Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1866)
- Date
- 1866-10-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447279--04551-2460012- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
671 währte eine Stunde. Ein angesehener Kaufmann der hiesigen Judenschaft, welcher schon früher Gelegenheit gehabt hatte, den Fürsten in Bukarest zu besuchen, erhielt am folgenden Tage eine Prioataudienz, in welcher derselbe sich eine Stunde lang mit Seiner Hoheit über jüdische Angelegenheiten unterhielt; auch bat er um eine zweite Audienz für den Verein der jüngeren Israeliten, die ihm auch der Fürst gewährte. Montag 12 Uhr traten 25 elegant gekleidete junge Leute in das fürstliche Audienzzimmer ein. Bei dem Anblicke der zahlreichen Deputation, bemerkte der Fürst: wenn ich gewußt hätte, daß ich die Ehre haben würde, eine so große Deputation bei mir zu sehen, würde ich einen größeren Salon haben vorbereiten lassen. Nun erklärten dann einige darunter Seiner Hoheit das Verhältniß der Moldauer zu den hiesigen Juden, und als Sie fortgingen, waren seine letzten Worte: „Ich freue mich sehr, zu sehen, daß die hiesigen Juden germanisier sind und ich versichere Sie. ich scheide mit der besten Meinung von den hiesigen Israeliten." Wir können sagen, seitdem die Moldau existirt, haben weder Juden noch Christen das Glück geaabt, einen so guten und humanen Fürsten wie diesen zu besitzen; besonders hegen die Juden die beste Hoffnung, in kurzer Zeit emancivirt zu werden. Gebe der Allmächtige unserem durchlauchtigsten Fürsten ein langes und glückliches Leben und bleibe Er unser Herrscher und Beschützer wie es seine Unterthanen wünschen. Ich nlaube nicht mit Stillschweigen übergehen zu dürfen, daß uns der gewesene Minister Frankreichs, Herr Crämieux, mit seiner Anwesenheit beehrt habe und daß wir fast Alles seinem werthvollen Einfluß zu verdanken haben. Salomon Wechsler. Frankreich. Paris. Der „Univers Jsraelite" schreibt: An den Tagen des Rosch Haschanah hat man im Hotel Milaud, ras demjenigen des Herrn Thiers benachbart ist, Schofar geblasen. Der große Mann war überrascht. ergriffen, erschreckt durch diese fremden und klagenden Töne. Er glaubte vielleicht, daß der Tag des Gerichtes begonnen habe, an welchem der Gott der Juden von ihm Rechenschaft verlange über sein beklagenswerthes Benehmen in der Affaire von Damaskus, und daß jene Opfer, welche dereinst vergebens um die Hilfe des französischen Consuls nachsuchlen, der von Herrn Thiers protegirt war, blutend aus ihren Gräbern emporsteigen und nach Rache schreien. Unter den vielen Andächtigen bemerkte man am Jom Kippur auch einen Kavallerie-Hauptmaun, der die Haphtara Jona lehr schön sagte. Seinem martialischen Aussehen und seiner Krimmedaille konnte man den Muth und die Tapferkeit anmerken; aber wie der Prophet, sagt er : Jbri anochi „Ich bin Jsraelite- und zeigt bei jeder Gelegenheck, daß er ein wahrer Sohn Judas sei. Parts. Ein kaiserlicher Erlaß vom 17. August ermächtigt das israelitische Confistorium, das BrrmäLtlliß der seligen Fräulein Regine Rouget im Werthe von ungefähr 117,000 Francs anzunehmen. (Univers Jsraelite.) England. London Der „Obseroer" spricht von der Neuwahl des zukünftigen Lordmajors. Bei dieser Gelegenheit sagt er: Von d?m jetzigen Lord Major kann man mit gutem Gewissen sagen, daß er sich „goldene Meinungen bei allen Menschenklaffen" erworben habe. Seine Gastfreundschaft, die noch nicht aufgehört, hatte einen fürstlichen Charakter und er hat sich derart zu benehmen gewußt, daß er in ungewöhnlicher Weise die öffentliche Aufmerksamkeit und allgemeine Bewunderung uns sich lenkte; und dies nicht allein unter den Bürgern, sondern auch noch in viel werteren Kreisen- Seine geläufige und glückliche Beredsamkeit hat sehr oft einen Gegenstand der Aufmerksamkeit und noch öfter der Bewunderung abgegeben; uns es ist nicht zu viel gesagt, daß seine geniale Manieren und seine gutmüthrge Gesinnung, mit einer ungemeinen Geschäftskennlmß seine Mayoralität zu einer der angenehmsten gemacht haben, derer sich die jetzige Welt erinnern kann und viel dazu beigetragen haben, die Würde eines altehrwürdigen Amtes in der allgemeinen Achtung zu beben." Dem Jew. Chronicle wird bei dieser Gelegenheit unter Anderem geschrieben, daß eben dieser Lord Major wie kein anderer Beamte seiner Religion mit unerschütterlicher Treue anhängt. Dover, im September. Anknüpfend an unseren früheren Bericht haben wir, denselben ergänzend, noch hinzuzufügen, daß die h. englische Regierung für die Angelegenheit unserer Gemeinde ein rühmliches Interesse an den Tag legt und sich um dieselbe in liberaler Weise verdient macht. Als Beleg dafür muffen wir vor Allem hervorheben, daß die Regierung den Platz zur neuen Synagoge unentgeltlich hergab, und daß bei der feierlichen Einweihung derselben Repräsentanten des konigl. Ministeriums zugegen waren- Diese Einweihung hatte am 9. August 1864 Statt, und es gehörten die anwesenden Theilnehmer, worunter unser verehrter Oberrabbiner Herr Dr. Adler von London, zur Elite unseres Königreiches. Sir Moses Montefiore, welcher damals in Marocko sich befand, war sichtlich erfreut, als er bei seiner Rückkehr dies prachtvolle Ge-