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Der Israelit · 1866-09-20 · Heft 38-39 (20.9.1866) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 38-39 (20.9.1866)
Date
1866-09-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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626 läßt. Gleichzeitig werde» ihm eine Anzahl Medaillen aus Bronze zur Vertheilung an die besten Schüler der Anstalt Übermacht. Es werden die ersten Schritte zur Gründung einer Art Normalschule behufs Ausbildung von Lehrern für die Vereiusschulen, äethan. Herr P^rstie, der französische Consul zu Bagdad, bei de« das ComitS betreffs der israel. Gefangenen, die der Pascha unrechtmäßigerweise einkerkern ließ, Erkundigung eingezogen hatte, erwiedert, daß dieser Vorfall dir Aufmerksamkeit und das Einschreiten der Alliance verdiene. Das Comitv entscheidet dahin, daß man deßhalb bei der Pforte reclamiren werde. Die jüdische Gemeinde zu Larisso in der Türkei zeigt an, daß der Gouverneur der Stadt, nachdem er die Entfernung einiger Häuser, die den Juden in der Nähe einer Moschee gehören, mehrmals angeordnet, die Eigenthümer mit Gewalt daraus vertrieben habe, ohne daß ihnen dafür irgend welche Entschädigung geworden. Die Regierung des Sultans wird für dessen Vorfall haftbar gemacht. Herr Cahen, Aravä raddiv zu Konstantine, zeigt an, daß ein junges israelitisches Mädchen aus jener Stadt verschwunden sei und sich jetzt in einem Kloster zu Avignon befinde. Die „Alliance" veranlaßt ihn, sich zu erkundigen, ob das Mädchen wider seinen Willen zurückgehalten werde. Für diesen Fall solle er sich an die Justiz wenden. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Dresden. Den zahlreichen Freunden des vor Jahresfrist Heimgegangenen unvergeßlichen vr. Wilhelm Wolfsohn wiH> die Nachricht willkommen sein, daß der Denkstein auf seinem Grabe (alter israelitischer Friedhof in Dresden) nun errichtet ist. Er trägt zwei Inschriften, eine hebräische und eine deutsche. Die hebräische lautet in Uebersetzung: „Hier ruhen die sterblichen Ncberreste des berühmten Dichters Di. Wolssohn aus Odessa. Er starb am 22 Ab 5625 und wurde mit großen Ehren begraben und betrauert " Die deutsche dem Eintretenden zugewendete Inschrift enthält unter einer Lyra die Worte: „vr. Wilhelm Wolssohn. geboren zu Odessa am 20. Oktober 1620, gestorben zu Dresden am August 1865. Dem edlen Dichter und Priester der Humanität, errichtet von Mendelsohnverein zu Dresden." ül Vküvcheu» den 7. Sevt. Die „Augsb. Abdztg." bringt folgende Erzählung aus Berlin: »Beim Ausbruche des letzten Krieges, mußte ein junger Mann aus angesehener Familie mit fort, welcher erst kurze Zeit vermählt war. Das Paar freute sich ihrer endlichen Verbindung um so mehr, da ihm Itchre lang Schwierigkeiten gemacht worden waren. Da trifft den jungen Ehemann das hart« LooS der „allgemeinen Wehrpflicht". Die Braut bietet Alles auf, sich ihren Gemahl zu erhalten, umsonst. Sie muß ihn noch in den Homgwochen in den grausamen Krieg entlassen, einem guten Glücke Hoffnung gebend, ihren Mann wieder zu finden. — Aber welchen Anblick bietet der Zurückgekommene! Verstümmelt und Schwerverwundet wird ihr der halbtodte, junge Mann gebracht. Die Unglückliche ward wahnsinnig und starb im Jrrenhause." — Welchen Kontrast bietet unsere hl. Thora! Wie väterlich beugt sie solchem Elende und Unglücke vor! Und wie weit erstreckt sich Ihre Fürsorge! So heißt es (V. M. 20.,) „Und es soll geschehen, wenn ihr anrücket zum Kampfe, so trete der Priester vor und spreche zum Volke also. Dann sollen die Beamten vortreten und sprechen: Wer ist der ein neues Haus gebaut, und hat es noch nicht bezogen? Er gehe fort, und kehre in sein Hauzurück, daß er nicht sterbe im Kriege und ein Anderer es beziehe, (D.) und: Wer ist, der einen Weinberg gepflanzt, und die erste Weinlese noch nicht gehalten? Er gehe fort, und kehre nach Hause zurück, daß er nicht umkomme im Kriege und ein Anderer die erste Weinlese halte; (III.) Und wer ist, der sich mit einer Frau verlobt, aber noch nicht verheirathet hat? er gehe fort und kehre nach Hause zurück, daß er nicht umkomme im Kriege und ein Anderer sie heirathe. Endlich sollen sie auSrusen (IV.): Wer ist, der furchtsamen und zaghaften Herzens ist? Er gehe fort, und kehre nach Hause zurück, daß er seine Kameraden nicht feig mache, wie sein Herz." (Hierauf sollen die Heerführer vortreten, und die Musterung vollziehen.") — Aber der III. Pukkt wird deutlicher bezeichnet (Cap. 24; 5.) durch das Gesetz: „So ein Mann erst eine Frau genommen, so ziehe er nicht aus mit dem Heere, auch lege man ihm keinen andern öffentlichen Dienst auf. sondern frei sei er seinem Hause ein Jahr, und erfreue fein Weib, das er genommen.-Welch' väterliche Fürsorge! Hier werden Menschen in den Kampf geführt, nicht willenlose Geschöpfe. Wahrhaftig die Thora ist ein LehenSbamn, alle ihre Pfade sind Wahrheit und Liebe! Oesterreichischer KaiserstaaL. Wie«, 29. August. Eine Szene, die lauge im Gedächtnisse der Zuschauer bleibm wird, spielte sich gestern am 28 v. M. Nachmittag- «m 4 Uhr am Donaukanale nächst der Aspernbrücke ab. Ein unbekanntes, anständig gekleidete- Frauenzimmer kam zu« Donau-Ufer hinab und stürzte sich Angesicht» einer sehr lebhaften Passage jählings in die Wellen. Ein

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