Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 38-39 (20.9.1866)
- Date
- 1866-09-20
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447277--04521-2459980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
647 das Prädicat eines Rabi abzusprechm scheint. Wenn wir nun bis jetzt nachgewiesen haben, daß es nicht ein einziges Zeugniß gibt, aus welchem bewiesen werden könnte, daß die Stellung des Buches Daniel unter den Hagiograhen nicht die ursprüngliche sei: so gehen wir jetzt dazu über, für die Ursprünglichkeit der jetzigen Stellung des Buches Daniel die Beweise zu liefern. Sirach will die berühmten Männer der jüd. Ration aufzählen (C. 44 — 50); sämmtlichen Propheten begegnet man dort, nur nicht Daniel. Allerdings bildet das Schweigen Sirachs über Daniel Schwierigkeiten, die aber von Hengstenberg ziemlich gut beseitigt find, aber noch auf bessere Weife hätten gehoben werden können; doch damit haben wir es hier nicht zu thun: jedenfalls ergibt sich aber aus dem Fehlen des Daniel an dortiger Stelle, daß das Buch Daniel ursprünglich nicht unter den Propheten gestanden hat, denn wäre dieses der Fall, so wäre das Stillschweigen des Pirach über Daniel gar nicht zu erklären, ja, jede Erklärung würde die Frage nur noch mehr verwickeln. Ein zweiter negativer Beweis für die Ursprünglichkeit der jetzigen Stellung unseres Buches wird von Zunz aus dem Fehlen eines Targum über dasselbe geführt. 6») Während für sämmtliche Schriften der Propheten ein Jonathanisches Targum vorhanden sei. so fehle ein solches, wie auch überhaupt ein anderes für das Buch Daniel. Dieser Beweis ist ein trefflicher und kann nicht als ein gewöhnlicher Beweis u silsulio betrachtet werden, denn die Propheten zu paraphrasiren war ein Bedürsniß, und wenn auch Jonathan mit seiner Arblit nicht zu Ende gekommen wäre, so hätte jedenfalls ein Anderer sie ergänzt. _ (Forts, f.) Chinesen in der Äibrl. Die Geschichte der Erdkunde und der Entdeckungen von Carl Ritter (Berlin, bei Georg Reimer) ist reich an Hinweisungen auf die Bibel; so wird darauf aufmerksam gemacht, daß in Jes. C. 49 V. 12 sich die erste Spur der Chinesen (ou'O) vorfindet. In der neusten Nummer de§ Magaz. für die L. d. Ausl. (Nr. 33) vindicirt Franz Maurer diese Deutung Gesenius. Diese Interpretation ist jedoch viel älter; sie stammt von Hartwig Wessely, dem Freunde und Mitarbeiter Mendelsohns, der ungefähr um die Zeit starb, alSGefemuS geboren wurde. Die erwähnte Deutung wirk in Wefsely's Namen von Joel Brill in dessen Psalmencommentar zu C. 107 V. 3 angeführt. — 50) Vergl. Bleek a. a. O. S. 194 u. v. Lengerke a. a. O. in der Sink. S . I.IX. 51) Hengstenberg a. a» O. S. 21 ff. 52) Vergl. Bleek a. a. O. S. ISS. 53) Zunz a. a. O. 79. Fußbekleidung -er Thiere im jüdische« Älterthum. Das zu London erscheinende „Ollaval». llournnl" brachte unlängst einen Artikel über das Alter des Hufeisens; das früheste, bekannte Hufeisen wurde im Grabe Childerich's entdeckt, der 48 L starb. Römische Schriftsteller erzählen von der Fußbekleidung der Rosse und Maulthiere, ohne die Form derselben näher anzugeben. — Wir wollen hier darauf aufmerksam machen, daß auch das jüdische Alterthum von einer Fußbekleidung für Thiere berichtet. In Maßechet Kelim C. 14 E 5. wird gelehrt, daß von Metall gearbeitete Sandalen für Thiere (Pferde) emfänglich für die Unreinheit sind, dagegen solche von Binsen nicht. j'2122 ('2) l'v) 2PW 7n 1'X22 213.22 .1272 'dmo Diese Mischnah wird vom Talmud in Tractat Sabbat F. 59 a. beigebracht; daselbst bemerkt Raschi, daß dieser Schuh ein Schmuckgegenstand für das Vieh gewesen 22237 2'w32 p2, was mit den Angaben Sueton's, daß die Maulthiere Nero's Schuhe von Silber, und mit denen des Plinius, Poppaa habe für ihre Maulthiere goldene Schuhe gehabt, übereinstimmt. Aus den Angaben der Gemara am angeführten Orte geht hervor: 1, daß diese Schuhe im Kriege gebraucht wurden, 2, daß sie im Nothfalle auch von Menschen angezogen werden konnten, 3, daß man in Ermangelung eines anderen Gefäßes Wasser daraus trinken oder Oel zum Salben hineinthuen konnte, 4, daß sie sehr schwer waren. Nach der von Toßaphot angeführte Lesart des Rabbenu Samuel 2222 7^i .1222 72? gestaltet sich das Verhältniß ganz anders; danach sind die Schuhe für das Vieh und die Metallfchuhe zwei verschiedene Arten, und die ersteren von Hol; oder von anderen Stoffen; damit stimmt die von Toßaphot angeführte Toßephta überein. — Aus Obigem geht nun hervor, daß man in jüdischen, also auch wohl im griechischen und römischen Alterthume die gewöhnliche Hnfeisenform nicht kannte, daß man wohl die Hufen der Thiere durch Fußbekleidung zu schützen suchte (siehe auch Toßaphot Jom Tob zu der erwähnten Mischnah), daß aber diese in einer Art Sandalen bestand, welche nicht am Fuße festgeschlagen war, sondern mit Leichtigkeit losgelöst werden konnte.— ,TU13' "l'l PO2„ 2V3 2lNX ,22X 27p UUP 2127 2'X2 TUT! Ml ,s2X111X3 P2222 7'7l2 2U321 2'270 PI 2'32 2NX1 2'2322 22'2S 22X1; 1'222 2'2122 ,'121 »XL p"p"23"X 32.2 '231P3 2122^ s>2X '132 dp 72122 31'22 7p 2212 UUP3 °) Siehe Beilage.