Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1866)
- Date
- 1866-09-05
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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S^HLAVAL ruLFll», so ist dies nur erzwungene Deute- I lei, und beruht eine derartige Erklärung auf Mißverj ständniß. In Tractat Baba bathra L. 15 a. lesen! wir nämlich '121 )"22"p 1270 2"2"2-«, was mit Recht übersetzt wird : „Die Männer der großen Versammlung schrieben; d. h. faßten ab die Bücher Ezechiel, Daniel, die kleinen Propheten und Esther." Bertholdt will nun hier die hi torische Quelle für die Ordnung des Kanon durch die s/nnAvAs. waKva gefunden habm, indem er uitter min „in den Kanon eintragen" versteht, daß aber 270 auch „eintragen" bedeute, soll aus Rum. 11, 26. hervorgehen, und zwar heiße alsdann 2122 ein neu eingetragenes Buch. 2») Hengstenberg bemerkt schon richtig, daß der Begriff eines ne u eingetragenen Buches gänzlich aus der Luft gegriffen und gar nicht im Worte enthalten sei. Ich will noch dazu bemerken, daß wenn 2712 wirklich auch „eintragen" bedeuten könnte, was ich nicht mit Hengstenberg absolut in Abrede stellen möchte, es jedoch an der erwähnten Lalmudstelle nur „versoffen" „abfaffen" bedeuten kann, entsprechend dem 1222 222 drriM? u. s. w. Auch sei noch bemerkt, daß die alteren jüdischen Commentatoren, die doch am Ende den Ausschlag zu geben haben, wie auch die neueren Kritiker der Auffassung Bertholdts entgegen sind ^i) Bei dieser Gelegenheit will ich eine Schwierigkeit zu lösen suchen, die das Buch bietet, dessen Stellung im Kanon zu besprechen die Ausgabe der vorliegenden Abhandlung ist. Wenn wir das Buch Daniel nämlich betrachten, so sehen wir, daß die ersten sieben Kapitel bis auf die Einleitung in chaldäischer Sprache abgefaßt sind, ferner wird in den ersten sieben Kapiteln von Daniel in der dritten Person gesprochen, wahrend in den übrigen Abschnitten Daniel selbstredend auftrktt. Mir scheint nun, daß die ersten sechs Kapitel chaldäifchen Urkunden entnommen sind, die vielleicht Daniel selbst oder auch ein anderer Staatsbeamte auf des Königs Geheiß für das Reichsarchiv ansgearbeitet hatte. Sie enthalten die Geschichte Daniels, Erzählungen tiefeingreifender Vorgänge in den KänigSfamilien, die aber wieder mit Daniels Geschichte, resp. der Geschichte der Juden im babylonischen Reiche im Zusammenhang stehen, die göttlichen Wunder die sich bei Daniel und seinen Gefährten ereignet hatten, Geschichten und Verhältnisse, deren Aufzeichnung das Reichsarchiv aufbewahren mußte, insofern alle diese Begebenheiten auf das ganze Staatsweseu bedeutend einwirkten, sei eS durch den Wechsel der Dynastien, der nnS in diesem Theile erzählt wird, sei es durch die Stellung der Juden im babylonischen Reiche, — wir finden ja 29) Bertholdt Ernl. S. ZI k. u. öS Amn. 2). Lly Heugstenberg «,». O.S. LL. 31) Verql. Raschi z. St. — S. auch dr Artte Einl. tz. s uot. 0. — Ders. Encycl. S. 1. / Inden als erste Beamte, — die erst durch diesen historischen Hintergrund ihre Erklärung findet. Das Üebrige sind Prophezeiungen, die sich hauptsächlich nur auf das jüdische Volk beziehen, und dir wahrscheinlich von Daniel skizzenartig und zwar in chaldäischer Sprache ausgezeichnet wurden, deren eigentliche Umarbeitung und Uebevarbeitung das Werk dev S^LSSVAL MLALL war. Wenn nun wirklich die ersten sechs Kapitel Auszüge aus dem chaldäischen Staatsarchive sind, so bietet die chaldäische Sprache keine Schwierigkeit, man hat es in dem Idiome gelaffen, in welchem man es vorgefunden. Daß aber, was von Daniel wenigstens im ersten Entwürfe herrührt, erst mit dem siebenten Kapitel beginne, hat auch schon Jbn Esra erkannt 32) Wenn ich nun vorhin gesagt habe, daß Daniel seine Prophetien skizzenartig ausgezeichnet habe, so wurde ich durch die Einleitung des siebenten Kapitels auf diese Annahme geführt, da uns nämlich dort erzählt wird: 22X 27,2 p2x2 „Nachher schrieb er den Traum dem Hauptinhalt nach auf, wie folgt." Wie uun Daniel diese Prophezeiung skizzenartig niedergeschrieben hat, die nnS aber unüberarbeitet aufbewahrt ist, so ist auch anzunehmen, daß Daniel auch die übrigen skizzirt habe, von denen wir aber die Umarbeitung, die durch die inaAna entstanden ist. besitzen. — Meine Meinung ist also diese: Die ersten sechs Kapitel sind chaldäischen Urkunden entnommen, daher sich das chaldäische Idiom erklärt; mit Kapitel 7 beginnen die Prophezeiungen, die alle ursprünglich von Daniel selbst in chaldäischer Sprache skizzirt waren, wie das siebente Kapitel, welche aber von den Männern der s^Qa^vA» vraFn» hebräisch überarbeitet wurden; und wahrscheinlich ist das siebente Kapitel oder das erste der Prophezeiungen deshalb in seiner Ursprünglichkett gelassen worden, daß der Nachwelt ein eigenstes Schriftstück Daniels ausbewrhrt bleibe. Ich habe oben gesagt, daß wir für die Annahme deö Anordnens des Kanons durch die s/aa»l,Za MAAS» kein direktes historisches Zsugniß besitzen und habe auch Bertholdt zurückgewiesen, der die Talmudstelle Baba bathra k. 15a. als ein solches ausbeuten will, indem er 27»2 als „in den Kanon eintragen" erklärt. Nichts desto weniger muß zugestanden werden, daß die beregte Talmudstelle, wenn auch kein historisches Zeugniß, so doch einen Anhaltspunkt für die allgemein verbreitete Tradition, die maxaa habe den Kanon geordnet, bietet. Es fnngirt hier diese „große Versammlung" als die Autorität, die die letzte Hand an die hh. Bb. legt, denn was noch nicht vollendet war, wird durch sie vollendet, und da ist denn doch wohl anzunehmen, daß sie nicht auf halbem Wege stehen geblieben, daß sie vielmehr das begonnene Wer? der SS) Jbn Esra zu Dan. 7, 1.: *?X'Z2 '222 7^7,2.