Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1866)
- Date
- 1866-10-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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687 seinem Lager liegende hebräische Gebetbuch zu sein; allein später erfuhr Herr E., Friedmann habe sich denselben Tag, da er ihn besucht hatte, ein von einer Nonne zum Geschenke erhaltenes Madonnenbildchen nebst Kreuzchen um den Hals hängen und sich dazu eigens ein rothseidenes Bändchen kaufen lasten. Hält man damit zusammen, daß Friedmann allwöchentlich einer christlichen Geliebten nach Lemberg schreibt, daß er schon früher dem Schloßgesinde gegenüber sich geäußert haben soll, er wolle sich laufen lasten, um bald Lieutenant zu werden, daß er selbst endlich auf die Frage des Rabbiners, ob es ihm leid sei, daß er getauft worden, nur geantwortet hat: „Es wäre mir nur sehr leid, wenn meine Eltern etwas davon erführen," daß er ferner den Rabbiner bat, dem Schloßcaplan keine Vorwürfe zu machen — so scheint ine Behauptung des Hausmeisters im Schlöffe: Feldwebel F. sei ein Lump, der sich nur deßhalb als jüdischen Märtyrer darstelle, um von den Juden in Cerekric mit guter Kost und Erfrischungen tractirt zu werden, wie dies auch seit einigen Tagen geschehe, — das richtige Licht auf dieses widerspruchsvolle Benehmen zu werfen. — Das Judenthum hat an diesem Simulanten nichts verloren, und das Christenthum — nichts gewonnen. Mainz, den 10. Oct. In dem Annoncentheile der „Kölnischen Zeitung" erläßt die israel. Gemeinde zu E. ihrem an der Cholera verstorbenen Mitglieds, Herrn I. W. s. A., einen warmen Nachruf; als Motto ist Psalm 34, V. 23 hingestellt und zwar in hebräischer Sprache und mit hebräischer Quadratschrift. Wenn dies schon an und für sich unzulässig ist, da ein politisches Tagblatt und namentlich der Annoncentheil desselben, nachdem das Blatt gelesen, zu allem Möglichen verwendet wird — so erfüllte es uns wahrhaft mit Schrecken, da wir den allerheiligsten Gottesnamen, den Schem Hawajah baruch hu, vollständig ausgeschrieben, nicht wie er gelesen, sondern wie er in der Sepher Thora geschrieben steht, vorfanden!!! Möchte man doch mit dem Allerheiligsten nicht so leichtsinnig verfahren! Baiuber«. Der Correspondenzartikel 6. ä. Bamberg, 20. September in Nr. 40 Ihres geschätzten Blattes veranlaßt mich zu folgender, ganz objectiv gehaltenen Widerlegung jener Schilderung unserer Gemeindeverhältniffe, welche, abgesehen davon, daß sie nur die Schatten- und gar keine Lichtseiten anführt, mehrfach von Entstellungen durchgezogen ist. Den Beweis hiefür mag Ihnen Folgendes liefern: In der Synagogenordnung ist lediglich das Anlegen der i^sn, dann das Ausziehen der Schuhe innerhalb der Synagoge untersagt keineswegs das Verweilen in derselben mit pniw oder ohne Fußbekleidung an und 2"'. Bon einem Eingangsgebete am Sabbat habe ich niemals Etwagehört. An v"' hält der Rabbiner einen kurzen deutschen Vortrag, worin er die Bedeutung und Symbolik des Tages in einer echt jüdischen Darstellungsweise beleuchtet. Bon einer Verordnung in der Schule beim „Buchstabiren" der hl. Schrift mit entblößtem Haupte zu sitzen, ist mir Nichts bekannt, wohl aber, daß dieser Unfug des Baarhäuptig-Sitzens während des hebr. Unterrichts schon seit vielen Jahren hier eingeriffen ist. Der Rabbiner hat sich vor einiger Zeit entschieden gegen diesen Mißbrauch ausgesprochen, ist dabei aber auf nicht minder entschiedenen Widerstand von Seiten des Vorstandes sowohl als der Mehrzahl der Gemeinde gestoßen. Ich muß schon hier bemerken, daß ich weit entfernt bin, der hiesigen Gemeinde eine Apologie zu halten, vielmehr zählt dieselbe mit Recht, weitaus der größeren Mehrzahl nach, zu dm fortgeschrittensten (?) ds Königreichs doch nvm N2ip'. Nachsicht mit den Gebrechen und Wahrheit hinsichtlich ihrer Tugenden ist auch hier das Ersterforderliche. Nach der Darstellung Ihres Correspondenten möchte es scheinen, als sei das mpv schon vor Aufnahme des jetzigen Rabbiners bios erklärt worden, und dieser hätte gleichwohl den ihm abgeforderten Revers unterschrieben. Allein dem ist nicht so. Erst nach Jnstallirung des Rabbiners fiel es den 7 — 8 Frommen ein, das seit 36 Jahren bestehende mpo näher untersuchen zu lasten, und dabei fand sich das erwähnte Ergebniß, wobei indessen insofern eine Controoerse zwischen dem hiesigen Rabbiner und Rabbiner Weiskopf entstand, als dieser das .i:p2 als ^22 z-122^ erklärte, während jener es als betrachtet wiffeu wollte. Wie ich höre, wird der Rabbiner die Tauchbad-Angelegenheit öffentlich beleuchten. Von welchem Principe Ihr Correspondent auSgeht, um nur 7 — 8 Fromme zu finden, ist mir nicht erklärlich. Dem entgegen kann ich Ihnen sagen, daß nicht wenige Geschäfte hier am rww und v"' geschloffen sind, die Synagoge täglich früh und Abend ziemlich besucht wird und zu dem an jedem rnv vom Rabbiner gehaltenen (nicht Predigt) sich immer etwa 20 Erwachsene einfinden.. Bei der Consirmation, ^welche der Rabbiner in der Urbedeutung (im Glauben befestigen) erklärt und auch so handhabt, fehlt das Ablegen eines Glaubensbekenntnisses, das Gelöbniß, die sogenannte Einsegnung der Kinder; diese, welche ein Jahr in der WerthschLtzung der .->mn und rviuv unterrichtet werden, erhallen sno 21-2 2212 eine Ermahnung 2^2 22122 d2 (die 2212 auf welche besonderes Gewicht gelegt wird, inbegriffen) zu halten, besonders aber, selbe zu lernen. Für 212^1' wird ^222- '2 gemacht; nur statt des