Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1866-09-20 · Heft 38-39 (20.9.1866) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 38-39 (20.9.1866)
Date
1866-09-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447245-2447277--04505-2459964
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

627 Herr, welcher seinen großen Hund eben im Dovaukanale schwimmen ließ, warf de« Thiere einm Stein M der Richtung, in der die Unbekannte schwamm, zu. Unterdeß war düs Frauenzimmer, von ihren bauscht, gen Kleidern getragen, mehrmals auf - und niedergetaucht, und der sie suchende Hund erfaßte sie gerade Ln dem Momente, als sie wieder aus den Wellen austauchte mit den Lahnen am Kleide und versuchte mit ihr an- Ufer zu schwimmen. Die Selbstmörderin widersetzte sich ihrer Rettung mit aller Kraft und zog den sie festhaltenden Hund nach unten. Unter der Menge, die diesem furchtbaren Kampfe beiwohnte , befand sich auch ein Polizeisoldat, der mit einem beherzten Sprunge dem Frauenzimmer zu Hilfe eilte. Kaum hatte er jedoch die Unglückliche erfaßt, so zog sie auch ihn in die Tiefe, und im nächsten Augenblicke schlugen die Wellen über sie zusammen. Die Selbstmörderin, der Soldat, wie der treue Hund, alle drei hatten den Tod in den Fluchen gesunden. Der wackere Polizeisvldat hieß Ignaz Wellisch und war ein Israelin, 25 Jahre alt, aus Kalocsa in Ungarn gebürtig. (F-Bl.) Feuilleton. DentnvSr-igkeiten aus der Geschichte, Literatur und Kunst der Israeliten. (Fortsetzung. XIX. König Robert von Anjou und sein jüdischer Lehrer. Am Hofe Robert von Anjou's, Königs von Neapel (1309—43), welcher als Beförderer der Gelehrsamkeit berühmt ist, lebten viele jüdische Gelehrte, an deren Spitze R. Jehuda b. Mose, b. Daniel Romano glänzte. Jehuda aus Rom, auch Gur Arje, auch Leon genannt, Bruder des Messir Daniel und Vetter -es geistreichen Dichters Immanuel, war ein tüchtiger Philosoph, besonders ein eifriger Anhänger des Albertus Magnus, den er erklärte nnd übersetzte, denn Jehuda Romano war in der lateinischen Sprache sehr bewandert. Er war der Lehrer -es Königs Robert und man erzählte, -aß er mit dem König alle vierundzwanzig Bücher der heiligen Schrift in hebräischer Sprache durchgegangen Habe, wie Mose Reili, Verfasser des MO VI., in einer Anmerkung zum Vers: ksDI^L bezeugt. Seine Worte lauten nach einer Handschrift bei mir, wie folgt: »sl'NX Nl^l N"I177> 1'NXI ^'vs 'NX ,NX'"7 XNVLN X1N "> NI NVN 'N1N2NVN "2N VL- P'NPNI 1X2 X'SD1>S2 nxo 2211 NUN' xvn "1« np'^2 rnn PI 2 ,1'^axo W2'2vx IAI Xljue^'? 11SO1 . DN'IN dL> 122 L7NPN Hiernach ist Schatschelel hakabbala, p. 54, nnd Mit-- dusch Ma«1, x. 165, b. zu berichtigen. Die Schriften unseres Philosophen find zahlreich, aber bis jetzt find noch alle unrdirl. Sie «erden r» Paris, Turin, Floren-, Parum, Rom, Oxford und noch in andere» Städten aufbewahrt. Die Vorzüglichsten sind: Commentarien zur hl. Schrift, von denen ich in der Pariser Bibliothek, ^noisos konäs Xo. 356, den philosophischen Commentar zu den sechs ersten Kapiteln des Genesis und besonders zu der Schöpfungsgeschichte, sah. Jeder Vers beginnt gewöhnlich mit den Worten: t1P2O-Q NW2 NMN 1NX fl, Commentar zu Maüuomdes Grundlage des Gesetzes, N11N7! N1O' N12^N- Zn der R«vu« Oriental«, l'orns II., 209, habe ich da- Einleitungsgedichtchen dieser intereffantm Schrift gegeben, hier nun das Schlußgedichtche«: : fl esOI'' lOXv »NIL fl 1^X2P1 Von seinen philosophischen Abhandlungen und Uebersetzungen von Aristoteles, Jbn Roschd (Aoerrons), Albertus Magnus, Boethius, Thomas d'Aquino, Egideo Romano und Anderen sah ich: ^2V, das erste Buch „Vs 6»usis". Es beginnt ^mit folgenden Worten: -s-^2 '22^ 121^ IX"! 11L M An der Seite R. Jehuda Romanos lebte am Hose Roberts ein nicht minder gelehrter Mann als er, Schemarje aus Negropont. Mose Reiti erwähnt ihn in seinem Mikdasch Meat, VI.; mit der Bemerkung: ,221211^2 'X.Nfl-ttN, -FALL? 'l*N2X fl') nämlich daß er von der Insel Negropont kam. Er war ein berühmter Schriftsteller, dessen Vorfahren aus Rom stammten. Für den König schrieb er einen ausführlichen Commentar über alle Bücher der Bibel. In der Einleitung zu dem Commentar zum Hohenliede, welchen ich handschriftlich besitze, spricht er davon und sagt, das Ganze betrage etwa 1000 solcher Hefte, wie die über das hohe Lied. Diesen Commentar zum Hohenliede schickte R. Schemarja aus Negropont, mit dem Commentar zu den ersten Kapiteln der Genesis, dem König Robert mit folgender Lueignungsschrift: 12 ^211 °lV2 221^2M "k^ON 1221NX^ "flO2 NLI^QN 2N2^N22NN2N22 2N2fl^ s'1p21 2^1122 ILO

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.