Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1866)
- Date
- 1866-09-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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VH Jahrgang. Beilage z» Nr. 36 des Israelit. Leitender Artikel. Literarische Anzeige. Auf dem reichen Gebiete der Schrift-Exegese hat bekanntlich kein Commentar einer solch großen Beachtung sich zu erfreuen gehabt, als der älteste unter den gedruckten Commentarien, als Raschi zum Pentateuch. Der Eifer, mit welchem man sich diesem Commentare zuwandte, hat aber auch demselben fast ganz feine Ursprünglichkeit genommen; so groß ist die Menge dessen, was während der 7 Jahrhunderte seiner Existenz Ln ihn hr'neingetragen und aus ihm weggenommen wurde. Abschreiber und Erklärer, Drucker und Tensoren, Lehrende und Lernende, sie Alle haben hiesür ihre Beiträge geliefert. Die Nolhwendigkeit einer kritischen Raschi-Ausgabe ist daher von allen Seiten und zu allen Zeilen erkannt worden. In unserer Zeit wer es vor Allen Zunz, der in der Biographie Raschi's auf „eine solche große Arbeit" hinwieS. Seine Worte (das. S. 3-49) waren es, welche den Wunsch in mir reiften, an diese Arbeit zu gehen. Seit 5 Jahren damit unablässig beschäftigt, ist es mir gelungen, zum Theil durch die Vermittelung der Staatsbehörden, zum Theil durch die Unterstützung gelehrter Freunde einen kritischen Apparat herzustcllen, bestehend in ») 40 Handschriften des 43—15 Jahrhunderts, den öffentlichen Leihbibliotheken zu Leyden, München, Hamburg, Petersburg und der Seminar-Leihbibliothek zu Breslau angehörend, b) mehreren Ausgaben kurz noch Erfindung der Euchdruckerkunst (1475—1500) nebst vielen anderen besseren bis in unsere Zeit hinein, e) 70 Werken, unter denen einige handschriftlich, welche den Raschicommentar direct oder indirect behandeln. Die sorgfältigste und gewissenhafteste Vergleichung dieser Handschriften, Ausgaben ur d Super-Commentare hat in dieser fünfjährigen Durchforschung ein Resultat ergeben, welches ich in einer kritischen Raschi-Ausgabe niederlegte, unter dem Titel: Raschi, (Salomo ben Isaak) Commentar über den Pentateuch. Nach Handschriften, seltenen Ausgaben und dem Talmud-Commentar des Verfassers mit besonderer Rücksicht auf die nachgewiesenen Quellen zum ersten Male kritisch hergestellt und ergänzt rc. rc. Diese Ausgabe, e. 25 Bogen park, groß Octav- Format und in schöner Ausstattung, bietet zuvörderst auf jeder Seite den Raschi-Text in hebräischer Qnadratschrift, wie er in dm ältesten Ausgaben erscheint. Hervorstechender Druck der betreffenden Schlagstellen, auf welche sich die Erklärung bezieht, nicht allein, wie bisher, am Anfänge, sondern auch in der Mitte des Satzes, Interpunktion der einzelnen Satztheile, Vocalisirung solcher Wörter, welche ohne dieselbe leicht anders gelesen werden und zu Mißverständnissen führen können — Dies find die äußeren Vorzüge dieser Ausgabe. Dem Texte schließen sich fortlaufend die Hinweisungen aus die Quellen au, aus denen Raschi seine Erklärungen geschöpft haben dürfte. Hierbei find die beiden Talmude, sämmtliche Midraschim, die Targumim und die vor Raschi lebenden Grammatiker berücksichtigt, auch Hinweisungen auf Parallelestellen in Raschi selbst gegeben worden. Dann folgen die eigentlich kritischen Noten, welche auf L-searten, Berichtigungen, Ergänzungen, Auslastungen und Zusätze sich beziehen, außerdem noch Erklärungen aus seltenen Super-Commentaren für einzelne schwierige Partien und Raschis Erklärung aus dem Talmud zur betreffenden Schriftstelle bieten. Letztere bilden in ihrer Totalität, so zn sagen, einen neuen Commentar Raschis zum Pentateuch, durch ein specielleres Eingehen häufig den Sinn bereichernd und das Verständniß erleichternd. Die dem Werke vorangehende Einleitung und die ihm am Schluffe folgenden Nachträge dürften nicht unwesentliche Beiträge für die Naschi-Literatur liefern. So hege ich die Hoffnung, mit der Herstellung dieses Werkes für die Abhilfe eines allseitig gefühlten Bedürfnisses, für die Erfüllung eines längst gehegten, frommen Wunsches thätig gewesen zu sein. In dieser Hoffnung bin ich nicht müde geworden, große Opfer an Zeit und Kraft, aber auch materielle, für das Werk zu bringen. Für diese Erwartung ermunterten mich auch die Worte, welche Herr Dr. Zunz in seinem für das Werk bestimmten und demselben vorgedruckten Briefe an mich ausspricht: „Sorgen Sie nicht um den Absatz, dafür lasten Sie das Buch sorgen; schützen Sie es bloß vor zu theuercm Preise, dem die meisten Leser solcher Bücher nicht gewachsen sind." In richtiger Würdigung und Anerkennung dieses Wunsches habe ich mich entschlossen, das Werk einstweilen nicht in den Buchhandel zu geben, vielmehr den Betrieb desselben selbst zu übernehmen, indem ich, um die Anschaffung allgemein zu ermöglichen, den Preis eines Exemplars bis zum 1. Januar 4867 auf 1^3 Thaler fefistelle und für Lehr Anstalten rc. rc. bei Entnahme von 10 Exemplaren 1 Frei-Exemplar gewähre. Nach dieser Zeit übergebe ich daS Buch einer Buchhandlung in Commission und tritt der erhöhte Ladenpreis von 2Vs Thalern ein. Bei mir eingehende Bestellungen auf dieses Werk, welche de?