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Der Israelit · 1866-10-03 · Heft 40 (3.10.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 40 (3.10.1866)
Date
1866-10-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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658 Die Verwaltung besteht in einem Präses, zwei Inspektoren, zwei Assessoren, einem Kassirer und dem Oberlehrer. Letzteres Amt bekleidete seit 1818 Herr vr. Kley — bis 1840 auch Prediger am Tempel — jetzt hier durch Herrn Vr. Rse ersetzt. Dennoch wird die Schule noch immer häufig die Kley'sche Schule genannt. Für die Lehrer dieser Schule ist 1862 durch eine Banks-Mark 20.000 betragende Dotation des Herrn Jakob Meyer eine Pensions-Kasse gestiftet. Auch diese Schule hat eine Anstalt für die Bekleidung armer Schüler, nämlich den diesen Zweck ausschließlich sich widmenden, 1819 gestifteten „Israelitischen Frauenverein", der durch einen Kreis von Kontribuenten und durch die Zinsen seines aus Geschenken und Legaten angewachsenen Fonds erhalten wird. Die Direktion desselben besteht aus sieben Damen und zwei Herren. Die „Mädchenschule der Deutsch-Israelitischen Gemeinde", belegen am Wall, Hütten Nr. 52, in einem ihr seit 1848 eingeräumten, der Gemeinde gehörigen Hause, worin früher das bereits erwähnte Hospital, ist eine von der Gemeinde gänzlich unterhaltene Anstalt, die indeß auch einige eigene zinstragende Kapitalien hat. Sie ist 1818 begründet aus dem auf den Antheil der Juden gefallenen unverausgabten Saldo einer 1815 (gleich nach dem Pariser Frieden) angestellten Kollekte zum Zweck der vorläufigen Unterbringung der großen Zahl von Kindern beiderlei Geschlechts, die damals, da alle Volksschulen desorganisirt waren, unbeschäftigt umherliefen. Viele Töchter jüdischer Armen wurden sofort in (meist christliche) Nähschuien vertheilt und erhielten außerhalb derselben noch Unterricht im Schreiben und in der jüdischen Religion Erst 1831 wurden die Kinder in ein gemiethetes Haus zusammengebracht. Die Schule besorgt Näharbeiten, deren Ertrag theilweise der Nählehrerin zu Gute kommt.*) Die Schülerzahl beträgt gegen 250. Die Verwaltung besteht unter Vorsitz eines Gemeindevorstehers aus sechs vom Vorsteher-Collegium erwählten Direktoren. Für die Bekleidung der ärmsten Kinder dieser wie der folgenden Schule sorgt der „Israelitische Mädchen-Bekleidungs-Verein", geleitet von sechs Vorsteherinnen nebst zwei männlichen Assistenten. Er hat ein kleines Kapital, dessen Grund Herr H. Lipschütz zum Andenken an seine früh verstorbene, zu den Vorsteherinnen gehörenden Gattin Louise geborenen Goldschmidt gelegt hat. Die bereits erwähnte Mädchenschule von 1798, früher Unterrichts-Anstalt für arme jüdische Mädchen genannt, besteht seit 1798 durch Privatsubscription, erzieht ungefähr 90 Kinder und hat einen Fonds von ca. Banko Mark 10,000. Die Verwaltung besteht aus fünf Direktoren. Zu dem Erziehungswesen zählen wir noch den „Hamburgischen Verein zur Beförderung nützlicher Gewerbe unter den Israeliten", gestiftet 1823. Die Tendenz desselben ist Förderung des Handwerksbetriebes auf jede zweckdienliche Weise, zunächst durch das Unterbringen von Lehrlingen: eine bis 1865 mit besonderen Schwierigkeiten verknüpfte Aufgabe, indem die hiesigen Zünfte, so lange sie in ihrer Kraft waren, jüdische Lehrlinge weder einschrieben, noch als Gesellen zuließen, wenn sie auswärtig eingeschrieben waren, ja kaum einmal fremden zünftigen jüdischen Gesellen hier Arbeit gaben. Der Verein hat sich demzufolge größtenteils an zunftfreie Gewerbe, als Buchdrucker, Tapezierer, Mechaniker, Friseurs, Papparbeiter u. s. w. wenden und durch ansehnliche Lehrgelder anlocken müssen. Außer diesen trägt der Verein die Kosten der Bekleidung, oft sogar selbst der Beköstigung der Knaben und ertheilt den Gesellen Reisegeld und die nötigsten Handwerksgeräthe. Jever Vater hat bei der Aufnahme seines Sohnes durch besonderen Revers seine väterliche Autorität während der Lehrjahre der des Vereins unterzuordnen. Die Verwaltung besteht aus sieben Direktoren und acht Deputaten, und die Einnahme im Wesentlichen aus den Beiträgen der Kontribuenten, dann aus den Zinsen des Fonds, einer 1856 erloschenen Subvention aus der Gemeindekaffe, verschiedenen Legaten und den Zinsen des Kapitals der ehemaligen, jetzt ausgestorbenen „Gesellschaft der Freunde". Wie diese Anstalt für die Handwsrkerkarisre, so sorgt der „Israelitische Stipendien-Berein", 1829 gestiftet, für junge Stuvirende. Er verausgabt jährlich ungefähr 1000 Mark in Stipendien (auch für Künstler), die der Stipendiat bei verbesserten Umständen wo möglich ersetzt. Der Verein deckt seine Ausgaben durch die Jahresjubskriptionen und die Zinsen eines 1848 bereits 10,000 Mark betragenden Kapitals. Die Verwaltung besteht aus fünf Direktoren und zwei Deputirten. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. lH München, 23. September. Obwohl sich hier ein israelitischer Männergesang-Verein „Zion" befindet, der sehr Tüchtiges leistet, und außerdem der gewöhnliche Chor trotz seiner kleinen Mitgliederzahl im Allgemeinen befriedigte, wurden dennoch auf An- *) Diese Einrichtung wurde 1855 fast ganz abgeschafft.

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