Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 38-39 (20.9.1866)
- Date
- 1866-09-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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622 bin der Letzte"", und vollziehe die Strafe an Esaw, der da heißt der Erste, wie geschrieben steht: „„Und es ging hervor der Erste (Esaw) roth"" (1 B. M. e. 25), und erbaue auch den heiligen Tempel, von dem es heißt (Jerem. 17.): „„Der Thron der Herrlichkeit (Gottes) ist erhabener als der Erste, der Ort unseres Heiligthums"", und werde euch bringen den Ersten, das ist der König Messias, von dem es heißt (Jesaias 41): „„Der Erste für Zion, er ist da — sie sind da."" — I. „Zum Lohne, daß ihr euch nehmet ... am ersten Tage, offenbare Ich Mich Euch als der Erste, denn so heißt es: Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte." Das Symbol unserer Gotteserkenntniß ist das Ethrog. Der Mensch kann auf zwei Wegen zur Gotteserkenntniß gelangen; den einen können wir als einen Weg von unten nach oben, den anderen als einen Weg von oben nach unten bezeichnen. Wenn der denkend Mensch nach den ersten Ursachen und den letzten Zwecken des Daseins, des Weltalls, des eigenen Selbst, der eigenen Seele forscht, so wird er, wenn sein Denken sich richtig gestattet, zur Gotteserkenntniß gelangen können. Aber wie ungemein schwer ist das! Wie Viele haben es versucht, und nur Einem, unserm Vater Abraham, ist es gelungen! Seit Jahrtausenden haben die Menschen diesen Weg betreten, seit Jahrtausenden haben die vorzüglichsten Denker, die größten Weisen der Rationen hinangestrebt zur ewigen Wahrheit ohne sie zu erreiche»; Pythagoras, Thales, Solon Anaxagoras, Heraklit, Sokrates, Plato, Aristoteles, Confucius, Zoroaster, Baco, Cartesius, Spinoza, Locke, Leibnitz, Kant, Fichte, Schelling, Hegel, Herbart und wie sie alle heißen mögen die großen Denker der verschiedensten Nationen und der verschiedensten Zeitepochen — sie alle sind entweder auf halbem Wege stehen geblieben oder auf Abwege gerathen, Keinem, außer unserm Vater Abraham, ist es gelungen, durch eigenes Nachdenken die ganze und volle und ungetrübte Wahrheit zu erkennen. Dagegen ist der andere Weg zur Erkenntlich ein untrügliche:; das ist der Weg, der durch die göttliche Offenbarung hindurch zu Gott führt. Gott selbst erscheint dem Menschengeschlechts und wird dessen untrüglicher und unfehlbarer Lehrer. Gott offenbart Sich ans Sinai der versammelten Menge Israels, und von da an ist dem, der in Gottes Lehre forscht und aus ihr schöpft, der Weg gebahnt und offen. Das ist der Weg von oben nach unten, von der Höhe des Sinai zum Menschengeiste; daist die Offenbarung, in deren Besitz Israel ist, und die alle anderen Religionen zur Grundlage ihres Gebäudes gemacht haben. Wenn wir das Ethrog in vorgeschriebener Weise (l'TN'H-!"N) dl die Hand nehmen, dann werden wir an der 'Spitze desselben den OD'H' die Blume, bemerken, aus der sich die ganze Frucht entwickelt hat; das Erthrog zeigt uns demnach den Weg der Entwickelung von 'oben nach unten; das ist gleich unserer Gotteserkenntniß, die da von oben herab, durch die Offenbarung. uns geworden — 22*) ,,3ch offenbare Mich euch als der Erste." — II. Der Weg zur Gotteserkenntniß durch das Medium der Offenbarung ist der Weg zur ewigen, reinen und vollkommenen Wahrheit und damit zur edle», reinen, schönen, erhabenen Tugend. Der andere Weg, der vom eigenen Denken ausgeht, führt oftmals, , ja fast immer in die Irre, und der Jrrthum in der Erkenntlich bringt Sünde und Laster NN! aber es gibt auch noch andere Faktoren, vie zu Sünde und Laster führen: der böse Trieb, die Leidenschaft, die Begier nach dem Genüsse. Die wenigsten Menschen find „aus Ueberzeugung" schlecht, die wenigsten Menschen werden durch ein mangelhaftes oder irrtümliches Wissen zur Sünde verleitet; die meisten werden schlecht durch ein böses, von der Leidenschaft getrübtes oder beherrschtes Wollen. Daß es unrecht ist zu stehlen, weiß auch der verkommenste Dieb; allein er will sich ohne redliches Mühen seinen Lebensunterhalt oder die Mittel zu einem gesteigerten Lebensgenüsse verschaffen, daher thut er das Unrecht mit Bewußtsein, von der Leidenschaft verblendet. Es muß also selbst derjenige, dem der Weg zur Erkenntlich offenbar geworden, unablässig gegen die Sünde kämpfen. In unfern heiligen Schriften wird Esaw oder Amalek stets als der Vertreter des Bösen, des Sündhaften, des Lasters hingestellt, gegen das Israel ewig anzukämpfen die Pflicht hat. So characterisirt auch das heilige Soharbuch de« Kampf der beiden Brüder: 'rwv Ns NI'FL' 1211'? 1!w X1NN 212 2V1 2fl11 5MV2 vwjs 1^,1 V 1211? 1?1NN 'NI 2'N21 2P!1 X2'1 — NN2O W? ,1?2V O'w ,1N2W! N212 2?L>2 XDLO 2?v xnn? 2?V OIL' -XV1-O „Und Esaw kehrte zurück am selbigen Tage und aing seines Weges nach Sei'r; das ist Sam., der da seines Weges zieht mit dem mit Sünden beladenen Bock; aber Jakob zog nach Suckoth; und Jakob kam vollkommen . . . vollkommen von seinen Vätern her, vollkommen in seinen Kindern, vollkommen nach oben, vollkommen nach unten, vollkommen im Himmel, vollkommen auf Erden.