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Der Israelit · 1866-09-05 · Heft 36 (5.9.1866) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 36 (5.9.1866)
Date
1866-09-05
Page
– (sequence 22)
Language
German
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600 ä« dem Dsrle d. Begriff der rechtmäßige« Ber- »ctheiking, den Mp nicht har, vergl. SlmoS 2, 8 rmd Spr. 17, 26 VM). Danach muß also d. St. übertragen werden: Gebüßt soll er werden, wie ihm d. Mann d. Fr. avferlegt, das soll er geben unter den Bcrurthtillkn, oder: nach Uriheilspruch. Mehr aber <üs dieses (daß d. W. d. Begriff der richterlichen Bestrafung oder Verurtheiluug einwohne) ist auch aus d. Mechiltah z. Et. p-e nicht -« entnehmen. Daß in d. W. nicht den Richter, hindern den Gerichteten finden lasten wollen, zeigt die ganz gleiche Bemerkung, welche hinsichtlich d. St. Jefai 28, 7 ipO ausgestellt wird, woselbst Raschi das Resultat der im Talmud gegebenen Erklärung durch 'vewi wieder gibt. Daß aber dieser Gerichtete zugleich ein zu Strafe Verurth eilten sei, erkennt man deutlich aus der Redeweise 'pvv pp und 'p Hiob 31, 21 u. 28. Ich hätte also auch meine St. Deut. 32, 31 genauer „unsere Feinde werden gerichtet" übertragen können. Aber sonn wäre eben „richten" auch in dem Sinne von „vcrrirl heilen" oder „nach richterl. Urtheil bestrafen" zu verstehen. Düsseldorf, im Tamus 5626. Vr. W. Feilchenfeld. Daniel unter Len Hagiographrn. Von vr. 8ulr duld. (Fortsetzung aus Nr. 16.) „Die Männer dcx großen Versammlung haben die heiligen Ducker gesammelt" — so lehrt die Tradition. ^) Hat diese „große Versammlung" oder diese s^vagoga magna überhaupt existirt? fragt Nau und beantwortet diese Frage mit „Nein";' de Wette ist allerdings nicht so kühn, doch meint er, daß ihr Dasein historischen Zweifeln unterliege. ^) Sieht man sich jedoch nur den ersten Abschnitt der Pirke Aboth an, wo sich von dem ersten bis zum letzten Geschlecht der Tanaim die Traditionskette abwickelt, und als erstes Glied Simeon Hazaddik, der Letzte der Männer der „großen Versammlung" genannt wird, so muß auch der Ultra-Rationalist überzeugt sein, daß in die Wahrhaftigkeit einer solchen Tradition kein Zweifel zu setzen ist, einer Tradition, die uns Namen gibt. Zudem wird der s^nagoga magna in Mischnah und Talmud so oft als eines besonder» wichtigen Institutes Erwähnung gethan, 20) daß uns schon dies die lleberzeugung gibt, daß diese nicht blos in der Einbildung, sondern in Wirklichkeit existirt habe. 16) El. Levita in der Dorr. III. zu Mefforath Harnaff. S. 48. 17) 1L. Lsu Ztz rvvseoa» wsxvs. 7i»i. 1726 p. 28. 18) de Wette. Einl. tz. 14. IS) Vergl. Zuuz a. a. O. S. 33. 20) Laim. Zer. Megilla k. 148., Irma 5. 68d., Megill. t. 2vd., Baba kathra k. 14 d., k. u. s. w. Auf den Einwand hin, daß wenn diese so bedeutende Versammlung wirklich bestanden hätte, und zwar von ESra gegründet sein soll, man doch in den biblischen Schriften irgend eine Spur derselben finden müßte, ist zu entgegnen, daß erstens ein Beweis ex silentio gewöhnlich kein Beweis ist, und bemerken wir zweitens, daß die Worte in I. Macc. 7, 12. mit Recht aus die s^nagoga magna bezogen werden können.") Auch ist in neuester Zeit eine Spur dieser Versammlung in den Kethubim entdeckt worden, nämlich das in Nch. 5, 8.?*) Diese s^nsgoga magna hatte nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil sich die Aufgabe gestellt, die heil. Schriften zu sammeln, wie überhaupt durch religiöse Einrichtungen dem wiedererstandenen, neuen Staate ein festes Fundament zu geben. Ob dieselbe an der Verwaltung des Staates Antheil genommen, wie manche behaupten,?3) möchte wohl zu bezweifeln sein, es müßte doch wohl sonst ihrer politischen Tätigkeit — d. h. im jüdischen Sinne, der Vertretung des Staates nach Außen — irgend einmal im Talmsd Erwähnung gethan worden. Mir finden, daß die Männer der s^vagvga magna die letzten Empfänger der mündlichen Tradition waren, ^) sie werden bei Anordnung der Gebete erwähnt,^) sie werden als Emendatorm und Erklärer verschied»er heil. Schriften genannt, 2b) sie treffen Bestimmungen über das Purimsest,27) jedoch nirgends eine Spur ihrer politischen Thätigkeit, doch dieses nebenbei; die Hauptsache für uns ist: die s^vsgoga magva hat wirklich existirt (ca. 560 v. — 2x 0 v.) 2») und eine ihrer wichtigsten Handlungen war, den Kanon zu ordnen, d. h. die heiligen Schriften zu sammeln, einzuordnen in verschiedene Gruppen, und das Unheilige vom Heiligen zu entfernen. — Eine historische Quelle für diese eine Thätigkeit der Lzvsgvga magna besitzen wir nicht, es war so.ausgemacht, so gewiß, so fest und zweifellos im Bewußtsein des- Volkes, daß die Sammlung des Kanon von ber s^nsgoga magna auSgegangen war, Laß man es durchaus nicht für nöthig hielt, dieser Thätigkeit zu erwähnen; wenn aber Einige glaubten in einer Talmudsteve das zu finden, was so bestimmt im Bewußtsein des Volkes lebte, wenn Einige glaubten, der Talmud spreche von einer Anordnung des Kanon durch die 21) Bertholdt, Einl. S. 69 k. 22) I. E. LLwy in s. kritisch-talmud. Lexikon "M2^>pn N11P2. Wien 1663. «rt. 'L'.'tt S. 843k. 23) Rau a. a. O., Bertholdt Einl. S. 69, Löwy a. a. O. 24) Aboth I. I. 25) Troct. Megillah k. 178., 28». Berachoth k. 84». 26) Baba bathra k. 18». — Aboth d'R. Nathan C. 1. 27) Megillah k. 2». 28) Ich Litte diese Tata für's Erste auf guten Glaukn hiuzunehmen, ich werde spater Gelegenheit haben, die Zahlen zu beweisen.

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