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Der Israelit · 1866-10-10 · Heft 41 (10.10.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 41 (10.10.1866)
Date
1866-10-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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670 z - , > Das genannte Actenstück lautet wörtlich, wie folgt: „Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Landgraff zu Hessen, Fürst zu Herßfeld, Graff zu Catzenelnbogen, Dietz, Ztegenhain, Nidda, Schaumburg und Hanau rc., Ritter des König!. Großbrittanischen Ordens vom blauen Hosenband rc. Thun kund hiermit öffentlich bekennende, daß Wir, (wiewol mit Vorbehalt anderwärts uns beliebiger Verordnung) N. N.. des Schutzjuden N. N.'s ältesten Sohn in N, Amts Caßell. sich mit Weib und Kindern niederzulaffen und daselbst Häuslich zu wohnen, in unseren Schutz mit auf- und angenommen, doch derogestalt und also, daß sie sich der gemeinen Rechten weniger nicht als des Reichs Constitutionen, sodann Unserer in GOTT ruhenden löblichen Vorfahren, dißfals ausgegangenen und noch hinkünftig ausgehenden Ordnungen allem gemäs verhalten und leben, auch denen zuwider nicht allein niemand (wer der auch sey) mit übermäßigem Wucher oder anderwärtig ohnziemlicher Veroortheilung beschwehren, sondern auch dasjenige an Schutz-Silber- und andern Geldern rc. was! andere unter denen von Adel in Unserm Lande wohj »ende Juden zu geben schuldig oder Wir ihnen, der z Zeit n Gelegenheit sowol als auch der Billigkeit nach i auflegen werden, gehörig entrichten, auch Jährlichen § Vier Goldgulden Schutz G lld in Unsere Renthsrey zu j Caßell ohnweigerlich erlegen und daran keinen Man-! gel erscheinen lassen, zumalen und vor allem sollen sie! unsern einigen Erlöser und Seeligmacher JE ZUM CHRISTUM und seinen heiligen Namen, auch die! Christen nicht verunehren, lästern oder verhohnlachen! sondern sich dessen äußern und enthalten : Dagegen j haben Wir ihnen ausrichtige und denen Juden dieser! ends zugelaffene Handlungen in Unserm Lande zu treij den nachgsgeben und bewilliget; Befehlen demnach Un-! fern Beamten zu Caßell, daß sie obgenannten Juden! mit seinem Weib und Kindern zu gedachtem N wohneu lassen, sie bis an uns vor Unrechtem Gewalt schützen und das gebürliche Schutz- Silber- und an-! dere Gelder rc. einbringen, auch mit Fleiß dahin sehe, daß sie allem und jedem, wie oben vermeldet, sich ge-; maß verhalten, oder in widrigem Fall dieses Unsers Schutzes nicht allein entsetzet und verlustig gemacht, sondern auch nach Befindung ernst- und ohnnachlässiger Strafe gewärtig seyn sollen. Würde sich sonst begeben, daß sie in andern Unsere Aemtern zu thun hätten; So sollen sie nicht weniger Unsere jedes Orts bestellte Befehlhabern ermahnet und Ihnen aufsrlezt seyn, in allen ziemlichen Schuld- und andern Sachen, oder da sie auf Begebung sonst deroselben Hülfe bedürftig, ihnen darinnen die hülfreiche Hand billigmäßig zu bieten. Urkundlich haben Wir Uns mit eigenen Händen unterschrieben und Unser Fürstl Secret hierauf drucken und geben lasten in Unser Rssidentz- Stadt Caßell den 24. Tag Augusti des Ein Tausend Sieben Hundert Vier- und Sechzigsten Jahres. (1^. 8.) Friedrich LZ.Hessen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Pcsth. Der pos, welcher in diesen Blättern eine so gründliche Beurtheilung gefunden, wurde von dem in Ungarn nur zu bekannten, in der destruktiven Parteiführerschaft schon Deeennien arbeitenden Holländer in Oeries abgedruckt, in je drei bis vier Exemplaren an alle namhafteren Gemeinden Ungarns versendet und mit einer Schlußbemerkung versehen, des Inhaltes, daß aus dem Aktenstücke daS ganze Wesen der von der Reform so benannten „Lichtscheuen" zu erkennen sei; dies charakterisirt so recht die Rennsmisterei der Neologen — Unglaublicher Weise meinten viele der Empfänger, daß diese Uebersendnng, deren Hohn in erwähnter Schlußbemerkung offen ausgesprochen, vom Rabbiner in Scikßo und seiner Partei im prsselytenmachendem Sinne geschehen sei. Donaufürstenthümer. Jassy. Die alten Zeiten, in welchen der Name Jade zum Spott und die Benennung Israel zu Schmach gereichte, und, dem Allgütigen sei Dank, dahin. Der Zeitgeist riß die Mauer nieder, welche Fanatismus, Haß und Ignoranz zwischenJrael und denVolkern anderer Conresfronen ausgeführt hatten. Gleich den Mauern Jerichos sanken sie vordem Posaunenschall der Cnnlisation unseres Jahrhunderts nieder. Haßerfüllt und vor Wuth knirschend stammen sich zwar noch einige Judenfeinde an den zusammenstürzenven Wall in der Hoffnung, ihn so noch aufrecht erhalten zu können, dennoch merken sie es endlich, daß ihr Stündlein geschlagen und daß man vergebens in das große Rad der Geschichte einzugreifen hofft; unaufhaltsam rollt es weiter und so sieht sich der Jude heutzutage trotz der Anfeindungen vieler Widersacher überall aus dem tausendjährige» Staube gezogen. Auch in die Moldau zog der Hauch dieses Geistes ein, und der Himmel rernigt sich oo» finstern Wolken. Die „Union JZraelite" hat jede» Anstoß aus dem Wege geräumt; sie hat wacker gegen alle hiesigen Judenfeinde gekämpft und ist aus jedem Kampfe siegreich hervorgegangen. Als unlängst unser neuer, guter Fürst Karl I. uns mit seiner Anwesenheit beglückte, hatte man Gelegenheit dm Patriotismus der hiesigen Juden zu sehen; feierlich nahmen ihn alle Juden auf; der schönste Triumphbogen wurde von ihnen errichtet, alle jüdischen Häuser waren mit den schönsten Teppichen geschmückt und am Abend feierlichst illuminirt. Einen Tag darauf stellte sich die jüdische Gemeinde de« Fürsten vor, er nahm sie sehr freundlich ans und sprach es huldvollst aus, daß er die Juden liebe; auch versprach er alles Mögliche für sie zu thun. Die Audienz

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