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Der Israelit · 1866-09-20 · Heft 38-39 (20.9.1866) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 38-39 (20.9.1866)
Date
1866-09-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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es5 Herr Daniel Levy Salvador, Oberst-Lieutnant im 3. Artillerie-Regiment ist zum Ofsicier der Ehren- Legion ernannt worden: 36 Dienstjahre. Zu Rittern dieser Legion sind ernannt worden: Herr Aron Cers, Hauptmann im 59 Linien-Jnfanterie-Regiment, Commandant des Depots der Sarthe: 24 Dienstjahre. Herr Michel Weil, früherer Sergeant im 8 Linien-Jnfanterie-Regiment, weiland Capitain der National-Garde zu Paris 41 Dienstjahre (1800 — 1810) 25 Jahre Civil-Dienst 11 Feldzüge 1 Blefsur. Abschied in Folge einer Wunde am 3. Juni 1810. Herr Manuel, Pro essor am Lycäe Bonaparte, Laureat der Acadämie: 23 Dienstjähre. Herr Weil-Picard, Bankier zu Besan^on, Mitglied des israel. Consistoriums zu Lyon. Herr Pollonais, Redacteur des Journals la Herr Adolph Fuld, Deputirter des Gesetzgebenden Körpers. — An den verschiedenen Universitäten und Collegien haben sich unsere Glaubensgenossen rühmlichst hervorgethan und fast überall die ersten Preise erhalten; so berichtet der „Univ. Jsraelite." Auch die holländischen Zeitungen bekunden dasselbe Heroortreten jüdischer Intelligenz an den holländischen Universitäten. Belgien. BrüffiH«. den 7. September. Der „Kölnischen Zeitung" wird von hier geschrieben: Michel Berend, Ihr langjähriger Mitarbeiter, starb gestern im 33. Lebensjahre als eines der letzten Opfer der Cholera, welche feit einigen Tage im Abnehmen begriffen ist. Es steht mir nicht zu. Ihnen, der Sie den Verstorbenen genau kannten, Lobeserhebungen über ihn zu machen. Aber ich kann sagen, daß seit Jahr und Tag unter Deutschen wie unter Belgiern wenige Todesfälle einen so allgemein schmerzlichen Eindruck gemacht haben, als der Ihres Mitarbeiters. Seine persönliche Liebenswürdigkeit, die Opscrwilligkeit für Freunde und selbst ferner stehende Menschen, seine tüchtige Bildung, seine Leistungen äls Journalist und Literat hatten aus ihm ln den verschiedensten Kreisen Brüssels eine der gesuchtesten und geachteten Persönlichkeiten gemacht. Mit gleichem Feuer Interefsirte er sich für alles Schöne und Güte, mochte es dem großen Daterlande seinen Ursprung verdanken oder dem Lande entspringen welches ihm die Hvspitalität erwirS. Er war deutscher Dichter und geachteter französischer Literat und Journalist, und man war sicher, seine gewandte Feder da zu -finden, wo es galt, das Schöne zu besingen oder die Freiheit zu vertreten. — Hunderte von Menschen waren gestern Abend in lautloser Stille dor seinem Hause, um von -den besorgten ÄeMn zu erfahren, ob noch rm Funke von Hoffnung vorhanden sei. Aber die ärztliche Kunst vermochte nicht, die -tückische Krankheit zu bekämpfen. Gestern Abend um H Uhr starb der Gute. Friede seiner Asche. Alle hiesigen Blätter ohne Partei-Unterschied, widmen heute dem zu früh Geschiedenen einen warmen Nachruf. WaS nur Brüssel an Notabiltäten in Kunst und Wissenschaft zählt, folgte heute seinem Sarge, der in seiner nackton Einfachheit, wie ihn der Mische Cultus vorschreibt, einen rühenden Contrast bildete E dem kostbaren Inhalte: den Ueberresten eines guten und liebenswürdigen Menschen. Auf dem Kirchhofe pries Herr Aristide Astruc, der beredte Groß-Rabbiner von Belgien, in -einer vortrefflichen Rede die Tugenden des Verstorbenen. Herr Jules Lacroix, Chef der berühmten'VeEgs- Buchhandlung Lacroix, Verboekhoven u. Comp., selbst ein geachteter Schriftsteller und ein genauer Freund des Dahingeschiedenen, zählte dessen Verdienste auf um Literatur und Journalistik und sagte ihm im Namen aller belgischen Schriftsteller das letzte Lebewohl. Ihm folgte Herr Max Sulzberger, Redaeteur snedsk des Etoile Belge, welcher in deutscher Sprache und in trefflichen, begeisterten Worten nachwies, wie Deutschland, das große, herrliche Vaterland, seiiie Söhne erfüllt mit der Liebe zu Wissenschaft und Kunst. Herr Berg6, Professor der Chemie der hiesigen Universität ergriff das Wort im Namen der hiesigen Freimaurer-Loge Union et propres. Kein Auge blieb thränenlos. So ehrt man nur vortreffliche Menschen. Die Jndependance sagt in einem dem Hingeschiedenen gewidmeten Nachruf: „Michel Berend war Sohn eines der angesehensten BaNquiers von Hannover. Er trat zuerst mit einer Sammlung deutscher Gedichte hervor, welche mehrere Auflagen erlebte. Dann führte ihn der Wechsel des literarischen Lebens, sein Unabhängigkeitsffnn und das Bedürsniß der Freiheit nach Belgien. Bald sing er an, in französischer Sprache zu schreiben, wie er es in deutscher gethan, und zwar mit derselben Gewandtheit, Lebendigkeit und Reinheit des Styls. Während er für mehrere deutsche Blätter namentlich für die Kölnische Zeitung, correspondirte war er Mitarbeiter des pariser Temps und des brüsseler Bulletin du Dnmanche. Auch hat er vor einiger Zeit ein Buch: Huurautaiss" Herausgegeben an dem wir, Äs es erschien, die ganze französische Art und Weise, die Lebendigkeit des Styls, das Interessante der Details und die lebhaft erregte Darstellung haben loben können." Persien. - Bezüglich der, in der jüngsten Nummer des ^Israelit" gebrachten Rachvicht von,den Schrekkenssvenett zu Masanderan können wir mittheilen, daß

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