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Der Israelit · 1866-09-12 · Heft 37 (12.9.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 37 (12.9.1866)
Date
1866-09-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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612 Erwähnung der Dahingeschiedenen, Sachs und Veit; kt irr Wort , das gezündet, erwärmet, angeeifert hätte — nichts als Wasser , Wasser im trivialsten Gefäße, in gewöhnlichster Form — kern Wasser, das den Lechzen, en erquickt, das frisch aus der Quelle sprudelnd Ladung gewährt, sondern schales, abgestandenes Wasser, das den Trinker anekelt. Als ich die Synagoge verließ, sagte mein Nachbar: „Der arme Bismark l Bayern hat sich gerächt!" „„Wieso?"" fragte ich. „Das ist doch einfach," entgegnen er; Bayern hat den unfähigsten seiner Söhne geschickt, um Herrn von Bismark was vorzuprMgen. Ich denke, eine solche Predigt anhören zu müssen, ist Strafe genug!" — Was Ihr Korrespondent in diesen Blättern über die Verspottung des Herrn Aub durch die hoffnungsvolle Berliner Straßenjugend berichtet, hat sich jetzt auch aus weitere Kreise erstreckt; jeden Tag tauchen neue Anekdoten auf. die bereits zu einer solchen Anzahl angewachsen sind, daß man schon einen Almenach damit füllen könnte. Unterdeß regt es sich unter den Frommen der hiesigen Gemeinde; heute Abend wird eine Versammlung abgehalten werden. Gebe Gott, daß wir das Rechte treffen. Der hier lebende Privatgelehrte, Herr Or.Apo-- lant, ein würdiger Schüler des würdigen Pleßner wird morgen in Naugart in Pommern eine Synagoge einweihen; jedenfalls wird der Bürgermeister dieses pommerschen Städtchens durch Herrn Apolants Predigt eine würdigere Anschauung von Juden und Judenthum bekommen, als Herr von Bismark durch die des Herrn Aub. Herr vr. Apolant wird während der hohen Feiertage Ln der alten, großen Synagoge predigen, worüber natürlich im Lager der Frommen große Freude herrscht. Möge der Allgütige uns und ganz Israel einschreiben und besiegeln zum Glück und zum Leben, möge Er aus den Kämpfe» der Gegenwart das wahre Heil hervorsprießen lassen, Amen! Stake! Sie haben in der jüngsten Nummer des „Israelit" berichtet, daß sich der hiesige Rabbiner vr Cohn in Folge der verletzenden Behandlung von Seiten des Kreisrichters mit einer wohlbegründeten Beschwerde an das AppellationSgericht zu Bromberg gewendet; auf dessen Entscheidung, wenn dieselbe auch vorauszusehen, war man allgemein gespannt. Einige Tage nach der Absendung erhielt vr. Cohn vom Appellationsgericht den schriftlichen Bescheid, daß seine Beschwerde dem Gerichtsaffessor von S. mit der Eröffnung übersandt sei, „daß dem Herrn Rabbiner nachgegeben werden müsse, daß derselbe nicht bloß bei oer abzuwartenden Eidesceremonie das Haupt bedecken, sondern auch bei seinem sonstigen Auftreten Lm Gerichtslokal ei« Sammetkäppchen tragen dürfe. Das Verfahre» des Vr. Cohn iu dieser Angelegenheit fand um so mehr die allgemeinste Anerkennung von Seiten der Gemeindemitglieder, als man mit Recht daraus den Schluß zog. daß derselbe stets die Interessen der jüdischen Religion, wie der Gemeinde mit kräftiger Hand zu wahren wissen werde. Oesterreichifcher Kaiserstaat. Wieu, 3. September. Dem Unterstützungsv nrm „Thoras-Chessed" in Preßburg war von einer wohlthätigen Dame, Namens Fanny Sonnenfeld, am 9. Juli 1858 ein Loos von der fürstlich Salm'schen Anleihe mit der Nummer 63,849 gespendet worden. Dieses Loos wurde zu den verzinslichen Staatspapiereu gelegt, die, in einem Pakete versiegelt, alljährlich nur einmal, und zwar zur Zeit der Couponsbehebung besichtigt wurden. Seit November 1858 wurde nun bei solchen Gelegenheiten Jahr für Jahr auch das Vorhandensein des Looses konftatirt, aber in den späteren Jahren im Geschäftseifer ganz übersehen, daß dasselbe bereits am 15. Januar 1863 den Hauptresfer mit 40 000 fl. gemacht habe. Erst am 5. Februar d. I. fiel das Auge eines Vereinsvorstandes auf die Nummer des Looses, und nun erst wurde das Glück, das dem Verein zu Theil geworden, bekannt und das Loos bei der Salm'schen Hauptkaffe in Wieu zur Ausbezahlung des Haupttreffers präsentirt. Doch hier erwartete die Vereinsmitglieder die unangenehm überraschende Mittheilung, daß der Gewinnst auch von zwei Prager Handlungskommis angesprochen werde und daß das vorgewiesene Original Loos gerichtlich amortisirt sei. Die Bereinsmitglieder beriefen sich nun auf die erwähnte Schenkung und die ununterbrochene Verwahrung des Looses vom Jahre 1858 an, allein das Alles konnte nur für den unausbleiblichen Prozeß von Bedeutung sein, für die Salrn'sche Hauptkaffe aber war es nur die Veranlassung, den Treffer vr. 40,000 fl. bei Gericht zu deponiren und die Ausbezahlung an den rechtmäßigen Besitzer von der Entscheidung des Richters abhängig zu machen. Die sofort eingeleitsten Erhebungen stellten das gute Recht des Vereines bald ins Klare, während die Ansprüche der Prager Commis, Luditzky und Podlibsky, solche Bedenken erregten, daß sich der Rechtsstreit iu einen Strafprozeß verwandelte, in dem Luditzky und Podlibsky als Angeklagte erscheinen. Luditzky und Podlibsky haben seit zwei Jahren gemeinschaftlich alle Schritte gethan, um sich auf listige Weise in den Besitz des Treffers von 40,000 fl. zu setzen, dessen rechtmäßiger Eigenthümer sich trotz aller Aufforderungen nicht gemeldet hatte Durch gedungene Zeugen oder erbetene Zeugnisse führ

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