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Der Israelit · 1866-09-20 · Heft 38-39 (20.9.1866) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 38-39 (20.9.1866)
Date
1866-09-20
Page
– (sequence 21)
Language
German
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K4S Daniel unter den Hagiographen. Von vr. 8ulLdLvd. - (Fortsetzung.) II. Im Talmud findet sich eine Stelle, die dem Daniel die Eigenschaft eines «'21 abspricht , daher auch Raschi die Meinung des Seder Olam bestreitet, welcher den Daniel -u den acht und vierzig Propheten rechnet, die nach Megillah k. 14 a. in Israel gewesen sein sollen^). Daß aber Seder Olam jene bekannte Talmudstelle (Meg. I. 3 a.) soll übersehen haben, so daß er in direktem Gegensatz mit jener Stelle Daniel unter die Propheten stellt, bietet anzunehmen eine bedenkliche Schwierigkeit. Abrabanel hat diese Schwierigkeit trefflich gelöst, indem er sagt, daß Daniel wohl ein Prophet, und zwar ein sehr bedeutender, gewesen sei, aber im Vergleich zu Haggai, Secharjah und Maleachi doch nicht «'22 genannt werden könne, da jene an das Volk gesandt waren, zum Volke zu sprechen, was bei Daniel nicht der Fall war; «'22 bedeute nämlich „Sprecher", den an das Volk Gesandten, der durch seine Reden und Ermahnungen das Volk zum Guten leiten solle. In Bezug auf die Inspiration sei also Daniel wohl «'22 gewesen, d. h. er habe auch Prophetieen empfangen und Erscheinungen gehabt unter dem Einfluß des .-,«122.1 mn, während er dem Volke gegenüber nicht als «'22 aufgetreten ist. Hiermit tritt Abrabanel in Gegensatz zu Maimuni, der den Daniel nicht für einen Propheten, sondern für vom wip.i mn inspirirt erklärt. 36) Ich will hier sogleich bemerken, daß es ein Unsinn ist anzunehmen, manche sprächen deßhalb dem Daniel das Prädicat «'22 ab, weil sie dessen Prophetien, die auf die Entstehung des Christenthums abzielen sollen, abschwächen oder sogar ihn selbst herabsetzen wollte», wie einige christliche Gelehrte meinen, — wäre auch Daniel kein «'22 gewesen, was er jedoch in Wirklichkeit war, so ist ihn zu achten und mit Ehrfurcht zu ihm aufzublicken, schon Grund genug darin, daß überhaupt sein Buch unter den heiligen Schriften sich befindet. Daß ihn nun gar der Talmud lächerlich machen wollte, konnte nur Eisenmenger in seinem 33) Tract. Megillah 5. 3». ('2«^21 ^'121 '2N) 1.12'« '«'22 1.12'«1 ^,21 1.1"22 kj'IZ? 0«'2l) 1.1'«, ^'2'2 'S'lp «'22 l«d ,M«1. ' 34- Raschi -u MegMa k. ,4». Schlag«. 2'«'22 n"2. 35) Abrabanel ripilv'.l '2'p2 m., 2. Vergl. auch s. rühmendes Urtheil über Daniel das. III., 1.: 0.12 ,512112 .ici'.IV V«P,M 51,'«1222 .111121 .121. 36) Raim. More II. 45. grenzenlosen Juden- und Judenthumshaffe herausfinden. Zum Ueberflusse sei gegen dergleichen Insinuationen noch bemerkt, daß im Talmud einmal eine Einrichtung unantastbar genannt wird, weil sie von Daniel herrührt. Auch Josephus nennt den Daniel einen Propheten, und zwar einen sehr bedeutenden: 2») «orw 7r«2«tso^w§ LVL rrv» vwv xrH. Ferner: Ov r« -aövvv xceA«7re^ x«t ol «Hör 7r^oPhr«e, «H« x«e x«r^ov «L ov Daß auch Josephus in ihm einen Propheten in engster Bedeutung des Wortes erkennt, geht aus dessen Charakteristik des Jesaias und der 12 Propheten als Propheten hervor. (Das. X. 2,2.) Ein ferneres Zeugniß, daß Daniel stets als Prophet gegolten, ist Math. 24, 15., wo derselbe 7r§o->r)r^genannt wird. Nebenbei sei noch bemerkt, daß R. Saadias Gaon im Emunoth ihn stets als «'22 bezeichnet. Halten wir nun fest, daß Daniel ein Prophet gewesen, und als solcher auch bei allen gegolten hat, und suchen wir nun vor der Beantwortung unserer eigentlichen Frage erst zu erörtern, ob denn das Buch Daniel immer ein Lheil der Hagiographen gewesen, oder ob es zuerst vielleicht wirklich den Nebiim angehört habe und erst später dislocirt worden sei? Seitdem Stange dieser Frage eine besondere Abhandlung gewidmet und nach reiflicher Erwägung die Stellung unseres Buches unter den Kethubim als die ursprüngliche festgestellt hat"), sollte eigentlich die Discufsion über diesen Punkt geschloffen sein. Doch noch so oft hört man in Betreff des Vorliegenden Zweifel und Fragen aufwerfen, daß in einer Abhandlung über die Stellung des Buches Daniel, die Rücksichtnahme auf die Frage, ob die gegenwärtige Stellung des besprochenen Buches die ursprüngliche sei? nicht fehlen darf. Als ein historisches Zeugniß für die ursprüngliche Stellung des Daniel unter den Nebiim, auf welches sich Jahn beruft, ) könnte eine Stelle des Josephus dienen, wenn diese nicht schon auf den ersten Blick mehr das Gepräge der Künstelei als der natürlichen Wahrheit trüge. Josephus nimmt nämlich 22 Bücher der h. Schrift an, die er folgendermaßen vertheilt r 5 für den Pentateuch, 13 für die Propheten und 4 für die dritte Klaffe, welche er bezeichnet als räv Xttt v7r<iAHx«§ rov /Krov. 42) Dieser Bezeichnung nach ist zu schließen, daß Josephus 37) Eisenmenger, Entd. Judenthum I. S. 707. 38) Aboda sara. 5. 36 «. 39) Jos. Ant. XI, 7. 40) Stange „Gehört das Buch Daniel zu den große» proph. Schriften?" in Keil und Tzschiraers Analekten, Leipz. 1813. B. I. 1. St. 28-46. 41) Jahn, Ginl. in d. gtlichm Bb. Th II. 2. S- 631. 42) eoatr» ^pionsi» I, 8.

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