Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1866)
- Date
- 1866-09-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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608 des „isr. Lehrers," bedürfe keines Kommentars, das müsse schmerzen und zeige den Abgrund, vor dem wir stehen. So weit sind wir mit dem Korrespondenten des isr. Lehrers einverstanden; auch wir finden dieses Ergebntß Mr betrübend; wenn aber der mehrerwähnte Korrespondent die so schlimm prädikirten Prüflinge als Zöglinge der israelitischen Lehrer-Bildungsanstalt hinstellt, so ist das eine Fälschung, deren Absichtlichkeit um so weniger zweifelhaft sein kann, da sich gleich die obligaten Ausfälle gegen den ehrwürwürdigen Herrn Distrikts-Rabbiner Bamberger daran knüpfen und auch der neidische Seitenblick auf die Geldmittel nicht fehlt, welche der Anstalt zufließen, an welcher man sich den Ruhm des Herostratus erwerben möchte. Der Herr Cor. d. isr. L. weiß sehr wohl, daß die isr. L. B. A. erst im November 1864 begonnen hat, daß sie Anfangs August 1865 also noch keine Zöglinge entlassen konnte. Allein man will eben die isr. Lehrer-Bildungsanstalt anfchwärzen, und ihr schaden, und da ehrliche Mittel hierzu nicht zu Gebote stehen, so greift man zur Lüge und Fälschung, die hier so handgreiflich ist, daß selbst die dem Schauplatze ferner stehende Redaktion die innere Unwal rscheinlichkeit merkt. Sie nimmt aber den Artikel dennoch auf — weil — gegen eine Anstatt gerichtet, derenGeist dem Herrn Klingenstein zuwider ist. Fast möchten wir bedauern, daß der „isr. Lehrer" kaum von Jemandem außer seinen eigenen Korrespondenten gelesen wird; bei größerer Verbreitung hätte er diesesmal unwillkürlich der isr. Lehrer - Bildungsanstatt einen Dienst geleistet. Denn in Wirklichkeit waren die in Rede stehenden Prüflinge keine ihrer Zöglinge, sondern solche des k. Schullehrerseminars, *) also ganz frei von dem Einflüsse des ehrwürdigen Herrn D.-R. Bamberger ausgebkldet. Der „isr. Lehrer" hat also constatirt, wie traurig die Sachlage war und vor welchem Abgrunde wir standen, bevor die isr.Lehrer-Bildungsanstalt vorhanden war und damit hat er die Nothwendigkeit einer Aenderung zum Bessern kräftig bezeugt. Dir isr. L. B. A. hat sich die Aufgabe gestellt, diese Aenderung und Beffergestaltung der Lehrerbildung herbeizuführen und sie wird 7i"-"n diese Aufgabe erfüllen. Die erste Promotion von sechs Zöglingen, welche sie dieses Jahr entläßt, hat, wie wir zuverlässig wissen, auch in den profanen Unterrichtsfächern *) Wir fühlen rms zu der Bemerkung verpflichtet, daß das k. Seminar keineswegs für die geringen Leistungen dieser sein« Höglmae verantwortlich gemacht werden kann; die Schuld liegt vielmehr in Umständen, die hier nicht auseinander gesetzt werden Kvnen, die aber den Gedanken an Gründung der ,sr. L. B. Ä. miö ins Leben gerufen haben. Das k. Seminar ist eine vmyügliche Anstatt und hat stets feine Pflicht an den rsr. Zvgüygm erfüllt. Corr. schr gute Zeugnisse und wir sind nur begierig zu erfahren, ob der „isr. Lehrer" sich seiner Zeit auch bemüffigt sieht, dieses Prüfuugsergebniß aus der Schulzeitung abzudrucken. Noch Vesser wird sich's gestalten, wenn einmal Zöglinge entlassen werden, welche die Anstatt drei oder vier Jahre srequeutirten. Das Hauptverdienst der Anstalt besteht aber darin, daß die Zöglinge im Hebräischen genügend unterrichtet, daß sie zu einem religiösen Leben augeleitet und vor den sittlichen Gefahren bewahrt werden, denen schon viele junge Leute durch den unbeaufsicht'gten Aufenthalt in der Stadt leider erlegen sind. Mag der „isr. Lehrer" immerhin in unjüdischer Weise feinen Artikel mit einem „Wehe über die Zukunft der isr. Schule — ferner iSr. Schule" schließen; wir schließen mit zuversichtlicher Hoffnung auf eine bessere Zukunft, im Vertrauen, daß Das, zu dessen Verherrlichung die Anstalt gegründet ist, deren Bestrebungen segnen und die im Wochenabschnitte ausgesprochene erfüllen wird. Damit gehen wir dem neuen Jahre entgegen. Ern Freund der Anstalt. HblveLitz in Mecklenburg den 27. August. Ihre stets freundliche Bereitwilligkeit, zur Förderung der jüdischen Literatur beizutragen, laßt mich hoffen, daß Sie den Abdruck eines Briefes vom Professor vr. Munk in Paris über mein Werk: „Uoal-DnovolopaSäio" für Bibel und Talmud, dessen zweite Lieferung von Eidesformel bis Jahr in Kurzem erscheinen wird, in Ihre gesch. Zeitung erlauben werden. Derselbe ist in französischer Sprache abgefaßt, den ich mit Beifügung einer Copie des französischen Originals in wortgetreuer UeberseHung hiermit wiedergebe. Paris den 27. April. Herr Landrabbinerr Zu meinem großen Bedauern war ich gcnöthigt, meine Antwort auf den Brief, mit dem Sie mich vor 3 Monaten beehrten, so lange aufzuschieben, um Ihnen für Ihre ausgezeichnete zudanken, wovon Sie mir das erste Heft zukommen ließen. Ich würde mich gewiß beeilt haben, Ihnen die Hochachtung auszudrücken, die mir Ihr Werk eingeflößt, wenn ich mit eigenen Augen lesen uud schreiben könnte; aber leider find meine Arbeitsstunden sehr beschränkt und ich mußte alle Augenblicke, die ich zur Verfügung hatte der Vollendung des 3. Bandes Meines More und besonders des dem 3. Bande hinzuzusügenden Registers über die 3 Bände widmen. In meiner Lage war dies eine Herkulesarbeit und eS blieb mir nicht ein Augenblick, mir Ihr Werk vorlesen zu lassen, um so mehr als ich augenblicklich keinen deutschen Vorleser und Schreiber habe. Aus diesem Grund schrieb ich Ihnen auch französisch. EMich bin ich dazu gekommen, mir die Hauptartikel der ersten Lieferung dorlesen M lassen. ES ist ein großartiger Entwurf und ich bewundere in der