Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 38-39 (20.9.1866)
- Date
- 1866-09-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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K2S Am Neujahrsfeste «ar der Taa des Gerichtes, da wir Rechenschaft ablegen mußten ob unseres Thun's, in den zehn Bußtagen haben wir in Reue, Rückkehr und Wohlthun einen harten Kampf gekämpft, bis sich am Versöhnungstage der Sieg auf unsere Seite neigte; jetzt gilt's, daß wir uns am Freudenfeste auf der Höhe des Sieges erhalten 22"? F21L '^;iVX-H101'202'? VllNv'N N1212?WX22 r«2 2'N22 Ilw nr IWX2N p Zum Lohne, daß ihr euch nehmet..... am ersten Tage, verhelfe ich euch zum bleibenden Siege über Esaw, der da heißt der Erste, wie geschrieben steht: Und es ging hervor der Erste (Esaw) roth. DaS Symbol des dauernden Sieges über die Sünde ist der Dattelpalmzweig, das Lulab; es gleicht dem Scepter des Herrschers; es hat die Eigenthümlichkeit, daß seine Blätter herniederhangen so lange es am Baume fest, daß diese jedoch aufwärts sich richten, sobald es losgelöst wird vom Stamme. So wird der Fromme im Leben gar oft daniedergebeugt; erschwingt sich jedoch aufwärts, wenn das Ende seiner Tage gekommen; daher heißt es 1ON2 gleich der Dattelpalme wird der Gerechte erblühen. III. Geistige Errungenschaften haben das Eigenthümliche, daß sie nicht an und in sich selbst fortdauern auf Erden; sie müssen stets von den einzelnen Individuen neu errungen werden und verschwinden dann mit denselben. Nichtsdestoweniger gelingt es, durch großartige Anstalten für geistige Interessen die Dauer derselben zu ermöglichen und ihren Fortbestand zu erleichtern. Eine solche Anstalt war für Israel der heilige Tempel zu Jerusalem; dort hatte die jüdische Lehre, die jüdische Wissenschaft ihren Thron aufgeschlagen. In der Quaderhalle des heiligen Tempels N2V*7) hatte das große Synhedrion seinen Sitz; da ward die jüdische Rechtspflege ausgeübt, von da aus ward die Lehre unseres Gottes gelehrt, wie es ja auch heißt: '1 2211 ,22112 r«n xiAV '2 „Denn von Zion wird ausgehen die Lehre und Gottes Wort von Jerusalem." — Da war auch die Stätte des jüdischen Gottesdienstes; dorthin kamen sämmtliche Aharoniden, in 24 Mischmoroth (Abtheilungen) getheilt, um abwechselnd, Woche nach Woche, den Qpferdienst zu versehen, um den Gottesgeist, den sie in dieser Zeit in sich ausgenommen, zurück in die Heimath zu tragen, dort tagten Abgesandte aus allen Orten des israelitischen Landes um das Volk zu vertreten bei seinen Opfern, da war die Stätte deS Gebets und der Rückkehr zu Gott, wie ja das Opfer nur möglich «ar in Berbrudung «it Buße und Reue und Umkehr; von dieser heiligen Stätte verbreitete sich die jüdische Sitte und Anschauungsweise über ganz Israel, so daß es in der That wurde zu einem priesterlichen Reiche und einem heiligen Volke. Wenn wir daher allüberall in unfern Gebeten den Wiederbau des heiligen Tempels und die Wiederherstellung des Opfercultus erflehen, so ist das eben das heiße Verlangen, daß der wahrhaften Gotteserkenntniß und dem Siege über die Sünde eine bleibende Stätte gegründet werde. Nur Thoren und Unwissende, die da nicht eingedrungen sind in die Tiefe des Iudenthums, die da mit seichtem Sinne oberflächlich urtheilen, können wider diesen Theil unserer Gebete sich auflehnen; erst der Wiederbau des Heiligthums und seine Wiederherstellung in der ehemaligen Vollkommenheit wird all das Erhabene, Gute, Wahre und Schöne, das das Iudenthum der Wett gibt, zu einem Dauerndem und Bleibendem gestalten. ^12 Ol'2 22^ N12k2 XV2 N'2 2N2N LNjTM N'2 Nl 22^> „Zum Lohne, daß ihr euch nehmet am ersten Tage., baue ich euch den Ersten, das ist der heilige Tempel, von dem es heißt: der Thron der Herrlichkeit ist erhabener als der Erste, der Ort unseres Heiligthums." Als «Symbol für den heiligen Tempel gelten uns in unserem Feststrauße die drei Zweige der Myrthe, denn drei ist die Gesammtzahl der Heiligthümer die nacheinander in Jerusalem theils existirt haben, Heils existiren werden. Zweimal wurde der heilige Tempel erbaut; zweimal wurde er zerstört; aber sein Vorbild, der Thron von Gottes Herrlichkeit, kann nicht zerstört werden; zum dritten Male wird das Heiligthum in Jerusalem nach diesem Vorbilde erbaut werden und dann der Zerstörung trotzen für die Ewigkeit N°?S1L2 212 N21O NX 1^> Vs" X1N svN2!2 Der ALbarmherzige wird uns ausrichten die in Verfall gerathene Hütte Davids! — IV. In untrennbarem Zusammenhänge mit dem Wiederaufbau des Heiligthums steht die Erlösung durch die Ankunft des Königs Messias; dieser Erlösung müssen wir uns würdig machen, wir müssen sie verdienen. 22*7 X'2X NVX2.2 21'2 22*7 ONNPVl 121212 s1'X2 NL«2 ,2'2 21222 N'M>2 2^v Nk 1WX2 -sNX 2L»2Q 2'2V12'?I 2«2 12L2 Zum Lohne daß ihr euch nehmet ..... am ersten Tage, werde Ich euch bringen den Ersten, das ist der König Messias, von dem es heißt: „Der Erste für Zion er ist da — sie find da, und Jerusalem werde Ich den Verkünder geben." — Er, der Erlöser, wird da sein, wenn sie, die Israeliten, da sein werden,