Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1866)
- Date
- 1866-09-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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588 Kürze wegen auch durch Post-Anweisung mit BPlgnahme auf dieses Avertissement gemacht werden können, werde ich ungesäumt ansführen. — Bon dem thötigen Interesse, welches dem Werke zugewendet werdm wird, wird es abhängen, inwieweit ich an eine kritische Bearbeitung der anderen Commentarien Raschis, wofür ich bereits manches Material besitze, gehe. Im Anschlüsse an dieses Werk dürfte dann zuvörderst eine besondere Abhandlung erscheinen, welche den grammatischen Standpunkt Raschi's naher darstellt, den er in allen seinen Commentarien, biblischen wie talmudischen, einnimmt. Dieser Abhandlung soll auch zugleich ein vollständiges Voeabularium für Rrschis Commentar zum Pentateuch — soweit der Wortschatz nicht zum Bereich der biblischen Concordanz gehört — beigegebsn werden, um in dieser Weise das nähere Verständnis der von Raschi grammatisch behandelten Stellen und dis Kenntniß des Commsntars überhaupt wesentlich zu fördern. Somit empfehle ich mein aus dem reinsten Interesse für Lehre und Wissenschaft hervorgehendes Unternehmen der Theilnahme aller Kenner und Gönner. Berlin, 26. August 1366. A. Berliner, Dirigent der Talmud-Unterrichts-Anstalt, Königgraben 14». AeLtungSrrachrLchten und Correspoudenzen. Deutschland. Dolge-Hei« bei Mainz, den 27. August. Moses Abraham von hier, Musketier beim 1. Regiment, ist bei der Affaire von Aschaffenburg durch einen Schuß verwundet worden. Di- Kugel drang durch die Rippen, ging von vorn herein und auf der anderen Seite wieder hinaus ohne jedoch edlere Theile zu verletzen; derselbe befindet sich bereits auf Besserung. Kassel. Der Genremaler Louis Katzenstein in Kassel hat als Anerkennung für seine Leistungen vom Könige von Portugal den Zago-Orden und von der Jury der internationalen Ausstellung in Porto für von ihm ausgestellte und vom König angekaufte Gemälde eine Preismedaille erhalten. Preußen. Aus Berlin vom 27. August schreibt die Post: Ein erschütternder Unglücksfall hat sich gestern auf derHavel zwischen Sakrow und der Psaueninsel zugetragen, der namentlich in hiesigen Börsenkreisen große Bestürzung erregen dürfte. Der auf dem diesseitigen Geldmärkte als hauptsächlichster Importeur der nordamerikanifchen Staatspapiere bekannte, geachtete Bankier Silberstein befand sich mit seiner jungen Braut ans einer Lusttour und wollte mit derselben von der Fähre ans einen Kahn besteigen, während dieß sonst gewöhnlich vom Lande aus geschieht, in welchem Falle keine Gefahr oder doch sofort Hülfe gegenwärtig gewesen wäre. Der Kahn, in welchem sich noch mehrere Personen befanden, schlug durch die seitliche Belastung beim Betreten u« und Herr S. sammt Braut verschwanden sofort spurlos in dem dort mehr als 30 Fuß tiefen Strom, während alle Andern gerettet wurden. Erst spät am Abend fand man die krampfhaft sich umschlungen haltenden Leichen! Aus LrNjtzeafalza vom 19. Aug. schreibt mau der „Nordh. Ztg.": „Am 14. Anz. wurde ein hannoverscher Infanterist jüdischen Glaubens beerdigt und da in Langensalza keine jüdische Gemeinde ist, so mußte derselbe ohne Geistlichen beerdigt werden. Der Feldwebel Knhnaß, welcher die zur Ehrensalve kommandirten Mannschaften befehligte, trat an die Gruft und sprach: „Kameraden! Wir begraben hier einen der Tapsern, die aus dem Schlachtfeld von Langensalza gefochten. Er ist nicht unsers Glaubens, aber er war würdig, in unfern Reihen zu kämpfen; er ist darum auch würdig, in den Reihen Derer zu ruhen, welche den Friedhof von Langensalza zieren. Möge der allmächtige Gott ihn das Heil finden lassen, welches er in seinem Glauben gehofft hat?' Am 15. Ang. wiederholte sich der Fall, und der Kollege des Herrn Kühnaß, Feldwebel Kirchhof, erfüllte seine Aufgabe in derselben würdigen Weise. (Sollte es den in der Nähe wohnenden Israeliten nicht möglich sein, die BedauernSwerthen zu bringen- — Red.) Oesterreichischer Kaiserstaat. ßWe». Es wurde seiner Zeit berichtet, daß der Kommandant der irr Rikolsburg befindlichen Truppen der dortigen Judengemeinde eine Kontribution von 20,000 fl. auflegte. Zum Verständniß dieser Mitthetlung sei bemerkt, daß in einigen jüdischen Gemeinden Mährens die Einrichtung bestcht, daß die jüdische Gemeinde eine Art besondere» politischen Körpers m der Stadt bildet und einen besonderen jüdischen Bürgermeister hat. Was die Sache selbst betrifft, so begab sich eine Deputation, bestehen) aus dem jüdischen Bürgermeister und zweien Gemeindeväthen, zum Könige von Preußen i»S Hauptquartier und legte ihm das Gemeindebuch vor, welches auSwies, daß das jährliche Einkommen der Nikolsbnrger Gemeinde nur 1800 Gulves betrage. Der König »ar gegen die Deputation freundlich und ließ der Stadtgemeinde die Kontribution nach. (Augsb. Abend).)