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Der Israelit · 1866-09-20 · Heft 38-39 (20.9.1866) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 38-39 (20.9.1866)
Date
1866-09-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8S8 O'0"^v NVN 1'0N VHPN 'ISO VoL'"" N^r«2 O'VIILÄP «iVM 211p ,1NXV V'VIISVI NvM ,1L11 -IZ'IVI ndon Mlltvo ovo VN1 op 11N' ri'L»xi2 rilvis IVII'S ^Iirrv «^".lli- ''S x^311 -i^io 2'1^n O2M1 fl!1'10L"131 fl ,111 fl .2PV' fl 'I2'1P 'XN orisn IN'Vx 1111^311'^N fl,01^0111,1'vr« XZ2121.1 — '011 L"i« ,^12»n Ein dritter jüdischer Gelehrter, ebenfalls am Hofe des Königs von Neapel sehr angesehen, war der Arzt R. Jsaac. Er hatte das Verdienst, die hebräischen Arbeiten des gefeierten R. Jehuva Romano, für die damals gegründete neapolitanische Bibliothek, auf Verlangen des Königs Robert von Anjou, ins Lateinische zu übersetzen. Am Ende des oben erwähnten -HO N1OONO liest man folgendes Schlußwort: N2P NN21.-12 N'IX 11^! '1IN ION NIX? Ip'wm -PNL' XS11N '1' vz? fl^inno SIVIV'SN ivoni -'181^ Mio 1I21'311 1V0 -MXlV nio^ IVLI NPW.INNXNNolt'12^,1 Ferner war noch am Hofe desselben Königs der hochgelehrte und weit berühmte Kalonymos b. Kalonymos, aus der Provence. XX. Aufzug der Juden in Brünn im Jahre 1311. Schon frühe im Mittelalter gehört es nicht zu den seltenen Erscheinungen, daß bei den festlichen Einzügen der Landesfürsten und anderer ausgezeichneter Personen in ihre eigenen oder in eine befreundete Stadt auch Israeliten zugelassen wurden, und man ihre Huldigung nicht immer zu verschmähen Pflegte. So erzählt zum Beispiel ein alter Chroniker: „Als im Jahre 1311 König Johann mit seiner Gemahlin von Olmütz nach Brünn kam, so kamen ihnen nebst der Klerisei, der Ritterschaft und den Bürgern auch die Israeliten entgegen. Sie hatten an ihrer Spitze den Juden - Meister und die Aeltesten der Gemeinde, die dem Könige die Thora, oder die fünf Bücher Moses auf Pergament geschrieben überreichten." XXI. Feierlicher Judenaufzug zu Konstanz 1415. Nach der Erzählungen des Konstanzer Syndikus Ulrich von Reichenthal, einem Augen- und Ohrenzeugen der meisten Vorfälle während der konstanzer Kirchenversammlung, durch deren Beschlüsse Johannes Huß und Hieronymus von Prag verbrannt wurden, kam im Jahre 1415 die zahlreiche konstanzer Judenschast dem neuerwählten Pabst Marlin V. ebenfalls entgegen, als er nach seiner Krönung in feierlicher Procession durch die Stadt geführt wurde. Sie erschien mit viel großen brennenden Kerzen, und Alle hatten ihre Gebetmäntel an und ihre Gebethauben aus, so sie an ihrem langen Tag in der Synagoge stehen. Sie trugen die zehn Geboten (des Pentateuch) in einem rothen sammetenen Tuch, unter einem Traghimmel von Goldstoff, sangen hebräische Lieder, knieten Alle nieder, und boten ihm die Zehn Gebote dar, mit der Bitte sie zu bestätigen, wie es von andern Päbsten Herkommen war. Der Pabst Martin empfing die heiligen Bücher nicht, aber der Kaiser Sigismund II. nahm sie in Empfang und sprach: „Mopses Gebote waren recht und gut, aber die Erklärungen sind weder gut noch recht!!! XXII. Prächtiger Aufzug der Judenschaft zuOfen 1476. Im Jahre 1476 führte der König von Ungarn, Mattias Corvin, seine neue Gemahlin Beatrix feierlich in die Residenzstadt Ofen ein. Bei dieser Gelegenheit sind die Juden der Hauptstadt mit großer Pracht dem Könige und der Königin entgegengegangen. Nach der Schilderung eines Berichterstatters erschien zuerst der Vorsteher, ein sehr vornehmer und ehrwürdiger Greis. Er ritt zu Pferde und trug in der Rechten ein silbernes Schwert, an welchem ein zierliches Körbchen hing, voll Silber und Gold. An seiner Seite saß, ebenfalls zu Pferde sein Sohn, mit silbernem Schwert und silbernem Körbchen. Diesen Herren folgten vierundzwanzig Reiter, alle mit Schwertern und Körbchen von Silber. Darauf ritten vierundzwanzig andere Reiter alle in Purpur gekleidet und mit Straußfedern auf dem Hute. Dann kamen etwa zweihundert Personen zu Fuß, an deren Spitze ein Fahnenträger mit einer prachtvollen Fahne. Diese rothe Fahne war zierlich gemalt mit dem Gemeinde-Wappen: Einer Nachteule Fuß mit fünf Klauen, gekrönt mit einem goldenen Spitzhut, genannt Judenhut. Unten an dem Eulensuße glänzten zwei goldene Sterne. Alle Personen hatten einen weißen Talith aus dem Haupte. Der König und die Königin wurden an einen Triumphbogen geführt, unter welchem der Rabbiner, blau gekleidet, stand, mit den zehn Geboten in der Hand und umgeben von den Aeltesten der Gemeinde. Beim Herannahen der gekrönten Häup er präsentirte der Geistliche unter frohem Gesang die heilige Gebote. E. Carmoly. (Fortsetzung folgt.) Hier-« drei Beilagen. Verantwortliche Redaclion: Dr. Lehmann. — Verlag der Le Rouxlchen Hofbnchhandlung. — Dampf - Schnellpressendruck von I. SottSleben in Mainz.

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