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Der Israelit · 1866-09-20 · Heft 38-39 (20.9.1866) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 38-39 (20.9.1866)
Date
1866-09-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Larg/vka." „Meine lehrenden Worte sollen nicht weichen von Deinem und Deiner San men Munde," jenem einfachen Elementargebäude, das blos schlichte bürgerliche Menschen erzwecken will, noch die religiös erhaltende Krone aufzusetzen sei durch eine Pspiniäre für künftige Religionslehrer und Gelehrte, nämlich durch die fortgesetzte Ausbildung der besten Köpfe, die keinem anderen wissenschaftlichen Studium sich zu widmen unbesiegbaren Beruf fühlen, zu einstigen nützlichen und brauchbaren Subjekten für das Judenthum, bei welcher allhalbjährlich vorzunehmenven Auswahl nicht so sehr auf die Durchschnittsbildung, die nach der Jahreszahl stufenweise klassifizirt wird, als vielmehr auf die bei jederzeitiger Prüfung sich manifestirenden Geistes- und GemüthSanlagen Rücksicht genommen werden muß. Beschluß. Daß dem beigeboaenen Vorschläge nach seinem Umriffe der dreifachen Klaffen-Eintheilung, deren zwei — die zweite und dritte — die allgemeine volksthümlich jüdische Bildung bezielen, auf deren festen Grund die erste eine religiös wissenschaftliche Blüthe mit gehörigem Bedachte erziehen und zur gedeihlichen, für das Judenthum fruchtbringenden Reife hrnlsitsn soll, zu genehmigen, jedoch mit dem ausdrücklichen Vorbehalte, daß aus der normalen Kläffenbestimmung kein Lehrzwang für vorzügliche, zum Religionsstudium geeignete Subjekte erwachsen darf, so daß diese, ohne Sekunda absolvirt zu haben, da sie ohnehin die Elementarstudien immerfort nicht vernachlässigen dürfen für das talmudische Studium, insofern 'durch diese abnorme Vergünstigung die im Vorschlag fixirte Anzahl Primaner-Zöglinge nicht überstiegen wird, bebestimmt werden können. Dagegen die darin fixirten Lehrgegenstände für die Prima, namentlich die ungeheure Zeitverwendung für Geschichte und Geographie, zu denen doch einem wissenschaftlichen Kopfe eine bloße An- und Einleitung, als die Art und Weise, die Geschichte zu studiren, gegeben werden mag, so wie der übermäßige Zeitaufwand für die Naturwissenschaft, von welcher einem Theologen höchstens eine concentrirte Uebersicht nöthig ist, durchaus zu rügen seien, indem von einem Theologen die theoretische Kenntniß seiner Religion (Dogmatik) mit der geziemenden Rücksicht auf die Religionen und wissenschaftlichen Ansichten anderer Völker, so wie ein tieferes Studium der Bibel mit fleißiger Benutzung der alten Midraschim und Vergleichung der übrigen alten Sprachen weit strenger als jene allgemeinen philosophischen Gegenstände mit Fug und Recht gefordert Eden können. Inzwischen soll, da gegenwärtig noch keine für Prima reifen Jünglinge sich vorfinden, die Detailbestimmung der Lehrgegenstände in dieser Klaffe für jetzt noch ausgesetzt bleiben.*) Indem diesen nach reiner religiöser und bürgerlicher Ansicht reiflich erwogenen und geprüften Entschluß Unterzeichneter die Ehre hat zur Kenntniß eineverehrlichen Kollgtums zu bringen u. s. w. gez. Jsaac Bernays. ((Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. ÜH Heidelberg. An der Universität hier sind in kurzer Zeit vier Israeliten als Professoren und zwar in den verschiedenen Fakultäten angestellt worden. In jüngster Zeit wurde dem, namentlich als Ohrenarzt berühmten Privatdozenten vr. Salomon Mooö der Charakter als außerordentlicher Professor an der medizinischen Fakultät ertheilt. Es scheint, daß auch bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Ministeriums auf der in Baden einmal beschrittenen, liberalen Bahn, auf welcher man bei Besetzung von Staatsämtern nur das Verdienst, nicht die Ämfession im Auge hat, vorwärts gegangen wird. (N. Nachr ) Preußen. PofeN Endlich schweigt die Kriegsfurie. Wenn je ein Jahresschluß uns auffordern konnte, ernste Betrachtungen über des Menschen Sein und Ziel anzustellen, so hatte der jüngste die volle Berechtigung hierzu. Mit Ruhe trat man im vorigen Jahre die Reise durchs neue Jahr an, mit Erstaunen und Entsetzen wurde eS beschlossen; Sie, geehrter Herr Redakteur, waren ein beredter Dolmetsch dieser Gefühle in dem Leitartikel der Nr. 36. Was die Zukunft uns bringen wird? Wer wollte es zu berechnen wagen nach einem Jahre, an welchem die sichersten Hoffnungen am Riffe ungeahnter Tatsachen zerschellten? Möge uns das Jahr zunächst Friede bringen und die Ueberzeugung, daß wir auf der Bildung höchster Stufe noch lange nicht stehen. Die blutigen Ereignisse des letzten Jahres haben jenes Genre von Optimisten gründlich geschlagen. Oder zeugt es von einer hohen Bildungsstufe, wenn für die Mensch- *) Es ist inzwischen nie zu einer eigentlichen Vorschule für Theologen gewmmen Die höhere Talmud-Hlaffe zählte zwar 1Ä7 dreizehn Schüler, jedoch nur'wenige von Men widmeten sich hernach diesem Berufe.

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