Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 38-39 (20.9.1866)
- Date
- 1866-09-20
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447277--04520-2459979- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S46 als Bücher der 3. Abtheilung die Psalmen, Sprüche, Koheleth und das hohe Lied anfieht,") zugleich ist aber auch daraus zu entnehmen, daß nach ihm das Buch Daniel unter die Propheten Mt, mit diesem aber auch zugleich die Bücher Esra, Nehemia, Ruth, Klagelieder und die Chroniken. Dieser Eintheilung fehlt aber durchaus jeder Grund. — Denn — nimmt man die allmähliche Entstehung des Kanon an und betrachtet die Folge der Bücher als eine chronologische, so ist nicht zu begreifen, wieso Esra, Nehemia und die Chroniken der zweiten Klasse eingereiht sind, während die Psalmen und Sprüche der dritten angehören. Zudem scheint JosephuS selbst die Bücher einem inneren Grunde nach emgetheilt sein zu lasten, wie es augenscheinlich aus der Charakterifirung der Bücher der dritten Klaffe hervorgeht, und er kann unmöglich eine allmähliche Entstehung des Kanon angenommen haben, sondern nur eine gleichzeitige. In diesem Falle aber, da die Eintheilung der Bb. einen inneren Grund hat, ist es befremdend, warum das Buch Hiob, das doch gewiß „Lehren für das Leben" enthält, unter die Nebiim und nicht in die dritte Klasse gestellt worden ist. Auf die Eintheilung bei JosephuS ist mithin nichts zu geben, sie beruht, wie de Wette bemerkt, nicht auf Handschriften, sondern ist eine willkürliche.") Daß aber auch diese Stelle bei JosephuS sich schon auf den ersten Blick als werthlos zeigt, liegt darin, daß er die Zahl der hh. Schr. auf 22 angibt, eine Zahl, die wahrscheinlich der Buchstabenzahl des griechischen oder auch hebräischen Alphabetes nachgekünstelt ist. Storr, der die Eintheilung bei Jos phus als richtig anerkennt, sucht dieselbe durch eine Stelle bei Philo zu unt rstützen, wo nämlich gesagt werde, daß die hh. Schriften zerfallen in Gesetze, Prophezeiungen und Gesänge, durch welche Vernunft und Frömmigkeit gemehrt und vervollkommnet werden.") * Man sieht aber deutlich, daß hier nur die geistesbildende Richtung der Bücher aufgefaßt ist, so daß die ganze Eintheilung eine philosophische wird, daß für die Eintheilung der Bücher nicht der Grund angegeben werden soll, und überhaupt gar nicht an die bestehende Eintheilung gedacht ist. Sollte aber dieses vielleicht doch der Fall sein, sollte sich die Eintheilung PhiloS an diebestehende 43) Storr „lieber d. älteste Einth. d. Bb. d. A. B." in Paulus Repertorium, 1790, 2 Th. S. 227; Eichhorn, Einl. in d. Bb. d. A.T. §§.40. SO; Jahn Einl. I. S. 129; Stange a. a. O. S. 29. Bgl. auch de Wette, Einl. § 15, Note 5. 44) de Wette, Einl. § 10. ». Vgl. auch Bleek a. a. O- S. 194. 45) de Wette a. a. O. Vgl. auch Jahn a. a. O. 1. SS. 128. 371. 46) «Htt vö/rovx xcke Fr« x«r v/uvovx x«t r« xar xcre (se. «t<rxo/urHovrLe) cks vit» oontvnrpt. p.?93 eck. anschlnßm, so ist es ganz leicht zu erklären, wieso der alles symbolisirmde Alexandriner den ganzen dritten Theil d. hh. Schr. Mit allen historischen Stücken als „Gesänge und andere Schriften, durch welche Vernunft und Frömmigkeit gemehrt und vervollkommnet werden" bezeichnet habe, jusofern die Geschichte uns die edlen Beispiele zur Nachahmung, die Verkehrtheiten und das Schlechte zur Warnung vorführt. Ganz besonders ist aber das Buch Daniel, besten Tendenz eine moralisch-paränetische ist uns zur Mehrung der Lvt-e/Skt« und zur Vervollkommnug der kTrtdrchky aufbewahrt worden.") Aus der Stelle bei Philo also gegen die jetzige Stellung Daniels etwas beweisen zn wollen, ist durchaus falsch, und auch de Wette sieht schon ein, daß Storr sie für „zu entscheidend" ausgenommen habe.") Hieronymus ist über die Stellung des Daniel unter den Hagiographen verwundert, sagt aber nicht, daß dieses Buch früher eine andere Stelle eingenommen habe." Wenn endlich Theodoret (in der Vorr. zu seinem Commentar) sich darüber beschwert, daß die Juden dem Daniel nicht den Namen eines Propheten wollen zukommen lasten, obgleich doch die früheren Juden nach dem Zeugniß des JosephuS ihn den größten aller Propheten nannten: so spricht er damit noch nicht die Annahme aus, daß das Buch Daniel früher unter den Propheten gestanden und man es später dislocirt habe, sondern er spricht nur von der Person des Daniel und hat nur die schon oben berührte Talmudstelle in Tract. Megillah im Auge, die dem Daniel 47) Abrabanel war der erste, der die moral.-paränet. Tendenz des Buches Daniels annimmt: 1'1 dttlp' 1">P2 O1OM 1'111121 Vitt '12^ p'Hld ''-Op dtt'11 d«P71' '.1 '«'21 21L" OP11 IS dp 1' 1V'V'181"1 1POL" dttlW' d2V '12 .171 1LO1 1181V ^22 ddl21 /«.I 1'^21 117 112V1 1p Ferner: -iw«?Q72 111 O'2'V11 V'pll V'HP'1 1'1 pdl 1N8'1' «dkN '12 V1Q18 dpv d«1w' 11^112 11V817 1'1 11P1L" s>p 1S2' V1'pd82 11V2' 1'OI d28 11181 k)p11v 1171 '111 d«iN' 1« 11O>' «m ,111 'i d« d«ip' dl» .'1M81V1 dtt'11 1181212 '21 1^211 S. 1P1L"1'1'PO IV, 1. 2. Bgl. auch das. VI, 5. Dieselbe Tendenz nehmen auch an: Bleek a. a. O. S. 234.; v Lengerke a. a. O. S. L.XXXV11I. st., de Wette. Einl. ß 257.. ders. Encycl. SS. 4, 14.. Hävernik S. XXXI. f. gegen Eichhorn a. a. O. S. 510 ff. u. Betthold: Daniel aus dem Hebr. Aram. neu übers, u. erkl. S. 43. Erl. 1606. Wenn ich aber auch in Betreff der Tendenz Bleek u. v. Lengerke beistimme, so muß ich aber auch zugleich erklären, daß jene sehr irren, wenn ste meinen, daß der Tendenz zu Liehe die Geschichte erfunden ist, sondern umgekehrt, der Tendenz wegen ist die Geschichte uns aufbewahrt worden. Vgl. die, Note 14, angezogene Lalmudstelle. 48) de Wette, Einl. K 10. ». 49) ÄiervL^wi prask. in vLuislsui x». 239, sä. 6o1. Xgr. 1316: „8upsr gm» rs Isetottk arditrio zuältäum äsrslic^rnsns, illuä »ämonso, no» dsdvr! Däuielsm apuä 8sdr»so» ii»tsr propkstss, ssä iotsr sos, yu! daKioxiHPh» Ä>L««»!p»sraLt."