Religionsgenoffeu, die der Willkür der maurischen und spanischen Bevölkerung preisgegeben sei, einstehen könne. Das Gesuch des Herrn Gogman wird Herrn von Acquin, dem Vertreter Frankreichs, zu Tanger übergeben und empfohlen. Ein Brief des Herrn von Acquin spricht von dem befriedigenden Zustande der israel. Schule zu Tanger. Der Vertreter Frankreichs zeigt an, daß er um die Aufnahme eines muselmännischen Kindes in diese Schule nachgesucht habe und daß er die Errichtung eines Spitals für Kranke aller Culte erstrebe. (Fortsetzung folgt.)